FIFA bestätigt beispiellose Pläne zum Verkauf von WM-Anteilen – Milliarden-Gewinne für Weltverband erwartet


FIFA bestätigt milliardenschweren WM-Plan und lockt Mitglieder mit Geldversprechen

Stand: 28.07.2026, 21:12 Uhr

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FIFA-Präsident Infantino setzt – wohl mithilfe des Trump-Klans – den Ausverkauf des Fußballs fort. Die Mitglieder werden mit Millionensummen gelockt.

Frankfurt am Main – Update vom 28. Juli, 21.02 Uhr: In einem eilig zusammengeschusterten Pressestatement (bislang nur auf Englisch und Spanisch) hat die FIFA ihren Milliardenplan bestätigt – und den Mitgliedsverbänden ordentlich Geld versprochen. Unter „vollständiger Kontrolle durch die FIFA“ wolle man „langfristige Investitionen“ in den Sport bringen. Dafür will man „im Falle einer Zustimmung“ die Tochtergesellschaft „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) gründen, „in der die kommerziellen Aktivitäten und Veranstaltungsabläufe der FIFA gebündelt werden“.

Gianni Infantino freut sich über seinen bevorstehenden Milliarden-Deal.

Standard-Template Artikelbild BU Sport (3).jpg © picture alliance/dpa/PA Wire | Bradley Collyer

Durch externe Investoren will man noch in diesem Jahr „bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar“ einnehmen. Damit soll das „FIFA-Fast-Forward-Programm“ (FFFP) finanziell ausgestattet werden, worüber Gelder an die Mitgliedsverbände ausgeschüttet werden sollen. Und um den bevorstehenden WM-Ausverkauf schmackhaft zu machen, haben es die Zahlen in sich. Bis zu 66 Millionen US-Dollar soll jeder Verband gestaffelt bis 2034 über FFFP erhalten, 20 Millionen Dollar sofort nach dem möglichen Anteilsverkauf.

Erstmeldung vom 28. Juli, 17.55 Uhr: Wer sich während der Fußball-Weltmeisterschaft gefragt hat, wie dreist Gianni Infantino noch werden kann, hat jetzt wohl seine Antwort. Ein Bericht von The Times spricht davon, dass der FIFA-Präsident Teile der Weltmeisterschaften der Frauen und Männer sowie der Klub-WM an private Investoren verkaufen will. Mittendrin: der Trump-Klan.

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Verhandlungen zwischen einem möglichen Investor und der FIFA laufen laut der Financial Times schon seit einigen Monaten und müssten wohl nur noch abgesegnet werden. Beim potenziellen Anteilskäufer soll es sich um den Fonds Thrive Eternal handeln, dem Joshua Kushner vorsteht – seines Zeichens Bruder von Jared, der mit Trump-Tochter Ivanka verheiratet ist und zuletzt mit umweltzerstörerischen Plänen in Albanien für Schlagzeilen sorgte.

UEFA verurteilt Infantino- und FIFA-Pläne zum WM-Anteilsverkauf scharf

Für seine Pläne, so The Times, wolle Infantino ein Unternehmen gründen, das die kommerziellen Rechte an den Fußball-Weltmeisterschaften der Frauen und Männer sowie der Klub-WM übernehmen soll. Davon sei wiederum geplant, 20 bis 30 Prozent an private Investoren zu verkaufen – also an Joshua Kushner und Co. Die Mehrheit der Anteile verbleibe bei der FIFA, doch auch die 211 Mitgliedsverbände bekämen einen Teil davon ab.

Die an Mitglieder verteilten Anteilsgrößen sollen in der Summe 20 Prozent ergeben, was an dieser Stelle durchaus Grund zur Sorge sein darf. Denn die einzelnen Verbände dürften den Berichten zufolge über ihre Anteile frei verfügen, diese also auch verkaufen. Ein potenzielles Einfallstor für weitere Investoren, die möglichst viele Beteiligungen am neuen FIFA-Unternehmen akkumulieren wollen.

Ein Verkauf der Anteile an Investoren in Milliardenhöhe brächte nötiges Geld, um die von Infantino bereits ins Spiel gebrachte weitere Aufstockung der Männer-Weltmeisterschaft zu finanzieren. Dazu könnte dieser seine Macht länger sichern. Während das Amt des FIFA-Präsidenten per Wahl vergeben wird, lässt sich über die Gestaltung der Geschäftsführerbestimmung im ausgegliederten Unternehmen derzeit nur spekulieren. Doch eine Regelung zugunsten Infantinos scheint nahezuliegen.

Kritik an den FIFA-Plänen – oder eher Infantino-Plänen – ließ nicht lange auf sich warten. Die UEFA reagierte schnell und deutlich: „Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften.“ „Die Seele und die Führung des Fußballs“ sei keine Handelsware, so die UEFA weiter, die zudem die „völlige Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert“ anprangerte. (sch)