Wie Werder Bremen auf den neuen Pyro-Leitfaden des DFB reagiert: „Jede Strafzahlung tut uns sehr weh“


Stand: 06.08.2026, 14:07 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Mit einem neuen Leitfaden verändert der DFB die Sanktionen beim Pyro-Fehlverhalten von Fans. So reagiert der SV Werder Bremen auf die Pläne.

Bremen – Einige Tage ist es jetzt her, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen neuen Leitfaden für Pyrostrafen beschlossen hat – und seither wird eifrig darüber diskutiert, wie erfolgsversprechend das Modell wohl sein wird. Einerseits sollen verschiedene Gefährdungspotenziale beim Einsatz von pyrotechnischen Gegenständen berücksichtigt werden, darüber hinaus sollen die Vereine dazu bewegt werden, mehr Strafanteile dafür zu verwenden, dass der Stadionbesuch insgesamt sicherer wird und die unerwünschten Brennkörper gar nicht erst in die Arena gelangen. Beim SV Werder Bremen wird diese Anpassung als „sehr erfreulich“ bezeichnet und ausdrücklich begrüßt – aber auch darauf verwiesen, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht.

Der SV Werder Bremen muss wegen der Pyro-Vergehen der Fans Hunderttausende Euro Strafe zahlen.

Der SV Werder Bremen muss wegen der Pyro-Vergehen der Fans Hunderttausende Euro Strafe zahlen. © gumzmedia

Werder Bremen reagiert auf neuen Pyro-Leitfaden des DFB: „Wichtiger Entwicklungsschritt“

„Die Entwicklung des Leitfadens wurde durch einen clubübergreifenden Arbeitskreis begleitet, an dem auch wir beteiligt waren. Die jetzt vorgenommenen Anpassungen sind das Ergebnis dieser mehrjährigen clubübergreifenden Arbeit“, sagt Anne-Kathrin Laufmann, Geschäftsführerin Sport & Nachhaltigkeit, gegenüber der DeichStube. „Es war das Ziel, das bestehende System weiterzuentwickeln. Die Änderungen stellen zwar einen wichtigen Entwicklungsschritt dar, bilden aber keinen Abschluss des Prozesses. Entscheidend wird sein, wie sich die neuen Regelungen in der Saison 2026/27 bewähren und wie sie an den Standorten umgesetzt werden. Nach etwa einem Jahr ist eine Evaluation vorgesehen.“

In den oberen drei Ligen des deutschen Fußballs sorgen Pyro-Zwischenfälle immer wieder für Aufsehen, nahezu täglich veröffentlicht das DFB-Sportgericht mindestens einen Urteilsspruch gegen einen der Clubs für die Vergehen der Anhängerschaft. Werder Bremen hat es in der Vergangenheit schon häufig erwischt, in der vergangenen Saison erreichte das Ausmaß aber neue Dimensionen. 742.000 Euro kamen wegen diverser Fackeleien zusammen – eine derartige Summe hatte es in der Hansestadt zuvor noch nie gegeben. „Jede Strafzahlung tut uns sehr weh“, gibt Laufmann zu und verspricht: „Natürlich entwickeln wir regelmäßig unsere Sicherheits- und Präventionsstruktur weiter. Wie ich bereits gesagt habe, ist hierbei die Evaluation eine wichtige Säule, und wir werden hier auch Vorkommnisse aufarbeiten, Lücken schließen, Dialoge führen und sensibilisieren. Das machen wir bereits seit Jahren so.“

Führt der neue DFB-Leitfaden zu weniger Pyrotechnik? Werder Bremens Anne-Kathrin Laufmann will „Gleichung hier nicht aufmachen“

Und doch existiert bei diesem Thema eine gewisse Machtlosigkeit – nicht nur bei am Osterdeich. „Wie man sieht, haben wir nicht nur als Werder Bremen dieses Thema, sondern auch zahlreiche weitere Clubs ligaübergreifend. Die Erfahrung zeigt, und dafür ist das Ergebnis der Arbeit im Arbeitskreis Verbandsstrafen ein sehr gutes Beispiel, dass insbesondere die clubübergreifende Arbeit, positive Auswirkungen hat“, sagt die Geschäftsführerin des SV Werder Bremen.

Mit Blick auf eine mögliche Besserung der Situation durch den neuen Leitfaden erklärt sie: „Das Thema Pyrotechnik beschäftigt den deutschen Fußball seit mehr als 20 Jahren. Über Jahrzehnte hat das Verbandsstrafen-System trotz steigender Strafhöhen nicht zu einer nachhaltigen Verringerung von Pyrotechnik geführt. Die Gleichung, dass ein weiterentwickelter Strafzumessungsleitfaden weniger Pyrotechnik bedeutet, will ich deshalb hier nicht aufmachen.“ Doch Laufmann betont: „Aber ein differenzierter Blick auf die Herausforderungen, die Weiterentwicklung des Status quo und nachhaltige Evaluation sind Grundlage einer modernen Sicherheits- und Präventionsstruktur und helfen möglicherweise dabei, neue Lösungswege zu finden.“ (mbü)