Im Oktober: Die Draconiden kommen – Sternschnuppen-Maximum steht unmittelbar bevor


Im Oktober Die Draconiden kommen – Sternschnuppen-Maximum steht unmittelbar bevor

Trier · Bald gibt es am Himmel über der Region wieder was zu sehen. Überreste des Kometen Giacobini-Zinner streifen dann unsere Atmosphäre. Worauf sich Beobachter mit etwas Glück freuen können.

07.10.2026 , 08:01 Uhr

Anfang Oktober sind die Draconiden am Himmel zu erkennen.

Foto: dpa/Peter Komka

Jedes Jahr zwischen dem 6. und 10. Oktober lassen sich die Sternschnuppen der Draconiden am Himmel erblicken. Die Draconiden sind Staubteilchen des Kometen 21P/Giacobini-Zinner, der alle sechseinhalb Jahre die Sonne umkreist. Einmal im Jahr durchquert die Erde seine Umlaufbahn und sammelt dabei seine Überreste auf, die in unserer Atmosphäre als Sternschnuppen verglühen.

Der Name Draconiden stammt vom Sternbild des Drachen, aus dessen Richtung die Sternenschnuppen kommen. Dieser sogenannte Radiant liegt zwischen den beiden hellsten Sternen des Bildes, Etamin und Alwaid.

Wie viele Sternschnuppen sind während der Draconiden 2026 zu sehen?

Die Menge der sichtbaren Sternschnuppen ist jedes Jahr unterschiedlich. Je nachdem, wie weit sich der Komet bereits vom Treffpunkt der beiden Umlaufbahnen entfernt hat oder ob andere Himmelskörper die Umlaufbahn des Kometen bereits leergeräumt haben, sind es mehr oder weniger Sternschnuppen.

In schlechten Jahren fallen nur zwei Sternschnuppen pro Stunde. In guten Jahren, wie 2011, wurden bis zu 300 Sternschnuppen pro Stunde gezählt. Die größten Spektakel spielten sich bisher 1933 und 1946 ab. Damals wurden knapp 10.000 Sternschnuppen in der Stunde gesichtet, etwa drei pro Sekunde. In diesem Jahr soll die Nacht jedoch vergleichsweise mau ausfallen. Für die Region Trier werden fünf Sternschnuppen pro Stunde erwartet. Das berichtet das astronomische Onlinemagazin timeanddate.

Wann und wo sind die Draconiden am besten zu beobachten?

Der Höhepunkt der Draconiden wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober erwartet. Dann verglühen besonders viele Bruchstücke des Kometen 21P/Giacobini-Zinner in unserer Atmosphäre. In dieser Nacht sind sie am besten zu sehen. Die Meteore lassen sich aber auch um das genannte Datum herum entdecken.

Der Mond steht den Betrachtern dabei nicht im Weg. Er liegt laut timeanddate bei einer Beleuchtung von nur einem Prozent. Das kommt daher, dass am 10. Oktober Neumond ist. Sofern das Wetter es möchte, steht der Beobachtung der Draconiden also nichts im Weg.

Anders als andere Meteorschauer sind die Draconiden bereits kurz nach Sonnenuntergang aktiv und daher vor allem auf der Nordhalbkugel gut zu sehen. Auf der Südhalbkugel sind sie eher schwer zu beobachten. Ab 19 Uhr erreicht der Schauer seinen Höhepunkt und der Radiant steht hoch am Himmel. Die Sternschnuppen werden aber nicht ausschließlich dort zu sehen sein. Sie strömen über den gesamten Himmel.

Tipps zum Beobachten der Draconiden

Wer viele Sternschnuppen sehen will, sollte sich an einen möglichst dunklen Ort mit so wenigen Lichtquellen wie möglich begeben. Ob das nun die Weinberge oder ein Feld sein mag, ist egal. Für alle, die wirklich sichergehen wollen, wäre der Sternpark Eifel eine gute Option. Da der Himmel dort weitaus dunkler ist, lässt sich der Sternschnuppenregen wesentlich besser erkennen, als es beispielsweise in Trier der Fall wäre.

Wer nur einen Ort sucht, an dem es dunkel genug ist, um die Draconiden zu erkennen, kann bei den SternenBlicken vorbeischauen. Das sind frei zugängliche Aussichtspunkte, die speziell zum Beobachten von Himmelsereignissen da sind.

Was sind Sternschnuppen eigentlich?

Eine Sternschnuppe ist kein fallender Stern, sondern ein kleines Steinchen. Viele dieser Teile kommen ursprünglich von Kometen, die auf ihrer Bahn um die Sonne die Steinchen fallen lassen. Dabei hinterlassen sie quasi eine „Staubwolke“. Sobald die Erde auf ihrer Umlaufbahn durch eine solche Staubwolke kommt, geraten die Steinchen mit extrem hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre. Dort stoßen sie mit den Luftmolekülen zusammen, die sich innerhalb der Atmosphäre befinden. Bei dem Aufeinandertreffen entsteht Reibung, die die Luftmoleküle erhitzt und zum Glühen bringt. Auf der Erde kann das als heller Lichtstreifen am Himmel beobachtet werden, den wir Sternschnuppe nennen.

Die kleinen Staubkörnchen werden Meteoroiden genannt. Die eigentliche Schnuppe im Prozess des Verglühens heißt Meteor. Sollte es ein Steinchen tatsächlich schaffen, bis auf die Erdoberfläche zu fallen, wird es als Meteorit bezeichnet.

Auch der Begriff „Sternschnuppe“ hat einen Hintergrund. Früher bezeichneten die Menschen das verkohlte Ende eines Kerzendochts als Schnuppe. Der Docht glühte noch einmal auf, bevor er endgültig erloschen ist. So haben die Sternschnuppen ihren Namen erhalten.