Kita am Schwanenteich in Eschwege feiert 50-jähriges Bestehen
Stand: 29.08.2026, 13:03 Uhr
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Die Kindertagesstätte am Schwanenteich in Eschwege ist am 2. Januar 1976 in Betrieb gegangen. 1990 wurde sie durch Brandlegung innen fast vollständig zerstört.
Eschwege – „Es gibt kaum einen Ort, an dem sich gesellschaftlicher Wandel so direkt bemerkbar macht wie in einer Kindertagesstätte“, sagt die Leiterin der Kita am Schwanenteich, Susanne Roth-Graulich. Sowohl die Rahmenbedingungen für die Arbeit in Kindertagesstätten als auch die gesellschaftlichen Anforderungen und Erwartungen würden sich ständig verändern. Kontinuität besitzt allerdings der Wunsch der Eltern nach qualifizierter Betreuung ihrer Kinder. In der Kita am Schwanenteich wird seit 50 Jahren täglich versucht, dem nachzukommen.
Jubiläumsfest
Am Samstag, 5. September um 11 Uhr beginnt das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Marktkirche. Im Anschluss feiert die Kitagemeinde in der Kita mit Schnittchen, Suppe, Kuchen, Spiel und Spaß. Es gibt Fotos mit Ehemaligen und einen Zeitstrahl. Bis 17 Uhr können alle, die sich mit der Kita am Schwanenteich verbunden fühlen, „einfach mal so vorbeikommen“ und sind herzlich eingeladen.
Am 2. Januar 1976 ging die Kindertagesstätte in Betrieb – zunächst dreigruppig. 1978 wurde damals vom Landeswohlfahrtsverband (LWV) eine vierte Gruppe für Kinder mit Behinderung, damals nannte man diese Gruppe Sondergruppe oder heilpädagogische Kleinstgruppe, an die Kindertagesstätte angebaut. Die Kinder wurden mit Kleinbussen aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis – und nach der Grenzöffnung grenzübergreifend auch aus einigen Orten in Thüringen – an den Schwanenteich gebracht. 1990 wurde die Kindertagesstätte wegen Brandlegung innen fast vollständig zerstört und siedelte für die Zeit der Wiederinstandsetzung in das Gemeindehaus der Marktkirche aus. 1996 gab der LWV die Trägerschaft für alle behinderten und von Behinderung bedrohten Kinder an die kreisfreien Städte und Gemeinden ab und die sogenannte Sondergruppe wurde aufgelöst. „Seit dieser Zeit arbeiten wir in der gesamten Kindertagesstätte integrativ“, berichtet Roth-Graulich aus der täglichen Arbeit.
2006 wurden erstmals U3-Kinder aufgenommen – damals in einer altersstufenübergreifenden Gruppe mit fünf Plätzen für Zweijährige. „Diese fünf Plätze reichten aber bei weitem nicht aus“, erinnert sich die Leiterin. Daher wurde 2011 in einem Anbau an die Kita eine Krippengruppe für zehn Kinder von ein bis drei Jahren angebaut. Die Einrichtung war nun fünfgruppig. Mit den Behindertenrechtskonventionen und dem damit verbundenen Recht auf gesellschaftliche Teilhabe arbeiten die Erzieherinnen in dem Park am Rand der Innenstadt seit 2009 inklusiv. „Das heißt, dass der Alltag und die Angebote so gestaltet werden, dass sich Entwicklungsanreize, Entwicklungschancen für jedes Kind ergeben.“
Da die Plätze für unter Dreijährige immer noch nicht ausreichten, wurde 2012 eine der vier Regelgruppen in eine Krippengruppe umgewidmet, sodass von da an 20 Krippenplätze zur Verfügung standen. 2013 kam der Rechtsanspruch für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. 2014 mit der Umsetzung des hessischen Kinderförderungsgesetzes als Gesetzesgrundlage für hessische Kindertagesstätten, wurden die Plätze in den Krippengruppen von zehn auf zwölf aufgestockt.
Das Team, bestehend aus langjährigen und erfahrenen Mitarbeiterinnen und jungen Fachkräften, stellt sich nach eigenen Angaben den Herausforderungen, pflegt eine gute Teamkultur und bildet sich stets und stetig fort. Aktuell betreuen sie Kinder in fünf Gruppen, davon zwei Krippengruppen mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren und drei Regelgruppen mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Seit Anfang des Jahres befindet sich die Kita am Schwanenteich in der Trägerschaft des Zweckverbandes evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder im Werra Meißner Kreis.