Italienische Küche: Pizza zwischen 200 Jahre alten Schätzen – Was die „Galerie 61“ in Heusweiler bietet
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Italienische Küche Pizza zwischen 200 Jahre alten Schätzen – Was die „Galerie 61“ in Heusweiler bietet
Heusweiler · Ein Kofferradio, antike Gemälde und Pizza: In Heusweiler eröffnet die „Galerie 61“. Betreiber Ezzeddin Naoulou verbindet dort seine Sammelleidenschaft mit italienischer Küche. Was Gäste dort erwartet.
07.10.2026 , 14:11 Uhr
Ezzeddin Naoulou eröffnet seine Pizzeria „Galerie 61“ am Samstag, 3. Oktober.
Foto: BeckerBredel
„Ich wünsche mir, dass alle Leute diesen Laden mit seinem besonderen Ambiente genauso sehr lieben, wie unser Essen.“ Mit dieser Hoffnung blickt Ezzeddin Naoulou, 44 Jahre alt und aus Syrien stammend, auf die Eröffnung seiner neuen Pizzeria „Galerie 61“ in Heusweiler – am vorigen Samstag startete der Betrieb, wir hatten uns schon vorab umgesehen. Ezzeddin Naoulou lebt seit zehn Jahren in Deutschland und arbeitete zuletzt, nach einer Umschulung, bei der Lebenshilfe als Pfleger in Wohnheimen, wie er sagt.
In Syrien sei sein Beruf Dekorateur und Designer gewesen, und genau diese Leidenschaft prägt das Konzept des Lokals: antike Einrichtung, modern kombiniert. Direkt beim Betreten des Restaurants werden die Gäste in einem kleinen Vorraum von antiken Gemälden, Spiegeln, Büchern und anderer nostalgischer Dekoration empfangen. In der Ecke spielt ein kleines Kofferradio leise Musik und verleiht der besonderen Atmosphäre der Pizzeria den letzten Schliff.
Die neue Pizzeria „Galerie 61“ in Heusweiler lockt mit einem besonderen Ambiente.
Foto: BeckerBredel
Seit acht Jahren, so schildert er, sammelt Ezzeddin Naoulou historische Stücke, zunächst „auf dem Flohmarkt, danach bei Nachbarn, Freunden und Bekannten“. Vieles lagerte er zunächst bei sich zu Hause im Keller, bis er später ein Lager mietete. „Ich bereite alle antiken Gegenstände neu auf, putze, schleife und streiche sie neu an“, berichtet er über seine Restaurierungsarbeit. Die Idee, aus der Sammlung mehr zu machen, wuchs vor rund zwei Jahren. „Der ursprüngliche Plan war es, eine Galerie zu eröffnen“, erinnert er sich. Doch es kam etwas anders: „Mein Freund Karam Abu Ismail hat in Italien eine Ausbildung zum Pizzabäcker gemacht und mich auf die Idee gebracht, das Ganze gemeinsam mit einer Pizzeria zu kombinieren.“
Zwischen allerlei kunstvollen und historischen Objekten können Gäste bei der „Galerie61“ Pizza und mehr genießen.
Foto: BeckerBredel
Die Erfahrung seines Partners zeigt sich auch beim Blick auf die Speisekarte. Angeboten werden italienische Vorspeisen, Salate und eine große Auswahl an Pizzen. Besonders dabei: „Wir kaufen keine Hefe, sondern ziehen unseren Sauerteig selbst. Nach einer Reifezeit von 72 Stunden entstehen daraus unsere zehn verschiedenen Sorten an Pizzateig. Sie sind besonders aromatisch und sehr leicht im Magen“, erklärt Ashraf Al Rayes telefonisch. Der gelernte Geologe hat sich, auf Rückfrage des Freunde-Duos, den beiden auf dem Weg zum eigenen Restaurant ebenfalls helfend angeschlossen.
Auf der Speisekarte lässt sich zudem noch eine kleine Besonderheit finden, das sogenannte „Panuzzo“: eine Art Pizza-Sandwich, die „anders als normale Pizza schmeckt und äußerlich besonders ansprechend aussieht“, beschreibt Ashraf. Aber auch eine kleine Bar gibt es, an der Inhaber Naoulou seine Gäste persönlich bedienen wird. „Ich selbst möchte auch das Pizzabacken lernen. Mein Freund Karam, der für die Küche zuständig ist, wird es mir beibringen.“ Und auch ein Lieferservice sei geplant, der bald starten soll.
Die besondere Einrichtung, das ist Ezzeddin Naoulou wichtig, solle den Gästen Heimatgefühl vermitteln. „Wenn ein Gast unseren Laden betritt, dann soll er sich wie zu Hause fühlen“, sagt er. Nach langer Suche fand der Sulzbacher in Heusweiler geeignete Räume, die er innerhalb von vier Monaten hergerichtet hat: „Ich habe die Räume bunt und modern gestrichen und dann liebevoll mit meiner Sammlung an teilweise 200 Jahre alten Schätzen eingerichtet.“
Wenn es mal Musik gibt – wie bei der Eröffnung – dann steht schon ein „Einrichtungsgegenstand“ parat: Das Klavier, das im atmosphärischen Speiseraum steht, sei 150 Jahre alt. Im Sommer soll zudem eine ebenfalls kunstvoll dekorierte Außenfläche eröffnet werden. Am Ende bleibt sein zentraler Anspruch: „Ein Ort, an dem Familien zusammenkommen und die Leidenschaft für antike Dinge mit eigener Geschichte auf die Leidenschaft für gutes Essen trifft“. (ceh/uml)