38 Milliarden Dollar sind erst der Anfang: Warum der Iran-Krieg die USA jeden Monat weiter belastet


Iran-Krieg verschlingt 38 Milliarden Dollar – und die Rechnung steigt weiter

Stand: 16.09.2026, 14:00 Uhr

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US-Präsident Donald Trump vor der Iranischen Flagge (Symbolbild).

US-Präsident Donald Trump vor der Iranischen Flagge (Symbolbild). © Hasan Mrad/Imago

Der Iran-Krieg kostet die USA bereits 38 Milliarden Dollar. Ein Bericht warnt vor steigenden Monatskosten, knappen Munitionsvorräten und Folgen. Eine Analyse.

Washington, D.C. – Der Iran-Krieg kostete von seinem Beginn Ende Februar bis zum 1. August 38 Milliarden Dollar (ca. 33 Milliarden Euro). Künftig könnte er etwa 2 bis 3 Milliarden Dollar (ca. 1,7 bis 2,6 Milliarden Euro) pro Monat kosten, wie aus einem neuen Bericht des überparteilichen Congressional Budget Office hervorgeht.

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Die unabhängige Schätzung ähnelt anderen öffentlich genannten Zahlen. Bei einer Senatsanhörung im Juli sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth, der Krieg habe 37,5 Milliarden Dollar (ca. 32,5 Milliarden Euro) gekostet.

„Das Militär braucht Investitionen, wie sie nur einmal pro Generation getätigt werden, um Frieden durch Stärke zu gewährleisten“, sagte Hegseth damals und verteidigte damit die allgemeinen Haushaltsforderungen des Pentagon. „Wir wissen, dass der beste Weg, Frieden zu schaffen, darin besteht, sich auf Krieg vorzubereiten, ihn abzuschrecken - und genau das tut das Kriegsministerium: Es baut eine Streitmacht auf, die so leistungsfähig ist, dass es absurd wäre, wenn irgendjemand sie herausfordern würde.“

Die Regierung hat weitere 67 Milliarden Dollar (ca. 58 Milliarden Euro) beantragt, um die Waffenbestände des Pentagon wieder aufzufüllen und drohende Haushaltslücken zu schließen.

Die Schätzung des CBO berücksichtigt die Kosten für den Ersatz von Munition, mehr Flugstunden, höhere Treibstoffkosten und weitere Einsätze. Darin fehlen jedoch Kosten, die der Bundeshaushalt bereits berücksichtigt, etwa grundlegende Betriebsausgaben des Militärs.

Das CBO schätzte die weiteren Kosten auf etwa 2 Milliarden Dollar pro Monat, sollte der Konflikt wie während einer Waffenruhe im Mai und Juni sporadisch verlaufen. Bei einer Eskalation des Konflikts dürften die Kosten demnach bei knapp 3 Milliarden Dollar im Monat liegen. Eine solche Eskalation war im Juli zu beobachten.

„Donald Trumps desaströser Krieg im Iran hat bereits das Leben tapferer amerikanischer Soldatinnen und Soldaten gekostet und andere verwundet“, sagte der Abgeordnete Brendan Boyle aus Pennsylvania. Boyle ist der ranghöchste Demokrat im Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses und hatte die Informationen beim CBO angefordert. Anschließend fügte er hinzu: „Abgesehen von diesen menschlichen Kosten macht der überparteiliche CBO-Bericht deutlich, dass der Krieg die amerikanischen Steuerzahler außerdem bereits Dutzende Milliarden Dollar gekostet hat - Tendenz steigend - und die Kosten weiter in die Höhe treibt.“

Folgen für die militärischen Vorräte

Der Krieg hat den Bestand der USA an Raketenabwehrsystemen verringert. Der Bericht warnt, der Wiederaufbau werde Jahre dauern und könne die USA anfällig für Raketenangriffe anderer Länder wie China machen. Das CBO wies zudem darauf hin, dass die Schätzung auf staatlichen Datenbanken und öffentlichen Berichten beruhe, weil das Verteidigungsministerium nicht auf die Anfrage des CBO geantwortet habe.

In einer Stellungnahme gegenüber The Washington Post sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, Präsidenten hätten sich jahrelang nicht mit der nuklearen Bedrohung durch den Iran befasst.

„Präsident Trump hat entschlossen gehandelt, um sicherzustellen, dass der Iran unser Heimatland, unsere Truppen oder unsere Verbündeten niemals wieder schädigen kann“, sagte sie. „Das US-Militär verfügt über mehr als genug Munition, Geschosse und Vorräte, um alle strategischen Ziele des Oberbefehlshabers und noch mehr zu erfüllen.“

Pentagon-Sprecher reagierten nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Der Generalinspekteur des Pentagon veröffentlichte am Montag einen Bericht. Darin hieß es, der Krieg habe zu „strategischen Engpässen bei den Munitionsbeständen“ geführt und „Engpässe in der industriellen Basis bei der Wiederbeschaffung von Munition offengelegt“. Der Generalinspekteur stellte fest, dass das Verteidigungsministerium daran arbeite, neue Waffen schneller zu produzieren und zu beschaffen sowie kritische Materialien einzulagern.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Der Konflikt unterbrach den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus und trieb dadurch die Ölpreise in die Höhe. Brent-Rohöl gilt als internationale Referenz für die Ölmärkte. Sein Preis stieg nach Kriegsbeginn stark an und erreichte im zweiten Quartal 2026 mit 103 Dollar je Barrel den Höchststand. Das CBO prognostiziert, dass die Preise bis Ende 2027 wieder auf ein nahezu normales Niveau zurückkehren werden.

Das CBO schrieb, die gestiegenen Ölpreise hätten die Inflation angeheizt, weil sie die Kosten für die Herstellung und den Transport anderer Waren erhöhten. Zugleich wies das CBO darauf hin, dass die Benzinpreise in den USA wegen der heimischen Treibstoffproduktion nicht so stark gestiegen seien wie in anderen Ländern.

Victoria Craw hat zu diesem Bericht beigetragen.

Zur Autorin:

Riley Beggin berichtet auf dem Capitol Hill über Steuern, Ausgaben, Defizite und Gesetzgebung mit Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Sichere Hinweise können ihr über Signal unter @rileybeggin.49 geschickt werden.

Dieser Artikel war zuerst am 15. September 2026 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.