ÖGB-Chef Katzian für Ausweitung der Spritpreisbremse


Übergewinne

ÖGB-Chef Katzian für Ausweitung der Spritpreisbremse

Die aktuelle Spritpreisbremse läuft kommenden Montag aus. Der Gewerkschaftschef wünscht sich eine Abschöpfung der Gewinne von Mineralölkonzernen

Wien – Der Chef des Österreichischen Gewerkschaftsbundes Wolfgang Katzian hat sich für die Ausweitung der Spritpreisbremse stark gemacht. Katzian wünscht sich eine Abschöpfung der Gewinne der Mineralölkonzerne, wie er am Samstag bei Ö1 Im Journal zu Gast erklärte: "Wir sind der Meinung: Übergewinne auf Kosten der Pendler, das geht gar nicht."

Die aktuelle Spritpreisbremse läuft kommenden Montag aus. Ende Juli war sie in abgespeckter Version bis Ende August ohne Margenbegrenzung verlängert worden. Neben der Senkung der Mineralölsteuer (MöSt) um 1,9 Cent pro Liter blieb aufrecht, dass die Tankstellen Preissenkungen bei den internationalen Preisnotierungen verpflichtend weitergeben müssen. Bereits Ende Juli hatte der ÖGB das Ende der Margenregelung kritisiert.

Ein Mann in einem lila Poloshirt gestikuliert während einer Presseveranstaltung. Im Vordergrund ist ein Mikrofon sichtbar. Hintergrund neutral und unscharf.
"Wir sind der Meinung: Übergewinne auf Kosten der Pendler, das geht gar nicht", erklärte ÖGB-Chef Wolfgang Katzian auf Ö1.

"Krisenmodus nicht Dauermodus"

Bei den Herbstlohnrunden werde es aus Sicht des Gewerkschaftschefs keine pauschalen Krisenabschlüsse geben: "Wer glaubt, der Krisenmodus wird der Dauermodus, der hat sich geschnitten; das werden wir nicht machen." Die Kaufkraft der Menschen dürfe nicht dauerhaft sinken. Zwar seien bei der Inflation "gute Fortschritte erzielt" worden, so Katzian: "Aber wenn die Inflation sinkt, heißt das nicht, dass irgendwas billiger wird, sondern es wird nicht mehr in der gleichen Höhe teurer wie vorher."

Grundlage für die Gehaltsabschlüsse müsse die rollierende Inflation sein. Man werde sich aber jede Branche "genau anschauen", betonte der ÖGB-Chef: "Wie geht es der Branche, wie sind die jeweiligen Rahmenbedingungen, und wir können darauf reagieren." Wenn es einer Branche schlecht gehe, "kann man schon auch Krisenabschlüsse machen, wie wir es gezeigt haben, aber Dauerzustand kann es keiner sein."

Widerstand von ÖVP und Neos

Was den drohenden Geldmangel im Insolvenzentgeltfonds (IEF) angeht, erwartet sich Katzian, dass die Mittel wieder erhöht werden. Bei der bis dato letzten Senkung unter dem damaligen Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) habe dieser zugesagt, dass, wenn die Mittel nicht ausreichen sollten, müsste sie wieder erhöht werden. Und genau das sei jetzt der Fall, "das steht auch im Gesetz drin, und ich erwarte mir von der Regierung, dass sie das umsetzt", so Katzian, der sich vom Widerstand von ÖVP und Neos, die höhere Lohnnebenkosten strikt ablehnen, unbeeindruckt zeigt. Gefragt sei nun einmal Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ), einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorzubereiten und diesen in die Koordinierung zu schicken, so Katzian. (APA, 29.8.2026)

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