Bundesliga: Horrorverletzung trübt Sturms Derby-Sieg
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Mit 6:1 im Derby gewonnen, aber dennoch getrübte Stimmung: Im Lager von Puntigamer Sturm Graz konnte man sich am Sonntagabend über den klaren Erfolg gegen den GAK nach frühem Rückstand wegen des Unterschenkelbruchs von Tormann Daniil Chudjakow nicht richtig freuen. „Wir sind über das Ergebnis und die Leistung total happy, aber die Verletzung trübt diesen wunderschönen Abend sehr“, sagte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch. Sein Team bleibt in einer intensiven Phase vom Verletzungspech verfolgt.
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Emran Soglo, Filip Rozga, Otar Kiteischwili, Giso Mamageischwili, Nelson Weiper, Leon Grgic und Seedy Jatta waren schon vor dem Prestigeduell nicht einsatzfähig. Ingolitsch sprach in dem Zusammenhang von „potenziellen Stammspielern und teilweise Unterschiedsspielern“. In Anbetracht des „Monsterprogramms“, der „kalten Dusche“ durch den Gegentreffer von Christopher Cvetko (10.) und des Ausfalls des russischen Goalies nach rund 20 Minuten nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Jacob Italiano wäre die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass sein Team zusammenfalle.
„Aber genau das Gegenteil war der Fall. Die Mannschaft hat daraus ein Momentum generiert, dass dich der Gegner nicht mehr aufhalten kann. Das war schon außergewöhnlich. Man hat gesehen, dass die Spieler noch das eine oder andere Prozent mehr geben wollten für Chudi“, so Ingolitsch. Dem 22-Jährigen wurde danach auch der Sieg gewidmet. „Sicher haben wir für Daniil gespielt, so eine richtig grausige Verletzung wünscht man keinem, das nimmt uns alle mit, da macht der Sieg nichts wett“, sagte der dreifache Assistgeber Simon Seidl.
Sturm spielt im Derby nach Schock groß auf
Eine schwere Verletzung von Daniil Chudjakow hat am Sonntag das Derby zwischen Sturm Graz und dem GAK überschattet.
Der 24-Jährige bereitete mit einem Freistoß und einer Hereingabe für Oumar Diakite und einem Eckball auf Jon Gorenc Stankovic die letzten drei Treffer nach der Pause mustergültig vor. Für Ingolitsch war Seidl „in der Offensive der mit Abstand beste Spieler“. Dabei gelang Diakite, der einen „speziellen Abend“ erlebte, erstmals in seiner Profikarriere ein Triplepack. „Wir haben einen Goalgetter schmerzlich vermisst in den letzten Jahren seit dem Abgang von Mika Biereth. Es scheint so, als hätten wir jetzt einen gefunden“, sagte Ingolitsch.
Ingolitsch sieht sein Team „sehr gut unterwegs“
Dem 22-jährigen Teamstürmer von der Elfenbeinküste, der bei den Feierlichkeiten ein Chudjakow-Dress in die Höhe hielt, gelangen in vier Ligaspielen sechs Tore. Bei dieser Form wird er am Donnerstag im Europa-League-Spiel gegen Olympique Marseille gefragt sein.
Eine große Rotation ist wegen des Personalengpasses kein Thema, es gilt, sich von Spiel zu Spiel weiterzuhangeln. Erst drei von neun Partien innerhalb weniger als eines Monats bis zur nächsten Länderspielpause sind gespielt. „Die beiden Ligaspiele haben wir souverän gemeistert, bei Bournemouth wäre mehr drinnen gewesen, deshalb sind wir sehr gut unterwegs“, bilanzierte Ingolitsch.
Wegen Müdigkeit jammern wolle man nicht. „Wir sehen es als Privileg, es ist herausfordernd, aber geil.“ In der Europa League haben die Grazer einen Punkt. „Marseille ist wieder über uns zu stellen, aber in dem Stadion muss man uns erst einmal schlagen. Wir hoffen, dass wir den Rückenwind mitnehmen“, so der 34-Jährige.
1:1-Torschütze Luca Weinhandl ergänzte: „Wir nehmen extrem viel Selbstvertrauen mit.“ Das trifft auch auf Ammar Helac zu, der als Nummer eins gefragt ist. „Im Derby so zurückzukommen ist unglaublich. Es ist kein Geheimnis, dass die Wochen anstrengend werden, genau so etwas kann aber der kleine Funke sein, damit eine zweite Luft entwickelt wird“, so der Tormann.
GAK-Akteure nach Verletzung „geschockt“
Im Lager des GAK galt es, das zweite Saisondebakel nach dem 0:8 bei Rapid zu verarbeiten. Die erste Niederlage im sechsten Pflichtspiel unter Gerald Scheiblehner war eine bittere. „Niederlagen gehören dazu, aus denen muss man lernen“, sagte der GAK-Coach. Ausgerechnet die Verletzung des Sturm-Tormanns habe das Spiel zum Kippen gebracht. „Wir waren geschockt, haben uns fast nicht mehr getraut, in die Zweikämpfe zu gehen, aber von dem leben wir. Unsere Stärke ist zu unserer Schwäche geworden. Unser Defensivverhalten war nicht ausreichend“, analysierte der 49-Jährige.
Seine Spieler nahm er aber in Schutz, zumal das Miterleben einer so schweren Verletzung etwas mit einem mache und sie auch nur Menschen seien. Er selbst zeigte auch eine menschliche Seite.
„Es gibt Momente, wo du nicht mehr so einwirken kannst, wie du das willst. Ich muss schauen, dass ich mit solchen Situationen in Zukunft besser umgehe.“ Noch schwieriger war es für Italiano. „Es war eine schreckliche Situation, ich wünsche ihm das Beste und eine schnelle Genesung“, so der Offensivspieler. Cvetko erlebte trotz seines Tores „eines der bittersten, wenn nicht das bitterste Spiel“ seiner Karriere. „Dass man so auseinanderbricht, das darf nicht passieren.“
Admiral Bundesliga, neunte Runde
Sonntag:
Sturm – GAK 6:1 (3:1)
Stadion Graz-Liebenau, 17.250, SR Weinberger
Toprfolge:
0:1 Cvetko (10.)
1:1 Weinhandl (37.)
2:1 Heil (39.)
3:1 O. Diakite (41.)
4:1 O. Diakite (49.)
5:1 O. Diakite (51.)
6:1 Gorenc Stankovic (75.)
Sturm: Chudjakow (28./Helac) – Malic, Quarshie (59./Vallci), Koller – Heil, Weinhandl (72./Halwachs), Gorenc Stankovic, Balbo (59./Hödl) – Matoshi, S. Seidl – O. Diakite (59./Wlodarczyk)
GAK: Stankovic – B. Owusu, Sollbauer, Oberleitner – Anderson (46./Trummer), Michorl, Cvetko (76./Koch), Klassen (76./Mandey) – Italiano, Lichtenberger (46./Grosse) – Hofleitner
Gelbe Karten: O. Diakite, Halwachs bzw. Grosse, Hofleitner