Vibzz: Neues Dating-Erlebnis in Zürich mit QR-Code-Profilen
Publiziert12. Juli 2026, 07:15
Von 69-Jährigem angepingtIm echten Leben swipen: 20 Minuten macht den Selbsttest
QR-Code scannen, Profil erstellen und Leute vor Ort treffen: 20 Minuten hat das neue Zürcher Dating- und Networking-Konzept ausprobiert.


Darum gehts
- Über 60 Personen waren beim Pilotanlass von «Vibzz» am 8. Juli 2026 in der Zürcher Remise Rosa gleichzeitig auf der App aktiv.
- Das Konzept der Zürcher Gründer Gianna und Pascal setzt auf temporäre Online-Profile per QR-Code, um reale Begegnungen zu erleichtern.
- Besucherinnen und Besucher wünschten sich unter anderem mehr Filterfunktionen in der App sowie Anlässe näher am Stadtzentrum.
Rechts wischen, matchen – und dann? Oft bleibt es beim Chat, echte Begegnungen gibt es nur selten. Zwei Zürcher wollen das ändern und haben ein Format entwickelt, um leichter neue Bekanntschaften zu knüpfen. 20 Minuten hat den Pilotanlass von «Vibzz» in der Zürcher Remise Rosa ausprobiert und mit den Menschen vor Ort gesprochen.

So funktioniert es
Besucherinnen und Besucher scannen vor Ort einen QR-Code und erstellen ein Profil. Sind die Besucherinnen und Besucher an jemandem interessiert, können sie dieser Person einen «Ping» schicken. Bei einem Match können sie zehn Minuten chatten und entscheiden, ob sie sich treffen wollen. Aber aufgepasst: Pro Anlass kann man nur drei Pings versenden.

«Wir sind deutlich jünger als die meisten hier»

Johnny (25) ist erst vor rund einem Monat für sein Doktorat von Südafrika nach Zürich gezogen. «Ausserhalb der Uni und meiner WG kenne ich hier noch nicht so viele Leute. Deshalb wollte ich diesen Anlass besuchen», erzählt der junge Mann. Es gehe ihm dabei hauptsächlich darum, neue Freundschaften zu schliessen.
Nelly (27) und Tiffany (23) kennen sich aus dem Studium in London. Während Tiffany in der Schweiz aufgewachsen ist, wohnt Nelly erst seit einer Woche in Zürich – sie ist für ein Praktikum in die Schweiz gezogen.

Ihnen sei aufgefallen, dass sie unter dem Altersdurchschnitt liegen. Tiffany meint: «Vielleicht würden mehr jüngere Leute teilnehmen, wenn der Anlass im Stadtzentrum oder in der Nähe der Uni stattfinden würde.»
Ähnlich sehen das die Freundinnen Marie-Lou (24) und Rachita (25). Sie studieren Architektur und Data Science in Zürich. «Wir sind deutlich jünger als die meisten hier», erzählen sie. Sie üben leise Kritik: Es sei nicht immer klar, wer wirklich daten und wer einfach nur neue Leute kennenlernen möchte.
«Mehr Hemmungen als in einer Bar»
Auch Giuliana (26) und ihre Kollegin Eleonora (27) aus Zürich sind noch nicht vollends überzeugt. Zwar finden sie die Idee grundsätzlich toll. «Es braucht aber schon sehr viel Überwindung, auf jemanden zuzugehen.» Auch ihnen ist das hohe Durchschnittsalter aufgefallen: «Es hat sehr viele ältere Leute. Es ist ein bisschen schade, dass viele gleich 20 Jahre älter sind als wir.»
Auch Sarath (34) und Sebastian (34) tun sich noch schwer damit, andere anzuschreiben. «Ich habe hier mehr Hemmungen, jemanden anzusprechen, als in einer Bar», sagt Sebastian.

Für seinen Kollegen Sarath sei die Situation ungewohnt: «Es ist schon ein wenig komisch, wenn man auf dem Weg zur Toilette plötzlich angestarrt wird. Man sieht ja alle Leute auf der App, und dann stehen sie plötzlich vor einem.» Trotzdem finden beide das Konzept «richtig cool und mal etwas anderes» – und würden wiederkommen.
Weil seine Kollegin kurzfristig abgesagt habe, sitzt Oskar (34) alleine am Tisch. Er wollte das Konzept einfach mal ausprobieren. «Momentan läuft es noch ein wenig harzig», erzählt er.

Er wünscht sich zusätzliche Filterfunktionen in der App: «Mir fehlt, dass man Eigenschaften wie das gewünschte Geschlecht oder die Art des Treffens einstellen kann.»
Auch wir fühlten uns «zu jung»
Das Verdikt von 20 Minuten: Als Teil der Gen Z teilen wir, Selina und Lisa, die Meinungen von Nelly und Tiffany. Auch wir haben direkt gemerkt, dass wir den Altersdurchschnitt am Anlass deutlich nach unten drückten. So hat uns beispielsweise auch ein 69-jähriger Mann «angepingt» und uns Anmachsprüche geschickt, was uns als Anfang 20-Jährige doch sehr seltsam vorkam.
Dennoch finden wir das Konzept toll. Auch die Location war unserer Meinung nach gut gewählt. Mit dem Wetter, das perfekt mitspielte, kam bei uns fast ein bisschen Ferienfeeling auf. Vielleicht braucht das Projekt noch ein wenig Zeit, um auch unter jüngeren Leuten bekannt und beliebt zu werden. Wären mehr Personen in unserem Alter dort, würden wir definitiv wiederkommen.
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Lisa Arnold (lia) arbeitet seit März 2026 bei 20 Minuten als Praktikantin im Ressort Zürich.

Selina Keller (sek) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Redaktorin im Ressort Community
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