Hype um Aperol Spritz: Beliebte Kette serviert jetzt Aperol-Pasta


Prosecco, Aperol, ein Schuss Soda, Eis und eine Orangenscheibe: Mehr braucht es nicht – und im Lokal ist er in kürzester Zeit serviert. Früher war das Trendgetränk ein Highlight im Italien-Urlaub, heute gibt’s Aperol an jeder Ecke. Geschmacklich liegt er zwischen spritzig und leicht herb, mit feiner Bitternote. Weil der Likör als appetitanregend gilt, landet er oft auch tagsüber im Glas. 

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Entstanden ist der Aperol im Jahr 1912, als die italienischen Brüder Luigi und Silvio Barbieri das Likörunternehmen ihres Vaters erbten. Sie beschlossen, eine neue Spirituose unter dem Namen Aperol, abgeleitet vom frz. Wort „Apéro“ (Aperitif), zu kreieren. Ganze sieben Jahre sollen die beiden experimentiert haben, 1919 stellten sie ihn bei einer Ausstellung in Padua vor: ein Bitterlikör, u. a. aus Enzian, Rhabarber, Bitterorangen, Chinarinde und aromatischen Kräutern. In den 50ern mixte man ihn mit Prosecco und Mineralwasser.

Ein Drink, der Anklang fand, aber zunächst nur im Nordosten Italiens. Erst als Campari Aperol 2003 übernahm, kam es zum weltweiten Erfolg. Nur in den USA nicht: „Die Hälfte der Amerikaner hat noch nie von Aperol Spritz gehört“, sagte Simon Hunt, CEO von Campari-Milano  in einem Podcast.

In Europa ist der Spritz hingegen so erfolgreich, dass Campari sich mit Imitaten herumschlagen muss. Das EU-Amt für geistiges Eigentum untersagte etwa den Namen „Aperbitter“ für  Bittergetränke. Billigere Eigenmarken von Diskontern könne man jedoch nicht verhindern, heißt es von Campari.

Der Konzern startete zudem ein „Treueprogramm“ in Italien Mehr als 2.000 Gaststätten nehmen am Programm „Aperol Spritz L’Originale“ teil und verbürgen sich, den Drink ganz klassisch zu mixen. Zu 3 Teilen Prosecco kommen 2 Teile Aperol, 1 Teil Soda plus Eis und Orangenschale.

Aperol als Zutat

Immer wieder wird das Getränk neuinterpretiert: Es gibt ihn in Form von Slush Eis, als Frozen Aperol oder sogar als Bier-Mixgetränk (z.B. Bier-Spritz von Ottakringer, ein Mix aus Bitterorangenlimonade und Hopfen.) Manche Lokale werten zudem ihre Gerichte mit Aperol auf. Die Pizza-Kette L’Osteria serviert derzeit in Österreich Spaghetti all’Aperol (bis inkl. 27.7.), eine Pasta mit Aperol, Orangen-Rahm-Sauce, Chili, Weißwein, Karottenjulienne, Pfeffer, italienischem Hartkäse und Basilikum. 

„Ausgangspunkt war eine Rezeptur mit frisch gepresstem Orangensaft und  abgeriebener Orangenschale. Dann kam eher spontan die Überlegung  auf: Warum nicht Orange mit Aperol kombinieren? Diese beiden Komponenten passen geschmacklich hervorragend zusammen“, sagt Samantha Dörfler, die Presseverantwortliche von L’Osteria. Auch in Desserts kommt Aperol zum Einsatz – zum Beispiel in Torten (z.B. im Adlerhof in Wien).

Aperol in der Mode- und Beauty-Welt

Nicht nur auf Speise- und Getränkekarten ist der Aperol präsent, auch in der Modewelt sorgt der leuchtende Orangeton weiterhin für Aufmerksamkeit. Zuletzt lief etwa Model Candice Swanepoel in einem aperolfarbenen Kleid für Gucci über den Laufsteg.  „Aperol-Orange ist eine warme, lebendige Farbe, die sonnig und sexy zugleich wirkt. Sie vermittelt das Gefühl, dem Alltag zu entfliehen, und weckt unsere Sehnsucht nach Genuss und Reisen“, sagte Dani Read, die Designchefin der Marke Cosabella gegenüber Instyle.

Ein Glas Aperol-Bier mit Zitronenscheiben auf einem silbernen Tablett.

Auch Vogue-Legende Anna Wintour zeigte sich kürzlich bei der Fashion Show von Louis Vuitton in einem aperolfarbenen Blazer. Ebenso angesagt: Aperol Spritz Nails. Mit ihren warmen Orange-, Korall- und Pfirsichtönen wirken sie lebendiger als klassische Nude-Nägel, zugleich aber deutlich dezenter und eleganter als grelle Neonfarben. Sie harmonieren besonders gut mit weißen Sommerkleidern, Goldschmuck und Basttaschen.

Liisa Mikkola

Über Liisa Mikkola

Redakteurin und Digital Producer beim KURIER und freizeit.at, dem Digitalformat der KURIER freizeit.