Rheinpegel fällt auf historischen Tiefstand – nur noch minus vier Zentimeter in Emmerich


Stand: 06.08.2026, 14:08 Uhr

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Der historische Tiefstand des Rheins in Köln wurde wieder erreicht. Ein weiteres Absinken des Pegels wird in Emmerich erwartet. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Köln – Der Rhein bei Köln hat seinen erst wenige Tage alten Rekord-Tiefstand wieder eingeholt. Auf 67 Zentimeter sank der Pegel am Donnerstag, 6. August – exakt der Wert, der bereits am vergangenen Samstag als niedrigster jemals gemessener Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1816 registriert worden war. Doch damit könnte es noch nicht getan sein.

Niedrigwasser am Rhein in Düsseldorf

Ein Binnenschiff fährt mit geringer Ladung bei Niedrigwasser am Rheinknie in Düsseldorf vorbei. © Oliver Berg/dpa

Laut aktueller Prognose des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein wird für den Abend ein weiteres Absinken auf 66 Zentimeter erwartet – das wäre ein neuer historischer Negativrekord am Kölner Pegel. Wichtig zu wissen: Der eigentliche Fahrrinnenbereich liegt deutlich tiefer als der gemessene Pegelstand am Ufer. In Köln beträgt dieser Unterschied rund 1,11 Meter. Schiffe können den Rhein zwar noch befahren, müssen aber mit erheblich reduzierter Beladung fahren.

„Trendwende nicht zu erkennen“ – Pegelstände sinken weiter

Bis zum kommenden Montag rechnet das Amt an den vier großen NRW-Messstationen Köln, Düsseldorf, Duisburg-Ruhrort und Emmerich mit einem vorübergehenden Anstieg der Wasserstände um bis zu elf Zentimeter. Von einer echten Erholung ist das jedoch weit entfernt. „Der Wasserstand steigt leicht, ist aber weiterhin extrem niedrig. Eine Trendwende ist bislang nicht zu erkennen“, sagte Sprecher Moritz Axt.

Auch in Düsseldorf droht laut Prognose am Freitag das Erreichen der erst wenige Tage alten Tiefmarke von 20 Zentimetern. In Duisburg-Ruhrort hingegen dürfte der dortige Negativrekord von 148 Zentimetern vorerst Bestand haben – für Freitag werden dort 150 Zentimeter vorhergesagt.

Besonders drastisch ist die Lage in Emmerich. Dort bewegt sich der Wasserstand bereits seit mehreren Tagen im negativen Bereich – der Schwimmer des Pegels liegt trocken, die Messung erfolgt über eine Sonde. Nachdem am Samstag bereits ein historischer Tiefstand von minus zwei Zentimetern verzeichnet worden war, lag der Wert am Mittwoch schon bei minus vier Zentimetern. Für den kommenden Samstag werden sogar minus sieben Zentimeter erwartet.

Das Niedrigwasser sorgt derzeit dafür, dass viele Dinge im Rhein auftauchen – zum Beispiel eine Granate in Düsseldorf oder auch eine Weltkriegsbombe in Köln. In Neuss ist ein Schiffswrack wieder aufgetaucht.