Infratest dimap: AfD baut in Mecklenburg-Vorpommern Vorsprung auf SPD aus


Die AfD liegt in Mecklenburg-Vorpommern fünf Prozentpunkte vor der SPD. Amtsinhaberin Manuela Schwesig sticht ihren AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm jedoch klar aus.

Quelle: DIE ZEIT, AFP,

ale

Aktualisiert am 10. September 2026, 18:23 Uhr

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Infratest dimap: Leif-Erik Holm, AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern
Leif-Erik Holm, AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern © Markus Scholz/​dpa

Weniger als zwei Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die AfD ihre Führung auf die SPD laut einer Umfrage ausbauen können. Wie aus Zahlen des Instituts Infratest dimap hervorgeht, liegt die oppositionelle AfD mit 38 Prozent deutlich vor den regierenden Sozialdemokraten (33 Prozent). Beide Parteien haben ihre Werte damit gegenüber der vorherigen Umfrage verbessern können – die SPD allerdings lediglich um einen Prozentpunkt, die AfD um drei. 

Die CDU könnte demnach mit nur sieben Prozent rechnen, die Linke mit neun Prozent und die Grünen mit fünf Prozent. Das BSW käme auf vier Prozent, auch die FDP würde an der Fünfprozenthürde scheitern. Gegenüber der Wahl im Jahr 2021 würde die SPD somit knapp sieben Prozentpunkte verlieren, die AfD hingegen ihr Ergebnis mehr als verdoppeln (2021: 16,7 Prozent). Größter Verlierer gegenüber 2021 wäre die CDU, die nur auf gut halb so viele Stimmen käme wie bei der Wahl vor fünf Jahren.

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AfD-Kandidat Holm kann persönliche Werte leicht verbessern

Bei den persönlichen Umfragewerten der Spitzenkandidaten von SPD und AfD liegen die Sozialdemokraten klar in Führung. Würde der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin direkt gewählt, käme Amtsinhaberin Manuela Schwesig (SPD) auf 59 Prozent. Ihr Herausforderer, AfD-Landeschef Leif-Erik Holm, würde hingegen 28 Prozent erhalten. Damit konnte er seine Werte allerdings gegenüber der Umfrage in der Vorwoche verbessern: Schwesigs Vorsprung ist demnach von 35 Prozentpunkten auf 31 Prozentpunkte gesunken.

Auch bei der Koalitionsfrage steht die SPD trotz ihres geringeren Umfragewerts besser da als die AfD. So wünscht sich eine Mehrheit von 55 Prozent eine von den Sozialdemokraten geführte Landesregierung. Lediglich knapp jeder Dritte (32 Prozent) würde eine von der AfD geführte Regierung bevorzugen. 

SPD-Mehrheit mit Grünen und CDU oder Rot-Rot-Grün möglich

Sollte das Wahlergebnis so ausfallen wie in der Umfrage, könnte die SPD eine Mehrheit entweder mit Unterstützung von CDU und Grünen oder von Linken und Grünen bilden. Aktuell führt Schwesig eine Koalition mit den Linken. In der Amtsperiode vor 2021 regierte die Sozialdemokratin allerdings mithilfe der CDU.

Die Umfrage wurde von Infratest dimap im Auftrag der ARD erstellt. Dafür wurden zwischen Montag und Mittwoch 1.556 Menschen telefonisch sowie online befragt. Die Fehlertoleranz wird mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

Über die Unsicherheiten von Umfragen

Wahlumfragen sind immer nur Momentaufnahmen der politischen Stimmung. Da nie alle Wahlberechtigten, sondern nur eine Stichprobe befragt wird, unterliegen die Umfragen außerdem statistischen Schwankungen. Um ein möglichst repräsentatives Meinungsbild zu vermitteln, kombiniert der Wahltrend der ZEIT die Werte aller verfügbaren Umfragen zur Bundestagswahl.

Für die Wahlumfragen befragen Meinungsforschungsinstitute regelmäßig eine vierstellige Anzahl Wahlberechtigter. Die meisten Institute rufen sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern an, meist kommen außerdem Onlinebefragungen zum Einsatz. Da sich nicht alle Bevölkerungsgruppen gleich gut für die Umfragen erreichen lassen, werden die Werte anschließend nach soziodemografischen Merkmalen wie Alter und Geschlecht gewichtet. So entstehen sogenannte repräsentative Stichproben, die in ihrer Zusammensetzung die Gesellschaft möglichst gut abbilden sollen. Die genaue Methodik der Institute ist dabei in der Regel für die Öffentlichkeit nicht transparent.

Umfragewerte sind immer Momentaufnahmen. Mehr als eine grobe Tendenz für ein Meinungsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Selbst wenn die Zahlen zum Veröffentlichungszeitpunkt der Umfrage nahe an der Realität liegen, ist immer noch offen, ob die damals befragten Wähler zum Beispiel später tatsächlich ihre Stimme abgeben oder sich kurzfristig umentscheiden.