Klimaanlagen: Warum 36 Prozent der Schweizer sie trotz Hitze als unökologisch ablehnen
Publiziert31. Juli 2026, 13:15
Trotz HitzeKlimaanlagen sind Schweizern zu unökologisch, Deutschen zu teuer
Klimaanlagen bleiben in der Schweiz unbeliebt. Eine Umfrage zeigt: 36 Prozent der Schweizer lehnen die Geräte aus ökologischen Gründen ab.

Darum gehts
- Laut einer Galaxus-Umfrage mit 2616 Personen kühlen nur 10 Prozent der Schweizer ihr Zuhause mit einer Klimaanlage – in Italien sind es 57 Prozent.
- 36 Prozent der Schweizer lehnen Klimaanlagen als ökologisch nicht vertretbar ab – der höchste Wert aller fünf befragten Länder.
- Trotzdem verkaufte Galaxus im Juni so viele Klimaanlagen wie zuvor noch nie in einem einzigen Monat.
Die Schweiz schwitzt sich durch die vierte Hitzewelle. Aber Klimaanlagen haben hierzulande keinen einfachen Stand im Vergleich zu den Nachbarländern. Während in Italien 57 Prozent der Menschen ihr Zuhause mit einer Klimaanlage kühlen, sind es in der Schweiz nur 10 Prozent. Das ergab eine Umfrage von Galaxus mit 2616 Personen in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Italien und Österreich.
Auch Ventilatoren sind in der Schweiz deutlich weniger verbreitet als in den Nachbarländern. Die Menschen in der Schweiz setzen hingegen aufs Lüften: Vier von fünf Personen in der Schweiz geben an, ihre Wohnung durch morgendliches Lüften und tagsüber geschlossene Fenster zu kühlen – der höchste Wert aller fünf Länder. Zwei Drittel setzen zudem auf Beschattung von aussen, also Rollläden, Jalousien oder Markisen. Das ist ebenfalls ein Spitzenwert.
So entstand die Umfrage
Galaxus beauftragte das Marktforschungsinstitut Yougov für eine laut eigenen Angaben repräsentative Umfrage. Yougov befragte dafür insgesamt 2616 Personen, davon 533 in der Schweiz, 520 in Deutschland, 521 in Österreich, 522 in Frankreich und 520 in Italien.
Klimaanlagen sind, wie in Deutschland, selten zu finden. Die Menschen in der Schweiz sind bei der Klimaanlagen-Frage im Dilemma. Vier von zehn Befragten sehen die Geräte angesichts zunehmender Hitzewellen als immer notwendiger an. Gleichzeitig lehnen 36 Prozent der Befragten sie als ökologisch nicht vertretbar ab. In keinem anderen Land liegt dieser Wert so hoch. An zweiter Stelle folgen die Stromkosten.
Wie stehst du zur Anschaffung einer Klimaanlage für dein Zuhause?
Ich finde sie notwendig angesichts der zunehmenden Hitze.
Ich lehne sie aus ökologischen Gründen ab.
Die Stromkosten sind mir zu hoch.
Ich habe bereits eine Klimaanlage.
Ich brauche keine, meine Wohnung bleibt kühl genug.
Ich bin noch unentschlossen.
Deutschen machen die Stromkosten zu schaffen
In Deutschland sind die Kosten der Hauptgrund, um sich gegen Klimaanlagen zu entscheiden. Mit 48 Prozent sagt fast jeder zweite Befragte in Deutschland, der Strom für die Klimaanlage sei zu teuer. Auch die Anschaffungskosten für ein solches Gerät sind ein oft genannter Grund.
Wenn die Hitze bis ins Schlafzimmer kriecht, lassen zwei von drei Schweizerinnen und Schweizern nachts die Fenster offen, in Deutschland genauso viele. Die Hälfte in beiden Ländern wechselt auf leichtere Bettwäsche oder dunkelt das Schlafzimmer tagsüber ab. In Italien läuft die Klimaanlage nachts oder vor dem Einschlafen in vier von zehn Schlafzimmern – fast doppelt so viele wie im zweitplatzierten Frankreich.
Nackt schlafen kommt in allen Ländern nur für eine Minderheit infrage. In Frankreich und Österreich schläft etwa jede dritte Person ohne Kleidung. In der Schweiz, in Deutschland und in Italien macht das nur jede oder jeder Vierte.
Und ab wann wird die Hitze unerträglich? In vier von fünf Ländern liegt die Schmerzgrenze bei 26 bis 27 Grad Raumtemperatur. Nur die Italienerinnen und Italiener reagieren gelassener: Dort stört jede vierte Person die Hitze erst ab 28 bis 29 Grad.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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