Kickers Offenbach schlägt in der 89. Minute zu: Wolfram trifft zum 2:1


Stand: 09.08.2026, 17:05 Uhr

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08.08.2026, xpsx, Fussball Regionalliga Suedwest, Kickers Offenbach - Astoria Walldorf v.l. celebrate the goal, Torjubel zum 2:1 Siegtreffer Maximilian Wolfram (Offenbacher Kickers) (DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and/or QUASI-VIDEO) emspor Foto: Patrick Scheiber/Jan Huebner

Lucky Punch: Maximilian Wolfram (rechts) feiert sein erstes Tor für den OFC. In der 89. Minute traf der Zugang aus kurzer Distanz zum 2:1. Links: Luka Garic. © Patrick Scheiber/Jan Hübner

Kickers Offenbach hat sein Auftaktspiel gegen den FC Astoria Walldorf mit 2:1 gewonnen. Neuzugang Maximilian Wolfram erzielte den Siegtreffer in der 89. Minute – trotz Infekt.

Offenbach – Auftaktspiele in eine neue Spielzeit der Fußball-Regionalliga Südwest haben auch für Kickers Offenbach immer ihren speziellen Reiz. Beim hart erkämpften und spät erzwungenen 2:1 (1:0)-Erfolg gegen den FC Astoria Walldorf hatten die Kickers immer mal wieder das geschafft, was sie sich für diese Spielzeit auch in einem „Rot-Weißen Leitfaden“ zur permanenten Aufgabe vorgenommen hatten: Alles geben, um die Fans mitzunehmen, oder wie es der neue Kapitän Johannes Brinkies bezeichnet hatte: „Das Stadion anzuzünden.“

Nach dem intensiven, aber größtenteils keineswegs hochklassigen Duell darf konstatiert werden: Der OFC, der vergangene Saison so oft in der Schlussphase Punkte verspielte, kann auch selbst spät zuschlagen. Maximilian Wolfram, Zugang vom TSV 1860 München, war es vorbehalten, in der 89. Minute die Kugel aus einem Meter irgendwie an einem Walldorfer Verteidiger und dem Torwart vorbei ins Netz zu schmuggeln und für Offenbacher Glücksgefühle zu sorgen. „Das war komplette Eskalation“, sagte der 29-Jährige müde, aber stolz lächelnd: „Die drei Punkte sind für die Moral sehr gut. Das gibt Power für die Saison.“

Doch dem neuen Anker im Offenbacher Offensivspiel, einer von sechs Neuen in der Startelf, war nicht verborgen geblieben, dass es einer Energieleistung bedurfte, um den erst fünften Sieg im 14. Auftaktspiel (6 Unentschieden, 3 Niederlagen) seit dem Zwangsabstieg in Liga vier 2013 perfekt zu machen. Mark Zimmermann ordnete den ersten Sieg der Saison 2026/27 gewohnt nüchtern ein: „Es war ein Startschuss, mehr nicht.“

Der Trainer des OFC hatte in beiden Hälften Phasen registrieren müssen, in denen seinem Team, das allerdings auf sieben Kräfte verzichten musste, gegen spielstarke Walldorfer wenig gelingen wollte: „Uns haben die beiden Trinkpausen geholfen, danach hatten wir mehr Zugriff.“

Neben den Langzeitverletzten Maximilian Rossmann, Noah Lehmann und Daniel Dejanovic fehlten zum Start in Alexander Sorge (Aufbautraining nach Meniskus-OP), Faris El Ouali (Innenbanddehnung) sowie den Angreifern Jan Becker (Adduktorenprobleme) und Jelle Goselink (Oberschenkelprobleme) vier weitere Spieler. In Ronny Marcos saß zudem ein Akteur mit Fußsohlenproblemen nur auf der Bank. Dass Jayson Breitenbach, der seit April wegen einer Meniskusoperation außen vor war, in der Schlussphase sein Comeback gab, verdeutlicht, wie eng die personelle Lage im Vorfeld war. Noch dazu hatte Siegtorschütze Wolfram trotz Infekt durchgehalten.

Auch wegen all dieser Handicaps war Zimmermann denn auch voll des Lobes für sein Team. „Großes Kompliment, dass die Jungs weiter versucht haben, den Lucky Punch zu setzen. Sie haben sehr viel investiert und sich dafür belohnt.“ In Hälfte eins, die die Fans mit einer beeindruckenden Choreographie und einem an die Historie des dieses Jahr 125 Jahre alten Klubs erinnernden Banner über die gesamte Waldemar-Klein-Tribüne höchst emotional eingeleitet hatten, war eine Monstergrätsche von Jan-Hendrik Marx ein „Hallo-Wach-Effekt“, wie es Wolfram bezeichnete. Der Rückkehrer zu seinem Jugendklub hatte dem alleine auf Brinkies zustürmenden Marcel Carl den Ball gerade noch abgeluchst (45.). Sekunden später fiel das 1:0 für den OFC. Es war eine Co-Produktion der beiden Neuen im Angriff. Maximilian Schmid hatte ansatzlos aus 18 Metern an den Pfosten geschossen, Benedikt von Hagen den Abpraller geistesgegenwärtig ins Tor bugsiert.

Weil aber der OFC in Hälfte zwei zu passiv agierte und Walldorf nach einem Missverständnis der sonst guten Bastian Frölich und Mohamadaziz Abdelhadi zum Ausgleich durch Iosif Maroudis (63.) kam, bedurfte es einer erneuten Feinjustierung in der Trinkpause. „Die Wechsel haben neue Energie gebracht“, freute sich Zimmermann. In Adam Loune war einer der Joker an der Entstehung des Siegtors beteiligt. Seinen Diagonalball brachte Kristjan Arh Cesen vor den Fünfer, wo dann Wolfram das Stadion zum Eskalieren brachte.