Umstrittene Aufrüstung: Indonesien erhält ersten Flugzeugträger
Indonesien erhält ersten Flugzeugträger für 450 Millionen US-Dollar
Stand: 18.09.2026, 13:35 Uhr
Indonesien erhält mit der „Giuseppe Garibaldi“ erstmals einen Flugzeugträger. Das ausgemusterte italienische Kriegsschiff soll vor allem Hubschrauber und Drohnen einsetzen.
Jakarta – Die ehemalige italienische „Giuseppe Garibaldi“ ist im Hafen Tanjung Priok in Jakarta angekommen. Damit steht Indonesien vor der offiziellen Übernahme des ersten Flugzeugträgers seiner Marine. Bei der Einfahrt in den Hafen fuhr das Schiff noch unter italienischer Flagge. Die formelle Übergabe und der Flaggenwechsel sollen Ende September folgen.
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Verwirrung entstand um den Namen des Schiffs. Zunächst war von „KRI Gajah Mada“ die Rede, später legte sich die Marine auf „KRI Sriwijaya“ fest.

Der 1985 in Dienst gestellte leichte Flugzeugträger war rund vier Jahrzehnte für Italien im Einsatz und wurde 2024 außer Dienst gestellt. Den Rumpf erhält Indonesien nach Angaben seines Verteidigungsministeriums unentgeltlich. Für Übernahme, Umbau und die nötige Betriebsausrüstung können dennoch hohe Kosten entstehen.
Indonesien hat dafür etwa 450 Millionen US-Dollar Budget eingeplant. Eine Rückkehr zur früheren Rolle als Träger bemannter Kampfflugzeuge ist nach den bisher veröffentlichten Plänen nicht vorgesehen. Italien setzte von dem Schiff unter anderem Senkrechtstarter vom Typ AV-8B Harrier II ein. Indonesien will das Flugdeck künftig dagegen für Hubschrauber und Drohnen nutzen.
Strategischer Wert ist umstritten
Eine wichtige Rolle soll dabei die Katastrophenhilfe spielen. Die Regierung nennt insbesondere Einsätze gegen Wald- und Flächenbrände. Präsident Prabowo Subianto sprach von bis zu zehn mittelgroßen Hubschraubern, die von dem Schiff aus operieren und jeweils vier bis fünf Tonnen Wasser transportieren könnten. Auch maritime Patrouillen und Präsenzfahrten sind als Aufgaben vorgesehen.
In Indonesien wird über die Kosten und den Nutzen des Projekts diskutiert. Kritiker verweisen auf langfristige Ausgaben für Modernisierung, Wartung, Personal, Ausbildung und Luftfahrzeuge. Es wird außerdem befürchtet, dass sich wenig Anwendungsmöglichkeiten für den Flugzeugträger finden lassen, und dieser überwiegend im Hafen liegen wird.