iPhone Duo: Apple stellt faltbares Smartphone vor


iPhone Duo: Viel war schon bekannt über den neuen Formfaktor von Apple, in Kürze muss er sich in der Praxis bewähren iPhone Duo: Viel war schon bekannt über den neuen Formfaktor von Apple, in Kürze muss er sich in der Praxis bewähren

iPhone Duo: Viel war schon bekannt über den neuen Formfaktor von Apple, in Kürze muss er sich in der Praxis bewähren

Foto: Apple

Das Steve Jobs Theater in Apples kalifornischem Hauptquartier ist der ideale Ort, um neue iPhones zu präsentieren. Nicht so sehr, weil der unterirdische Bau von außen nicht einsehbar ist, sondern weil das mehrere Stockwerke tief in die Erde gegrabene Gebäude die Zuschauer vollständig von der Hitze Kaliforniens abschirmt. Für den Mittwoch werden Temperaturen von bis zu 36 Grad Celsius vorhergesagt. Kurz vor zehn Uhr steht das Thermometer bereits auf 27 Grad Celsius.

In dem dunklen Theater steigt die Temperatur dann aber merklich, als John Ternus zum ersten Mal als neuer CEO auf die Bühne tritt. Brausender Applaus, stehende Ovationen. Reichlich Vorschusslorbeeren. Die Erwartungen versucht er zu erfüllen, indem er den legendären Vorgänger Steve Jobs imitiert: Die größte Neuigkeit des Abends kommt erst ganz am Schluss.

John Ternus zeigt sich bei seinem ersten Auftritt als CEO gut gelaunt

John Ternus zeigt sich bei seinem ersten Auftritt als CEO gut gelaunt

Foto: Jeff Chiu / AP / dpa

In dem Jahr, in dem Samsung bereits die achte Generation seiner Foldables auf den Markt bringt, stellt Apple das erste faltbare iPhone vor. Der Name: iPhone Duo. Das Format ähnelt Samsungs Galaxy Z Fold8, nur mit abgerundeten Ecken. Vermutlich kauft Apple die Bildschirme bei Samsung ein. Das Unternehmen dürfte nach Samsung Mobile der größte Kunde von Samsungs Displaysparte sein.

Groß und klein vereint

Dass Apples erstes Foldable so aussehen wird, war auf Fotos angeblicher Prototypen seit Monaten zu sehen. Weitere Bestätigung gab es vergangene Woche auf der Ifa in Berlin. Mehrere asiatische Zubehörfirmen zeigten dort Schutzhüllen für das damals noch unangekündigte Apple-Foldable, teils mit abenteuerlichen Mock-ups.

Der Außenbildschirm ist 5,4 Zoll groß – ähnlich wie beim iPhone mini –, der innere 7,6 Zoll – fast so groß wie beim iPad mini. Damit ist das iPhone Fold zugleich das Apple-Handy mit dem größten und dem kleinsten Bildschirm im Angebot des US-Konzerns.

iPhone Duo: Groß und klein zugleich

iPhone Duo: Groß und klein zugleich

Foto: Apple

Abgesehen von der Hardware ist die Software das wichtigste Feature des iPhone Duo. Apple hat eine Mischung aus dem iOS der iPhones und dem iPadOS seiner Tablets entwickelt. So rücken etwa Bedienelemente an den Rand des vergleichsweise breiten Außendisplays, auf dem großen Innenbildschirm lassen sich zwei Apps neben- oder übereinander verwenden. Klappt man das Gerät halb zusammen und stellt es hin, wird es zu einem Wecker, den man neben das Bett stellen kann.

Vieles davon erinnert an die Möglichkeiten, die man auch auf faltbaren Android-Smartphones hat. Wirklich ausnutzen wird man das nur können, wenn Apps für den Klappbildschirm angepasst werden. Was für Kritik sorgen wird: Statt per Gesichtserkennung wird das Duo per Fingerabdruck entsperrt.

Der aus vielen unterschiedlichen Lagen zusammengeleimte Klappbildschirm ist der erste im iPhone-Portfolio, der eine Nanobeschichtung hat, die Reflexionen minimieren soll. Bisher gab es das gegen Aufpreis nur bei größeren Apple-Gadgets.

