In keiner anderen deutschen Stadt wird mehr gekokst als in Frankfurt – was die Politik dagegen tun will
Stand: 10.10.2026, 18:00 Uhr
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Von 2017 bis 2025 sind die Spuren von Kokain im Frankfurter Abwasser um 70 Prozent gestiegen. Doch den Ursachen kann die hessische Landesregierung nur schwer begegnen.
Frankfurt – Frankfurt führt deutschlandweit beim Kokain-Konsum pro Kopf. Eine kleine Anfrage der FDP im hessischen Landtag von Mitte Juli beleuchtet die Reaktion der Landesregierung auf diese Entwicklung. Die Anfrage bezieht sich auf eine Studie der Europäischen Drogenagentur (EUDA), die Drogenrückstände im Abwasser für das Jahr 2025 untersucht. Frankfurt liegt bei Kokain an der Spitze, gefolgt von Hamburg und Berlin. Niederländische Städte wie Antwerpen verzeichnen jedoch fast doppelt so hohe Werte. Bei Methamphetamin, MDMA und Ketamin führen andere deutsche Großstädte.
Seit 2017 stiegen die Kokainwerte in Frankfurts Abwässern um 70 Prozent, stellt die Anfrage mit Bezug auf die Studie fest. Die Landesregierung erklärt dies mit dem niedrigen Straßenpreis, der erhöhten Verfügbarkeit, veränderten Konsummustern und Entwicklungen im internationalen Drogenhandel. Der Anstieg des Kokainkonsums beschränke sich nicht auf Frankfurt, so die Antwort des Landes, sondern spiegele einen allgemeinen Trend wider. Zudem dominiere die Kokain-Base Crack im Frankfurter Bahnhofsviertel, was die Abwasserwerte beeinflusst.
Hessen will im Bahnhofsviertel gegen den Kokain-Handel durchgreifen
Die von der Frankfurter Stadtpolizei erfassten Kokain-Delikte stiegen nicht im gleichen Maße wie der Konsum. 2020 wurden 1115 Fälle von Besitz oder Erwerb registriert, fünf Jahre später 1058. 2023 sticht mit 1404 Fällen hervor. Besitz, Handel, Schmuggel und Einfuhr von Kokain in nicht geringer Menge sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Die Landesregierung vermutet eine hohe Verfügbarkeit von Kokain, bedingt durch gestiegene Einfuhrmengen.

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Zur Reduzierung des Kokainkonsums in Frankfurt führt die Landesregierung einen Sieben-Punkte-Plan und ein Sofortprogramm für das Bahnhofsviertel an. Repressive Maßnahmen umfassen verstärkte Polizeipräsenz, Kontrollen, Videoüberwachung und Razzien. Ermittlungen gegen Tätergruppen des organisierten Kokainhandels und Finanzermittlungen sollen kriminelle Strukturen schwächen. Präventive Maßnahmen zielen darauf ab, Wohnungslosigkeit zu senken und Drogenberatungsstellen als Auswege aus der Sucht zu etablieren. Dazu gehören vom Land geförderte Präventionsstellen und die Koordinierungsstelle Suchtprävention bei der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen.
Digitale Beratung als Anlaufstelle auch bei Freizeit-Konsum
Die digitale Plattform „DigiSucht“ richtet sich an Gelegenheitskonsumierende und bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratung ohne Angst vor Stigmatisierung. Die Online-Beratung klärt nicht nur über Drogenkonsum auf, sondern auch über Glücksspiel und Medienkonsum. Sie ist unter www.suchtberatung.digital abrufbar.