Kickers Offenbach: „Bene“ und die breite Brust


Stand: 30.08.2026, 16:42 Uhr

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Ab durch die Mitte: Benedikt von Hagen entwischt zwei Lauterern. Der Angreifer erzielte gegen die Pfälzer ein Tor und war an zwei weiteren beteiligt

Ab durch die Mitte: Benedikt von Hagen entwischt zwei Lauterern. Der Angreifer erzielte gegen die Pfälzer ein Tor und war an zwei weiteren beteiligt. © Hübner

Zugang Benedikt von Hagen steht beim OFC als Sinnbild für den Höhenflug. Der aus der Oberliga gekommene Stürmer hat schon fünf Scorerpunkte gesammelt.

Offenbach – Als angehender Arzt kann man sich gewissen Szenen nicht entziehen. Und so stand Benedikt von Hagen, der sein Medizinstudium ruhen lässt, um bei Regionalligist Kickers Offenbach zu schauen, ob er auch das Zeug zum Fußballprofi hat, nach seinem Zusammenprall mit Yannick Onohiol lange an dessen Seite. Auch als der Torwart des 1. FC Kaiserslautern II längst behandelt wurde.

„Wollte ihm gute Besserung wünschen“

Er habe Onohiol mit dem Bein an der Hüfte getroffen und dieser starke Schmerzen gehabt, berichtete der Stürmer. „Auch wenn ich wenig dafür konnte, wollte ich ihm sagen, dass es mir leidtut, und ihm gute Besserung wünschen.“ Während Onohoil raus musste, schwang sich von Hagen, der in besagter Szene das 2:0 verpasst hatte, weil der Ball versprungen war, zum Spieler des Spiels auf. „Bene“, so sein Spitzname, habe in der Anfangsphase zwei, drei gute Szenen gehabt, sagte OFC-Trainer Mark Zimmermann. „Er gibt aber nicht auf. Das wollen nicht nur die Leute sehen, sondern auch wir Trainer. Das muss jeder machen. Und momentan machen die Jungs das auch von der ersten bis zur letzten Minute.“

Maximale Punktzahl nach vier Partien

Die Folge: Der vergangene Saison fast abgestiegene OFC ist auch nach dem vierten Spieltag Erster – mit maximaler Punktzahl. Von Hagen steht dabei stellvertretend für den Offenbacher Höhenflug. Der Stürmer, der vor der Saison mit der Empfehlung von 38 Toren und 19 Vorlagen in 72 Hessenligaspielen von RW Walldorf gekommen war, glänzt nun auch eine Klasse weiter oben. Beim 4:0-Heimsieg gegen die Pfälzer war er an drei Treffern beteiligt. Er holte zunächst den Elfmeter heraus, der zum 1:0 durch Maximilian Wolfram führte. Vor dem 2:0 verlängerte er eine Ecke per Kopf auf den langen Pfosten und musste dann nach Vorlage von Wolfram nur noch einschieben. Vor dem 4:0 eroberte er den Ball, behielt dann im Strafraum die Übersicht und setzte Torschütze Keanu Staude perfekt in Szene. Nach vier Partien stehen für den 23-Jährigen schon drei Tore und zwei Vorlagen zu Buche. In der Scorerliste teilt er sich Platz eins mit Teamkollege Wolfram sowie Fabian Rüdlin (Freiburg II), der allerdings drei seiner vier Treffer per Strafstoß erzielte.

Ob er sich wie in einem Traum fühle, wurde von Hagen nach der Partie gefragt. „Das kann man so sagen“, antwortete er. „Alles läuft noch nicht. Ein zweites Tor wäre für mich in diesem Spiel auf jeden Fall möglich gewesen. Aber ich will nicht klagen. So kann man in die Runde starten, das gilt sowohl für die Mannschaft als auch für mich persönlich.“

Von Hagens Leistungen liegen „über den Erwartungen“

Dass ihm die Umstellung so schnell gelungen ist, überrascht ihn nicht. Der Fußball in der Regionalliga sei zwar schneller und intensiver, aber er habe sich zügig angepasst. „Das Ergebnis sieht man auf dem Platz.“

Von Hagens Leistungen lägen „über den Erwartungen“, gab Zimmermann zu. Der Angreifer agiere derzeit „losgelöst von allem“, mache aber „nichts Verrücktes“, betonte der Trainer. „Er spielt wie er trainiert. Das war vom ersten Tag an so. Er arbeitet für das Team und spielt gut Fußball. Das sorgt für eine breite Brust.“ Der Mann mit der Abi-Note 0,9 handele oft intuitiv richtig, weicht auch mal auf die Flügel aus, antizipiert gut und setzt die Mitspieler in Szene. „Wenn wir ihm den Ball geben, hat er Ideen.“ Auch am Samstag (14 Uhr) beim FSV Frankfurt? „Wir fahren selbstbewusst dorthin und versuchen erneut, etwas zu holen“, sagte der gebürtige Frankfurter.