Investoren-Affäre: Fifa-Spitze stellt sich hinter Infantino


Investoren-Affäre Fifa-Spitze stellt sich hinter Infantino

06.08.2026 · 00:47 Uhr

Fifa-Präsident Gianni Infantino und Fouzi Lekjaa, Präsident des marokkanischen Fußballverbands, bei einem Match in Rabat am 5. August 2026.

Foto: AP Photo/STR/STR

Paris · Nach einer Krisensitzung in Marokko verwehrt sich die Fifa gegen Kritik an Infantino. Noch am selben Abend dementiert der Weltverband neue Vorwürfe gegen den umstrittene Fifa-Boss – diesmal zur Vergabe des WM-Finales 2030.

Nach einer Krisensitzung im marokkanischen Rabat hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa ihrem umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström und die anwesenden Mitglieder des Management-Boards hätten Infantino „ihre uneingeschränkte Unterstützung“ bekräftigt, „als den einzigen Amtsträger, der von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählt wurde“, hieß es am späten Mittwochabend in einer Mitteilung.

Umgekehrt habe Infantino seine volle Unterstützung für Generalsekretär Grafström bekräftigt. Passenderweise saßen beide am Abend nebeneinander auf der Tribüne beim Spiel des Africa Cup of Nations der Frauen zwischen Malawi und Sambia.

Fifa verwehrt sich gegen harsche Kritik

In der Mitteilung gestand der Weltfußball „Fehler“ in der von Infantino ausgelösten Investoren-Affäre ein. Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem Fifa-Rat und den Fifa-Mitgliedsverbänden „das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Gleichzeitig verwehrte sich der Fußball-Weltverband gegen die harsche Kritik an Infantinos Vorstoß. „Die Fifa wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen.“

Fifa dementiert neue Vorwürfe zur Vergabe von WM-Endspiel

Kurz vor der Mitteilung der Fifa hatte am Mittwochabend ein Bericht der „Times“ noch für weiteren Wirbel gesorgt. Die Zeitung schrieb, dass Infantino Marokko die Austragung des WM-Endspiels 2030 versprochen habe - und im Gegenzug Unterstützung durch das Land verlange, um das Blatt im Machtkampf an der Spitze des Weltverbandes noch einmal zu wenden und international wieder Rückhalt zu gewinnen. Dies berichtete die Times unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Der Fußball-Weltverband dementiert umgehend.

Laut „Times“ solle nach dem Willen des stark in der Kritik stehenden Fifa-Bosses das Finale im neuen Hassan II Stadium mit 115.000 Plätzen in Casablanca stattfinden. Dies wäre ein großer Affront gegen Spanien und damit auch Europa, das in den letzten Tagen Infantino nach dem umstrittenen und inzwischen verworfenen Investorendeal harsch attackiert hatte. Spanien trägt zusammen mit Portugal und Marokko die WM 2030 aus. Dazu finden die ersten drei Spiele in Südamerika (Uruguay, Argentinien und Paraguay) statt.

„Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der Fifa-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben. Eine Entscheidung wird von der FIFA zu gegebener Zeit getroffen“, teilte der Weltverband auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.

Infantino wollte Investoren an WM beteiligen

Hauptgrund der Debatte im Infantino war dessen umstrittener Investoren-Plan, der die Gründung einer kommerziellen Tochtergesellschaft namens Fifa Forward Enterprise (FFE) vorsah. Sie sollte Wettbewerbe wie die WM und die Klub-WM vermarkten. Private Investoren hätten bis zu 20 Prozent der Anteile übernehmen können. Auf Grundlage einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) wollte die Fifa bis zu 4,2 Milliarden Dollar einnehmen.

Nach Bekanntwerden dieser Pläne brach ein Sturm der Entrüstung los. Der europäische Fußballverband Uefa und andere Verbände drohten mit einem WM-Boykott. Auch nachdem Infantino angesichts des Widerstands auf seine Pläne verzichtet hatte, entzog die Uefa dem Fifa-Chef am vergangenen Wochenende offiziell das Vertrauen. Zuletzt sah sich Infantino auch noch mit Erpressungsvorwürfen vom Chef des jordanischen Fußballverbands konfrontiert.

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