Alte Ideen im neuen Gewand: Was hat sich Apple beim Surface Duo abgeschaut?
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Das faltbare iPhone hat bei vielen ein Déjà-vu ausgelöst: Tatsächlich hat Microsoft schon 2020 ein ähnliches Gerät auf den Markt gebracht, das Apples Entwicklung wie eine alte Idee im neuen Gewand erscheinen lässt.
Von Noëlle Bölling
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Am Mittwoch hat Apple das mit Spannung erwartete iPhone Duo vorgestellt. Das erste faltbare Smartphone des Unternehmens verfügt über ein großes, klappbares Innendisplay und ein kleineres Außendisplay. Damit stößt das neue Modell allerdings nicht nur auf Begeisterung. Viele fühlen sich an das Surface Duo von Microsoft erinnert, das schon vor sechs Jahren auf den Markt kam. Tatsächlich haben die beiden Modelle aber nicht nur den Namen gemeinsam.
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iPhone Duo erscheint nur wenig innovativ
Bei den Displays der beiden Foldables gibt es entscheidende Unterschiede. So hatte das Surface Duo zwei separate Innendisplays, die sich dank eines 360°-Scharniers nach außen klappen ließen. Das neue iPhone Duo setzt dagegen auf ein durchgängiges Innendisplay. Ersten Berichten zufolge soll die Falz kaum spürbar sein. Wie gut das knickbare Modell tatsächlich ist, wird sich aber erst bei längerer Nutzung herausstellen.
Bei der Begründung für den größeren Bildschirm scheint sich Apple allerdings an der Marketing-Strategie seines Konkurrenten bedient zu haben. Laut Windows Latest habe sich Microsofts Forschung aus dem Jahr 2020 nicht auf die Feststellung beschränkt, dass zwei Bildschirme „cool“ seien. Stattdessen hätte es bei der Präsentation Studienergebnisse zur kognitiven Belastung geliefert, die entsteht, wenn Nutzer:innen ständig zwischen Apps wechseln müssen.
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Apple greift diese Argumentation auf und bezeichnet die Vision dahinter als „Split View“. Das große Innendisplay ermöglicht es, zwei Apps nebeneinander anzuzeigen, zwei Fenster derselben App zu öffnen und App-Paare zu speichern, um später mit einem Fingertipp darauf zuzugreifen. Dadurch soll das iPhone Duo zwei Geräte in einem vereinen und dafür sorgen, dass Konzentration und Arbeitsfluss nicht mehr unterbrochen werden. Genau das bot das Surface Duo aber schon bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2020.
Geht Apples Entwicklung am Zeitgeist vorbei?
Auch in weiteren Punkten scheint Apple sich am Konkurrenzprodukt orientiert zu haben. So verwendet das iPhone Duo wie das Surface Duo einen Fingerabdrucksensor und verzichtet dafür auf Face ID. Während das Foldable von Microsoft über drei Rückkameras verfügte, hat das neue iPhone Duo aber nur zwei – und ist dabei auch noch teurer. Das Modell mit 256 Gigabyte integriertem Speicher kostet 2.299 Euro. Laut Windows Latest verlangte Microsoft im Jahr 2020 für die erste Version des Surface Duo 1.399 Dollar. Inflationsbereinigt entspräche das heute etwa 1.600 bis 1.700 Euro – und wäre somit deutlich günstiger als das neue Foldable von Apple.
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Das iPhone Duo könnte also einen schweren Start haben. In den sozialen Medien hat die Veröffentlichung eine ganze Welle an Memes verursacht. So hat sich auf Twitter unter anderem Samsung zu Wort gemeldet. Das Unternehmen stellt ebenfalls seit Längerem Foldables her und schrieb in einem Post: „Sagt Bescheid, wenn ihr fertig damit seid, unsere Reste aufzuwärmen.“ Zudem stellt sich die Frage, ob die Welt überhaupt auf ein neues Foldable gewartet hat – schließlich fällt die Veröffentlichung in eine Zeit, in der sich insbesondere Digital Natives vermehrt Retro-Technik zuwenden. Auch Microsoft hat die Weiterentwicklung des Surface Duo bereits eingestellt.
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