Als Antrieb steckt im iPhone Duo der neue A20-Pro-Chip, der von dem maßgeblich in München entwickelten C2-Modem flankiert wird. Bei gleichmäßiger Nutzung beider Bildschirme soll der Akku genug Energie für bis zu 24 Stunden Laufzeit liefern.

Apple hat von der Erfahrung der Androidkonkurrenten profitiert, um die Funktionen des neuen Formats herauszukitzeln

Apple hat von der Erfahrung der Androidkonkurrenten profitiert, um die Funktionen des neuen Formats herauszukitzeln

Foto: Apple

Etwas enttäuschend: Auf eine Telekamera muss man beim Duo verzichten. Stattdessen hat es eine Weitwinkel- sowie eine Ultraweitwinkelkamera, beide mit 48 Megapixeln. Die Kamera im Innendisplay ist unter dem Bildschirm versteckt, sodass sie bei normaler Nutzung nicht stört.

Der neue Formfaktor ist ab Mitte Oktober bestellbar, man muss für die Version mit 256 Gigabyte Speicher 2299 Euro bezahlen.

Mehr Power für mehr KI

Am Anfang der Keynote geht es um die neuen Modelle iPhone 18 Pro und Pro Max. Damit wird auch klargestellt, dass es in diesem September kein iPhone 18 und 18 Plus geben wird. Die neuen iPhone-Modelle kommen in neuen Farben, von denen vor allem Burgunder für Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Alle fünf Farbtöne sind lange zuvor in Leaks zu sehen gewesen.

Als Kernfunktion der neuen iPhones wird die neue Siri-Variante präsentiert, die Apple mit dem Update auf iOS 27 einführt. In der EU ist Apples KI-Sprachassistent bisher allerdings nicht nutzbar.

Der neue A20-Pro-Chip verspricht deutliche Leistungsverbesserungen je nach Anwendung. Bemerkenswert: Die sogenannte Neural Engine, die es ermöglicht, KI-Modelle direkt auf dem iPhone zu nutzen, hat nun 32 statt bisher 16 Rechenkerne. Ein Manager verspricht, der Chip habe ein Leistungsniveau wie ein Desktopprozessor. Um das in einem Smartphone ohne Lüfter zu ermöglichen, ist unter anderem die Kühlung verbessert worden.

Ein weiteres Resultat der Neuerungen sind längere Akkulaufzeiten von bis zu 30 Stunden beim iPhone 18 Pro Max.

Ein Killerfeature für Fotografen sowie Videofilmer ist die variable Blende der Hauptkamera, die entweder automatisch geregelt oder manuell in vier Stufen eingestellt werden kann.

Mehr Kontrolle für die Kamera

Mit einer verstellbaren Irisblende lässt sich regeln, wie viel Licht durchs Objektiv auf den Fotosensor fällt. Man kann sie mit der Pupille im Auge vergleichen: Ist es dunkel, weitet sich die Pupille, um mehr Licht einzulassen, bei strahlendem Sonnenschein verengt sie sich.

Eine Irisblende arbeitet nach demselben Prinzip, kann dem Fotosensor also nach Bedarf mehr oder weniger Licht zuführen. Ein Anwendungsfall, bei dem sich das besonders lohnen dürfte, sind Porträts und Nahaufnahmen, bei denen man mit der Blende steuern kann, wie scharf oder unscharf der Hintergrund abgebildet wird. Bisher erledigen das bei den allermeisten Smartphones Algorithmen. Die arbeiten jedoch nicht immer perfekt, sodass etwa bei Porträts die Haare der abgebildeten Person weichgezeichnet werden, obwohl sie noch im Schärfebereich liegen.

Samsung hatte sich bereits vor acht Jahren, zuerst beim Galaxy S9, an einer variablen Blende versucht, die allerdings nur zwischen zwei Öffnungsweiten umschalten konnte. Die Koreaner wandten sich allerdings bald wieder von dieser Technologie ab. Der einzige Hersteller, der sich bis heute daran herantraut, ist Huawei.

