Trump postet zwei bizarre KI-Videos und prahlt mit Angriff auf Iran-Insel Charkt: „In Stücke zerrissen“


„In Stücke zerrissen“: Trump prahlt mit der Zerstörung der Iran-Insel Chark – und zwei bizarren KI-Videos

Stand: 31.08.2026, 23:12 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Auf Chark leben fast zwanzigtausend Menschen – ein echter Angriff auf die Ölinsel hätte im Iran-Krieg globale Folgen für die Energiemärkte.

Washington – So hält Donald Trump die Öffentlichkeit im Iran-Krieg „informiert“ – mit kontextlosen Behauptungen, unterfüttert mit KI-Videos. „Die Insel Chark wird in Stücke gerissen!!!“, schrieb der US-Präsident am Sonntag (30. August 2026) auf Truth Social. Kein Briefing, kein Statement, kein Kontext. Nur dieser Satz – und gleich zwei Videos mit gewaltigen Explosionen über einem Ölfeld.

Donald Trump postete dieses KI-Video (Screenshot).

Donald Trump postete dieses KI-Video (Screenshot). ©  @realDonaldTrump auf Truth Social

Beide Videos sind offensichtlich KI‑generiert. So sind etwa Explosionen perfekt symmetrisch. Auch Reuters prüfte die Aufnahmen mit einer Software zur Erkennung KI-generierter Bilder – das Ergebnis war eindeutig. Eines der Videos zeigt einen Bordschützen, der aus einem Flugzeugfenster auf ein brennendes Ölfeld blickt, das andere eine Raketensalve auf eine Küstenanlage. Ob Trumps Team die Clips selbst produzierte oder sie von Follower-Accounts übernahm, ist laut Forbes unklar. Auch das Weiße Haus und das US-Verteidigungsministerium reagierten zunächst nicht auf Anfragen. Aus dem Iran kamen ebenfalls keine Stellungnahmen. Unabhängige Belege für einen tatsächlichen Angriff auf Chark gibt es bislang nicht.

Insel Chalk im Iran-Krieg: strategisches Nadelöhr im Persischen Golf

Die Insel Chark liegt im nördlichen Persischen Golf, mehr als 600 Kilometer nordwestlich der Straße von Hormus. Rund 20.000 Menschen – die meisten Ölarbeiter – leben dort. Vor Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 liefen über die drei großen Energiehubs der Insel 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Ein echter Angriff auf diese Anlagen würde die iranische Wirtschaft massiv treffen – und gleichzeitig die ohnehin angespannten globalen Energiemärkte weiter erschüttern, wie dpa berichtet.

Tatsächlich griffen US-Streitkräfte am selben Wochenende an – allerdings nicht Chark. Das US-Zentralkommando CENTCOM bestätigte eine „begrenzte, präzise Aktion“ gegen Minenlegekräfte der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) auf der Insel Larak, die eine unmittelbare Bedrohung für die Straße von Hormus darstellten. Larak liegt nahe der Straße von Hormus – also weit entfernt von Chark. Ob Trump die beiden Inseln in seinem Post verwechselte, ist laut Forbes unklar. Es waren die ersten bekannten US-Militärschläge seit Ende Juli, so dpa. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf zwei US-Stützpunkte in Jordanien. Jordaniens Streitkräfte fingen acht Raketen ab – sie wurden zerstört, bevor sie „eine Bedrohung für Bürger oder Eigentum darstellten“, erklärte das jordanische Militär.

Parallel zum militärischen Schlagabtausch verschärfen die USA den Wirtschaftsdruck auf Teheran. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte gegenüber Reuters an, die Sanktionen massiv auszuweiten: „Wir fangen mit den Banken an und sagen ihnen, dass es nicht in Ordnung ist, iranisches Geld zu halten und das Regime zu unterstützen.“ Und weiter: „Davon werdet ihr jede Woche noch viel mehr sehen.“ (Quellen: dpa, Donald Trump auf Truth Social, Reuters, Forbes) (cgsc)