Mehrjährige Vollsperrung „unvermeidlich“: Wichtige Brücke in München wird erneuert – Zeitplan steht
Stand: 18.07.2026, 12:00 Uhr
Kommentare
Die Tierparkbrücke in München wird von 2027 bis 2028 komplett neu aufgebaut. Danach können erstmals Midibusse über das Bauwerk zum Tierpark-Haupteingang fahren.
Sendling – Breiter und auch von schweren Fahrzeugen befahrbar: So soll die Tierparkbrücke werden. Doch dafür muss das Bauwerk erst einmal für zwei Jahre gesperrt werden. Wie das Ganze abläuft, hat nun Daniela Schaufuß vom Baureferat im Bezirksausschuss Sendling vorgestellt.

Bauarbeiten ab 2027: Tierparkbrücke in München wird zwei Jahre voll gesperrt – danach fahren Busse
Wie Schaufuß erklärt, wird nun 2027/2028 mit der bereits für 2026 vorgesehenen Ertüchtigung der Thalkirchner Brücke begonnen. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Sanierung, sondern um einen grundlegenden Neuaufbau. Und das ist nicht so ganz einfach. Zum einen müssen die Planer den gestiegenen Anforderungen des Hochwasser- und Naturschutzes gerecht werden. Zum anderen muss aus urheberrechtlichen Gründen die typische, filigran wirkende Holzkonstruktion des Architekten erhalten bleiben. Nach Abschluss der Planungsarbeiten soll im Oktober 2026 die Genehmigung des Projekts durch den Stadtrat erfolgen.
Immer gut informiert: Unsere neuen tz-Stadtteil-Newsletter
tz.de ist jetzt noch lokaler: Neben unserer ausführlichen München-Berichterstattung haben wir auch neue Stadtteil-Newsletter gestartet. Sie wollen aktuelle Themen aus dem Südosten, dem Norden, dem Südwesten oder aus der Innenstadt Münchens direkt per E-Mail bekommen? Das ist jetzt möglich.
► Der Newsletter „München Südwest“ informiert über Sendling, Sendling-Westpark, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln und Hadern. Hier geht es zur Anmeldung.
► Der Newsletter „München City“ behandelt alle Themen aus den Bezirken Altstadt-Lehel, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt und Schwanthalerhöhe. Hier geht es zur Anmeldung.
► Der Newsletter „München Südost“ informiert über Au-Haidhausen, Obergiesing-Fasangarten und Untergiesing-Harlaching. Hier geht es zur Anmeldung.
► Der Newsletter „München Nord“ berichtet über Themen aus Schwabing-West, Milbertshofen-Am Hart, Schwabing-Freimann und Feldmoching-Hasenbergl. Hier geht es zur Anmeldung.
Ihr Stadtviertel ist (noch) nicht dabei? Keine Sorge! Auch für die anderen Bezirke in München bereiten wir weitere eigene Newsletter vor.
Die Brücke wurde ursprünglich 1904 errichtet und 1991 bereits einmal neu aufgebaut. Denn die Lebensdauer einer der Witterung ausgesetzten Holzkonstruktion beträgt nur rund 30 Jahre. Genau genommen handelt es sich bei dem knapp 200 Meter langen Bauwerk sogar um drei Brücken: über den Maria-Einsiedel-Bach, den Werkkanal und die Isar. Eine einfache Sanierung hätte laut Schaufuß ebenfalls eine zeitweilige Vollsperrung erfordert. Daher wird nun die Gelegenheit zu einem teilweisen Neubau mit höherer Kapazität genutzt.

Das anspruchsvolle Vorhaben umfasst eine Verbreiterung der Fahrbahn von 12,5 Meter auf 18,1 Meter, abgetrennte Rad- und Fußwege und eine Erhöhung der Verkehrslast von bisher drei Tonnen auf künftig 16 Tonnen. Damit wird die Brücke mit ihren derzeit durchschnittlich 10.000 Fahrbewegungen täglich auch für sogenannte Midibusse (8 bis 10 Meter lange Stadtbusse) befahrbar, sodass nach der Fertigstellung eine Verbindung von der U-Bahn zum Tierpark-Haupteingang eingerichtet werden kann. Die Brücke ist dann auch für die Feuerwehr und andere schwerere Blaulichtfahrzeuge nutzbar.
Auch Brückenpfeiler werden verbreitert – Buslinie soll zum Tierparkeingang verlängert werden
Die Verbreiterung der Brücke setzt eine Verbreiterung ihrer vor 122 Jahren errichteten Betonpfeiler voraus. Diese kann nur in Fließrichtung, also nach Norden hin, erfolgen. Auf die Brückenpfeiler werden dann mittig die neuen Stahlfachwerkonstruktionen aufgesetzt, die die Fahrbahn tragen. An diese Stahlfachwerke schließen sich nach beiden Seiten hin entsprechende Holzkonstruktionen für die Rad- und Fußwege an, sodass die neuen inneren Fachwerkelemente kaum auffallen. Das ursprüngliche Erscheinungsbild bleibt damit nahezu gleich.
Während der Bauzeit ist eine zweijährige Vollsperrung der Brücke unvermeidlich. Fußgänger und Radfahrer können zur Überquerung der Isar über den Flauchersteg im Norden oder die Marienklausenbrücke im Süden ausweichen; für Kraftfahrzeuge bleibt während dieser Zeit nur die Brudermühlbrücke im Norden oder die Grünwalder Brücke im Süden. Auch im Hinblick auf den zu erwartenden Besucherandrang im Tierpark aufgrund der angekündigten Pandabären ist an die Einrichtung einer zusätzlichen Buslinie vom Candidplatz zum Haupteingang gedacht.