Um Fotografen die Möglichkeit zu geben, zu belegen, dass ihre Aufnahmen authentisch sind, führt Apple ein System ein, das eine Managerin als »digitale Negative« bezeichnet. Dafür wird das Original unveränderbar in der iCloud gespeichert während Änderungen an einer Kopie vorgenommen werden.

Der Preis für die neuen Modelle: Das iPhone 18 Pro wird ab 1449 Euro in den Handel kommen, das iPhone 18 Pro Max kostet in der günstigsten Variante 1599 Euro.

Neues für die Ohren

Bei weitgehend unverändertem Design sollen die neuen AirPods 5 – natürlich – besser klingen und eine bessere Geräuschunterdrückung bieten als ihre Vorgänger. Ansonsten hat sich wenig getan: Man kann sie in Kombination mit einem iPhone immer noch nutzen, um mit Siri zu sprechen oder Unterhaltungen in fremden Sprachen zu übersetzen. Die Akkulaufzeit ist mit vier Stunden überschaubar. Der Preis dafür 149 Euro, mit kabellosem Ladecase 169 Euro.

Für die neuen Smartwatches sollen die Sensoren, mit denen die Uhren Körperdaten messen, verbessert worden sein. Der Puls wird nun etwa häufiger gemessen. Neu ist, dass die Herzfrequenzvariabilität angezeigt werden kann. Ähnlich wie Google es bereits etwa mit seinem Fitbit Air macht, errechnet Apple aus verschiedenen Schlafdaten, zu denen eben auch die Herzfrequenzvariabilität zählt, einen »Readiness«-Wert, der angeben soll, wie gut man körperlich für den kommenden Tag vorbereitet ist. Sehr spannend dürfte die Möglichkeit sein, die eigene Balance und Flexibilität von den neuen Apple Watches bewerten zu lassen.

AirPods werden in der neuen Generation verbessert

AirPods werden in der neuen Generation verbessert

Foto: Apple

Per KI sollen die Uhren Menschen mit Hörproblemen Hinweise geben, wenn Töne wie eine Türklingel oder ein Warnton wahrgenommen werden. Eine andere Funktion, die dauerhaft zuhören soll, ermöglicht es, die letzten 15 Sekunden Audio erneut wiederzugeben. So soll man etwa eine Ansage, die man nicht verstanden hat, noch einmal anhören oder sich ein Transkript anzeigen lassen können. Vorerst wird das aber nur in Englisch möglich sein.

Nach langer Pause bietet Apple nun wieder besonders edle und teure Gehäusematerialien an, so kann man die Series 12 etwa mit einem Keramikgehäuse bestellen. Die Apple Watch 12 ist ab 449 Euro erhältlich, die Apple Watch Ultra 4 schlägt mit 899 Euro zu Buche.

Mehr zum Thema

Wo bleibt das iPhone 18?

Wer jetzt noch mehr erwartet hat, wird enttäuscht. Apple hat sich dieses Mal voll auf Premium-iPhones konzentriert. Von einem iPhone 18 und dessen Plus-Variante sowie einem abgespeckten iPhone 18e oder gar dem nur von Fans erhofften iPhone 18 Air war heute nichts zu sehen. Offenbar haben die Gerüchte recht, wonach Apple die Präsentation dieser Modelle auf das kommende Jahr verschoben hat.

Mit etwas gutem Willen lässt sich darin eine Logik erkennen: Von Käufern der Premium-Modelle werden Preiserhöhungen vermutlich eher hingenommen als bei den Standardvarianten. Zudem dürften sie im umsatzstarken Vorweihnachtsgeschäft besonders stark nachgefragt sein und fette Gewinnmargen haben.

Vor allem aber lenkt Apple auf diese Weise besonders viel Aufmerksamkeit auf das iPhone Duo. Das Kalkül könnte sein, dass, wer die Anschaffung eines iPhone 18 plante, nun vielleicht zum iPhone 18 Pro greifen wird und Käufer der Pro-Modelle zum neuen Duo greifen könnten.