Kenneth Branagh über das Älterwerden: „Ein Mann in einem gewissen Alter braucht einfach mehr Zeit“


Stand: 07.09.2026, 06:45 Uhr

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Kenneth Branagh - Im Rahmen der "Mayday"-Dreharbeiten stand für Oscar-Preisträger Kenneth Branagh tägliches Stunttraining auf dem Programm.

Kenneth Branagh - Im Rahmen der "Mayday"-Dreharbeiten stand für Oscar-Preisträger Kenneth Branagh tägliches Stunttraining auf dem Programm. © 2026 Getty Images/Dimitrios Kambouris

Mit 65 noch einmal zum Actionhelden werden? Für seinen neuen Film „Mayday“ stellte sich Kenneth Branagh genau dieser Herausforderung. Im Interview erzählt der Schauspieler von drei Wochen Stunttraining, einigen Blessuren - und warum ihn Amerika schon als Kind faszinierte.

Als Actionheld kennt man Kenneth Branagh eher weniger. In seinem neuen Film „Mayday“ (Apple TV+) ändert sich das. Der 65-Jährige kämpft, schlägt zu und legt sich als ehemaliger KGB-Agent Nikolai gleich mit mehreren Gegnern an. Ganz ohne Folgen blieb das für Branagh allerdings nicht.

„Ein Mann in einem gewissen Alter braucht einfach ein bisschen mehr Zeit, um sich aufzuwärmen und danach wieder runterzukommen“, sagt er im Gespräch mit der Agentur teleschau. Für die Dreharbeiten reiste der Schauspieler bereits drei Wochen vor dem eigentlichen Drehstart an. Auf dem Programm standen vor allem Stunttraining, Yoga und jede Menge Dehnübungen.

„Selbst dann bekommt man immer noch ein paar Schrammen ab“

Branagh wollte einen großen Teil der Action selbst drehen. Dafür musste er nicht nur die Choreografien lernen, sondern auch üben, Schläge richtig abzufangen und die einzelnen Abläufe nach und nach schneller auszuführen. „Und selbst dann bekommt man immer noch ein paar Schrammen ab“, erzählt er im Interview.

Einfach später ein Stuntdouble oder digitale Effekte einzusetzen, war nicht unbedingt vorgesehen. Die Regisseure John Francis Daley und Jonathan Goldstein wollten viele der Kämpfe in weiteren Einstellungen drehen. „Sie sagten: Wir werden sehen, dass du es bist. Wir werden sehen, dass es Ryan ist.“ Die Ansage war also klar.

Für Branagh war das eine willkommene Abwechslung. Normalerweise werde von ihm als Schauspieler häufig verlangt, eine Figur vor allem mit Worten zu erklären. In „Mayday“ erzähle auch die Art, wie Nikolai kämpft, einiges über ihn. Dass Nikolai im Film geradezu vernarrt in Amerika ist, hat für Branagh auch eine persönliche Seite. Während seine Figur „Top Gun“ und Bruce Springsteen liebt, seien es bei dem Briten selbst amerikanische Western gewesen, die ihn schon früh faszinierten.

Diese Filme prägten Kenneth Branagh

Besonders Filme wie „The Searchers“ mit John Wayne hinterließen Eindruck. Branagh erinnert sich an „ein riesiges Land, in dem kleine menschliche Geschichten eine epische Bedeutung bekamen“. Diese Bilder hätten sich tief in seine Vorstellungskraft eingebrannt.

Und sie begleiteten ihn später sogar bei seiner eigenen Arbeit als Regisseur. Als Branagh 2011 für Marvel „Thor“ inszenierte, gehörte „The Searchers“ neben Stanley Kubricks „Paths of Glory“ zu seinen filmischen Vorbildern. Bei manchen Einstellungen habe er sich ganz bewusst bei den großen Meistern bedient, gibt er offen zu.

In „Mayday“ ist diese Faszination für Amerika nun Teil seiner eigenen Figur. Der Film spielt 1987, kurz vor dem Ende des Kalten Krieges. Nikolai hat sich vom KGB zurückgezogen und lebt allein in den russischen Wäldern, als der amerikanische Navy-Pilot Troy (Ryan Reynolds) nach einer geheimen Mission dort abstürzt. Aus den vermeintlichen Gegnern wird nach und nach ein ziemlich ungewöhnliches Team. Und was bedeutet der viel beschworene amerikanische Traum für Branagh selbst? Seine Antwort fällt erstaunlich knapp aus: „Raum für Freiheit.“ (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)