Kasseler Krankenhäuser ohne Klimaanlage: Patienten klagen über Hitze
Stand: 25.07.2026, 06:00 Uhr
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Mehrere Patienten berichten von kaum aushaltbaren Temperaturen in Kasseler Kliniken. Klimaanlagen gibt es nur in OP-Bereichen – nicht in Patientenzimmern.
Kassel – Mehrere Kasseler Krankenhauspatienten berichteten gegenüber unserer Zeitung zuletzt von hohen Temperaturen in Patientenzimmern. Die Schauenburgerin Isabelle Gawol beispielsweise kritisiert, in der bislang wärmsten Woche des Jahres sei es auf einer Infektionsstation des Klinikum Kassel so heiß geworden, dass es dort kaum auszuhalten gewesen sei. Ein anderer Mann bestätigt, es sei „viel, viel zu warm“ gewesen. Eine ähnliche Erfahrung machte in der gleichen Juni-Woche offenbar auch ein 89-jähriger Patient im Marienkrankenhaus Kassel.
Das wirft die Frage auf, wie gut Krankenhäuser in Kassel, aber auch deutschlandweit, auf Hitzewellen vorbereitet sind. Das Klinikum teilt mit: „Wir bedauern sehr, dass die hohen Außentemperaturen zu einer erheblichen Wärmebelastung geführt haben.“ Der klimatischen Sondersituation entsprechend seien alle Patienten engmaschig ärztlich und pflegerisch überwacht worden.
In einer Stellungnahme des Marienkrankenhauses heißt es: „Die große Mehrheit der Kliniken in Deutschland ist betroffen. Klimaanlagen sind aufgrund baulicher Begebenheiten und oftmals unzureichender finanzieller Mittel in deutschen Krankenhäusern kein Standard. Es macht daher keinen Sinn, hier Einzelfälle aufzuarbeiten, die so oder ähnlich leider überall auftreten dürften. Wir bemühen uns, unsere Patienten und Mitarbeitenden bestmöglich in Hitzeperioden zu schützen.“
Sowohl für das Elisabeth-Krankenhaus als auch für das Marienkrankenhaus werde derzeit an einem Hitzeschutzkonzept gearbeitet. Aktuell gebe es in manchen Patientenzimmern eine Kühlung per Lüftungsanlage. Eine Klimaanlage gebe es nur in Funktionsräumen wie dem OP-Bereich.
Zu der Frage, ob das Marienkrankenhaus und das Elisabeth-Krankenhaus ausreichend auf Hitzewellen vorbereitet sind, teilen die Kliniken mit: „Das hängt von der individuellen Position des Betrachters ab. Wir werden aufgrund der bestehenden baulichen Rahmenbedingung das Grundproblem, trotz all unserer Bemühungen, auch in Zukunft nicht vollumfänglich auflösen können.“
Das Klinikum schreibt auf Anfrage: „Die OPs, einige Funktionsbereiche und die Intensivstationen sind zentral klimatisiert.“ Es gebe ein Hitzeschutzkonzept und eine Task-Force, die in Hitzephasen Maßnahmen koordiniere. „Auf normale sommerliche Temperaturen, die mit einer nächtlichen Abkühlung einhergehen, sind Krankenhäuser in Deutschland weitgehend vorbereitet. Wenn die nächtliche Abkühlung aber ausbleibt, kann man dem nur begegnen, indem weitergehende Maßnahmen eingesetzt werden. Diese haben wir und werden sie sukzessive im Klinikum ausbauen.“
Keine Klimaanlagen auf Patientenzimmern
Auch an den Helios Kliniken und den Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel gilt: Besonders sensible Bereiche wie der OP-Bereich sind klimatisiert – Patientenzimmer in der Regel nicht. Beide Kliniken teilen mit, zu den Maßnahmen gegen Hitze gehöre, dass Fenster abgedunkelt werden können. Zudem werde Patienten verstärkt Trinkwasser angeboten. Laut Helios Kliniken werde am frühen Morgen zudem gezielt gelüftet. Die Agaplesion Diakonie Kliniken teilen mit, auch Lüftungsanlagen leisteten einen Beitrag.