Vibzz: Neues Dating-Erlebnis in Zürich mit QR-Code-Profilen


Publiziert12. Juli 2026, 07:15

Von 69-Jährigem angepingtIm echten Leben swipen: 20 Minuten macht den Selbsttest

QR-Code scannen, Profil erstellen und Leute vor Ort treffen: 20 Minuten hat das neue Zürcher Dating- und Networking-Konzept ausprobiert.

Lisa Arnold

Selina Keller

Darum gehts

Rechts wischen, matchen – und dann? Oft bleibt es beim Chat, echte Begegnungen gibt es nur selten. Zwei Zürcher wollen das ändern und haben ein Format entwickelt, um leichter neue Bekanntschaften zu knüpfen. 20 Minuten hat den Pilotanlass von «Vibzz» in der Zürcher Remise Rosa ausprobiert und mit den Menschen vor Ort gesprochen.

Die 20-Minuten-Reporterinnen Selina Keller und Lisa Arnold haben den Pilotanlass von «Vibzz» besucht.

Die 20-Minuten-Reporterinnen Selina Keller und Lisa Arnold haben den Pilotanlass von «Vibzz» besucht.20 Minuten

So funktioniert es

Besucherinnen und Besucher scannen vor Ort einen QR-Code und erstellen ein Profil. Sind die Besucherinnen und Besucher an jemandem interessiert, können sie dieser Person einen «Ping» schicken. Bei einem Match können sie zehn Minuten chatten und entscheiden, ob sie sich treffen wollen. Aber aufgepasst: Pro Anlass kann man nur drei Pings versenden.

Auf dieser Übersichtsseite erscheinen alle Profile, die am Anlass erstellt wurden.

Auf dieser Übersichtsseite erscheinen alle Profile, die am Anlass erstellt wurden.20 Minuten

«Wir sind deutlich jünger als die meisten hier»

Der Südafrikaner Johnny (25) ist erst vor einem Monat nach Zürich gezogen.

Der Südafrikaner Johnny (25) ist erst vor einem Monat nach Zürich gezogen.20 Minuten

Johnny (25) ist erst vor rund einem Monat für sein Doktorat von Südafrika nach Zürich gezogen. «Ausserhalb der Uni und meiner WG kenne ich hier noch nicht so viele Leute. Deshalb wollte ich diesen Anlass besuchen», erzählt der junge Mann. Es gehe ihm dabei hauptsächlich darum, neue Freundschaften zu schliessen.

Nelly (27) und Tiffany (23) kennen sich aus dem Studium in London. Während Tiffany in der Schweiz aufgewachsen ist, wohnt Nelly erst seit einer Woche in Zürich – sie ist für ein Praktikum in die Schweiz gezogen.

Via Instagram wurden die Freundinnen Nelly (27) und Tiffany (23) auf den Anlass aufmerksam.

Via Instagram wurden die Freundinnen Nelly (27) und Tiffany (23) auf den Anlass aufmerksam.20 Minuten

Ihnen sei aufgefallen, dass sie unter dem Altersdurchschnitt liegen. Tiffany meint: «Vielleicht würden mehr jüngere Leute teilnehmen, wenn der Anlass im Stadtzentrum oder in der Nähe der Uni stattfinden würde.»

Ähnlich sehen das die Freundinnen Marie-Lou (24) und Rachita (25). Sie studieren Architektur und Data Science in Zürich. «Wir sind deutlich jünger als die meisten hier», erzählen sie. Sie üben leise Kritik: Es sei nicht immer klar, wer wirklich daten und wer einfach nur neue Leute kennenlernen möchte.

«Mehr Hemmungen als in einer Bar»

Auch Giuliana (26) und ihre Kollegin Eleonora (27) aus Zürich sind noch nicht vollends überzeugt. Zwar finden sie die Idee grundsätzlich toll. «Es braucht aber schon sehr viel Überwindung, auf jemanden zuzugehen.» Auch ihnen ist das hohe Durchschnittsalter aufgefallen: «Es hat sehr viele ältere Leute. Es ist ein bisschen schade, dass viele gleich 20 Jahre älter sind als wir.»

Auch Sarath (34) und Sebastian (34) tun sich noch schwer damit, andere anzuschreiben. «Ich habe hier mehr Hemmungen, jemanden anzusprechen, als in einer Bar», sagt Sebastian.

Am Mittwochabend konnte man im Lokal Remise Rosa das neue Dating-Konzept testen.

Am Mittwochabend konnte man im Lokal Remise Rosa das neue Dating-Konzept testen.20 Minuten

Für seinen Kollegen Sarath sei die Situation ungewohnt: «Es ist schon ein wenig komisch, wenn man auf dem Weg zur Toilette plötzlich angestarrt wird. Man sieht ja alle Leute auf der App, und dann stehen sie plötzlich vor einem.» Trotzdem finden beide das Konzept «richtig cool und mal etwas anderes» – und würden wiederkommen.

Weil seine Kollegin kurzfristig abgesagt habe, sitzt Oskar (34) alleine am Tisch. Er wollte das Konzept einfach mal ausprobieren. «Momentan läuft es noch ein wenig harzig», erzählt er.

Oskar (34) würde wiederkommen, er wünscht sich aber eine Filterfunktion in der App.

Oskar (34) würde wiederkommen, er wünscht sich aber eine Filterfunktion in der App.20 Minuten

Er wünscht sich zusätzliche Filterfunktionen in der App: «Mir fehlt, dass man Eigenschaften wie das gewünschte Geschlecht oder die Art des Treffens einstellen kann.»

Auch wir fühlten uns «zu jung»

Das Verdikt von 20 Minuten: Als Teil der Gen Z teilen wir, Selina und Lisa, die Meinungen von Nelly und Tiffany. Auch wir haben direkt gemerkt, dass wir den Altersdurchschnitt am Anlass deutlich nach unten drückten. So hat uns beispielsweise auch ein 69-jähriger Mann «angepingt» und uns Anmachsprüche geschickt, was uns als Anfang 20-Jährige doch sehr seltsam vorkam.

Dennoch finden wir das Konzept toll. Auch die Location war unserer Meinung nach gut gewählt. Mit dem Wetter, das perfekt mitspielte, kam bei uns fast ein bisschen Ferienfeeling auf. Vielleicht braucht das Projekt noch ein wenig Zeit, um auch unter jüngeren Leuten bekannt und beliebt zu werden. Wären mehr Personen in unserem Alter dort, würden wir definitiv wiederkommen.

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Lisa Arnold

Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.

Selina Keller

Selina Keller (sek) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Redaktorin im Ressort Community

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