„Dass die Mannschaft das gleich so umsetzt...“ Der Kniff von Eintracht-Trainer Adi Hütter geht auf
Hütters Standard-Plan geht bei Eintracht sofort auf
Stand: 27.07.2026, 13:28 Uhr
Die Standardsituationen von Eintracht Frankfurt strahlen nicht immer die erhoffte Gefahr aus. Ändert sich das unter Trainer Adi Hütter?
Salzburg/Grassau – Neun Minuten war das Testspiel erst alt, da durfte Eintracht Frankfurt gegen Trabzonspor (3:0) erstmals jubeln. Can Uzun hatte eine Ecke kurz auf Ritsu Doan ausgeführt und sich sofort freigelaufen. Der Japaner nahm das Leder an, wackelte kurz einen Schritt Richtung Grundlinie und passte präzise und scharf in die Mitte, wo Hugo Larsson mit der Hacke ein Traumtor erzielte.

Trainer Adi Hütter war die gute Laune nach diesem Erfolg in Salzburg, wo die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wurde, anzusehen: „Wir haben am Vormittag Standards trainiert. Dass die Mannschaft das gleich so umsetzt, ist natürlich erfreulich.“ Wird eine Schwäche der jüngeren Vergangenheit in Zukunft wieder zu einer Stärke?
Hütter weiß um die Wichtigkeit von Standardsituationen
Hütter jedenfalls weiß um die Wichtigkeit des ruhenden Balles: „Standardsituationen sind im Fußball nicht mehr wegzudenken. Sie können ein Spiel in beide Richtungen komplett drehen. Es ist sehr wichtig, dass eine Mannschaft über Standards erfolgreich ist.“ Genau dieses Element hat den Hessen im Jahr 2026 nahezu komplett gefehlt.
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Am 17. Spieltag fand bei der Niederlage in Stuttgart ein Eckball von Doan den Kopf von Rasmus Kristensen – noch unter der Regie von Dino Toppmöller. Obwohl dessen Nachfolger Albert Riera stets die Bedeutung von ruhenden Bällen hervorgehoben hat, spielten sie im Normalfall keine Rolle. „Standardsituationen machen etwa 30 Prozent im Fußball aus, offensiv wie defensiv. Also arbeiten wir natürlich auch daran“, hatte der Spanier angekündigt.
Passiert ist daraus zu wenig. Hütter will an dieser Stellschraube drehen. In der Saison 2019/20 war der ruhende Ball Fundament für den souveränen Klassenerhalt. Die Frankfurter konnten den Abgang der Büffelherde Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic nicht sofort auffangen. Martin Hinteregger erzielte alleine acht Saisontore im Anschluss an eine Ecke. Der frühere Publikumsliebling war in der Mitte kaum zu verteidigen.
Und die Ecken von Filip Kostic hatten, auch im Zusammenspiel mit Daichi Kamada, eine außergewöhnliche Qualität. Die Eintracht von heute hat aber auch Spieler, die in die Fußstapfen treten können. Doan hat ein feines Füßchen, Uzun ebenfalls. Solange Fares Chaibi noch bei den Frankfurtern ist, kann auch er das Leder gefühlvoll in die Mitte bringen. Es gibt also Gründe, um hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.