Kein HSV-Anruf von Klopp: Polzin fällt erstes Bundestrainer-Urteil


HSV

Jürgen Klopp bereitet sich mit der Nationalmannschaft jetzt auf das Spiel gegen Serbien vor.
IMAGO/Eibner

Jürgen Klopp hat bislang keinen HSV-Profi kontaktiert. Hamburgs Coach Merlin Polzin bewertet den Start des neuen Bundestrainers dennoch positiv.

Vor seinem ersten Lehrgang als Bundestrainer hatte Jürgen Klopp mehrere Antrittsbesuche bei Bundesligisten hinter sich gebracht. Er war beim FC Bayern, beim FC Augsburg, beim VfB Stuttgart, beim FSV Mainz 05 und bei Eintracht Frankfurt. Im Volkspark wurde der 59-Jährige dagegen noch nicht vorstellig. Und auch ein Anruf von Klopp beim HSV blieb bisher aus.

Merlin Polzin findet das nicht weiter schlimm. Das Telefonat mit dem neuen DFB-Coach werde „dann stattfinden, wenn Jürgen es für richtig hält“, sagt Hamburgs Trainer, der sich in Geduld übt und ein positives Zwischenfazit zu Klopps ersten Wochen im Amt fällt: „Grundsätzlich sind wir alle froh, dass die Dinge, die er mit seinem Trainerteam anschiebt, positiver Natur sind.“

Polzin lobt Klopps XL-Kader: „Definitiv der richtige Ansatz“

Dass Klopp für seine ersten vier Länderspielspiele ursprünglich insgesamt 44 Profis nominiert und diese in zwei Gruppen eingeteilt hatte, gefällt Polzin. „Das ist definitiv der richtige Ansatz“, sagt er und ergänzt in die Richtung von Klopp und seinen Mitstreitern: „Ich drücke ihm und allen die Daumen – nicht nur kurzfristig, sondern dafür, dass es langfristig zum Erfolg führt.“

HSV-Trainer Merlin Polzin steht beim Training mit mehreren Spielern auf dem Rasen.
Merlin Polzin versammelte seine HSV-Profis am Dienstag wieder im Volkspark.
Witters

Aus Sicht des HSV darf früher oder später auch gerne mal wieder ein Profi aus dem Volkspark eine Einladung für das deutsche A-Team erhalten. Der letzte HSV-Nationalspieler war Marcell Jansen im Jahr 2014. Jetzt sagt Polzin: „Wir haben als Verein Ziele und Visionen, wohin wir uns entwickeln wollen. Das gilt auch für die Entwicklung der Spieler.“

Stange und Lemke mit dem DFB-Nachwuchs unterwegs

Die Talente Otto Stange (U20) und Louis Lemke (U19) sind auf einem guten Weg und derzeit mit Nachwuchsteams des DFB unterwegs. Der neue Kapitän Nicolai Remberg wurde bereits in der Vorsaison in den Dunstkreis der da noch von Julian Nagelsmann trainierten A-Auswahl gewähnt. Eine Einladung an einen HSV‑Spieler erfolgte aber nicht. Und auch unter Klopp blieb es zuletzt dabei.

Polzin sieht das gelassen. „Für uns ist wichtig, nicht zu sehr in die Zukunft zu blicken – sondern, dass man im Hier und Jetzt ist, hart arbeitet und versucht, Dinge umzusetzen. Das machen wir mit all unseren Spielern“, sagt er und stellt klar: „Für mich ist weniger wichtig, ob das für Deutschland ist. Da, woher die Jungs kommen, sollen sie ihr Land bestmöglich vertreten.“

Der verletzte abgereiste Albert Grønbæk (Dänemark), Zakaria El Ouahdi (Marokko), Warmed Omari (Komoren), Patson Daka (Sambia), Immanuel Pherai (Suriname) sowie Sander Tangvik und David Møller Wolfe (beide Norwegen) hatten kürzlich Anrufe ihrer A-Nationalcoaches erhalten. Klopp dagegen klingelte bisher nicht im Volkspark durch. Er kontaktierte in Vitaly Janelt aber ein Ex-HSV-Talent, das schon am Donnerstag (20.45 Uhr) gegen Serbien debütieren könnte. Polzin dürfte es am Fernseher verfolgen. „Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern“, weiß er. „Deswegen: Fokus auf die Zukunft!“