Hitzesommer 2026: Welche Folgen hat er für die Wahlen?
Klimawandel als Thema Welche Folgen hat der Hitzesommer für das Wahljahr 2027?
Schon vor acht Jahren ging den nationalen Parlamentswahlen ein Hitzesommer voraus. Gibt es Paralellen?
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Rekordtemperaturen in der Schweiz, Pegeltiefststände bei Gewässern und grossflächige Waldbrände in mehreren europäischen Ländern – der Hitzesommer 2026 hinterlässt Spuren – und der Schweiz steht 2027 ein Wahljahr bevor.
Schon vor acht Jahren ging den Eidgenössischen Wahlen ein Hitzesommer voraus. Darauf erfasste eine grüne Welle Bundesbern – mit historischen Sitzgewinnen für die Grünen und die GLP. Politgeograf Michael Hermann sieht Parallelen zwischen 2018 und diesem Jahr:
«Wie 2018 sprechen wir wieder sehr intensiv über das Klima, über die Hitze. Es beschäftigt die Menschen, aber es gibt einen Unterschied. Damals haben wir vor allem über Klimaschutz gesprochen. Und jetzt geht es doch viel mehr auch um die Anpassung an den Klimawandel, also eigentlich um Symptombekämpfung.»
In der Politik wurden denn in den letzten Wochen auch vermehrt Forderungen laut, um den Umgang mit der Hitze zu erleichtern.
Es braucht dringend bauliche Massnahmen, nötigenfalls Klimaanlagen. Aber es ist nie zu spät für Klimaschutz, wir müssen noch stärker in erneuerbare Energien investieren.
Beim Blick in die aktuelle Debatte findet man Bekenntnisse zu und Forderungen nach mehr Klimaschutz und Massnahmen in der Gebäudetechnik. Selbst Klimaanlagen sind kein Tabu mehr – und Investitionen.
Wir müssen jetzt Geld investieren, um besser mit der Hitze leben zu können.
Für Michael Herrmann ist allerdings klar: «Die Grünen wollen dieses Thema, das die Menschen beschäftigt, besetzen, weil es ja ihr zentrales politisches Thema ist.» Die Parteileitungen der Grünen Parteien, lassen denn auch von sich hören:
Es braucht Massnahmen wie Begrünungsoffensiven, Gebäudesanierungen oder Schutz am Arbeitsplatz.
Es ist höchste Zeit, dass wir prüfen, wie die Schweiz endlich smart gekühlt werden kann.
«Doch die anderen Parteien wissen: Wenn man mehr über den Klimawandel spricht, hilft das tendenziell den Grünen Parteien und nicht ihnen», schätzt Hermann ein. Selbst die SVP, deren ländliche Basis ja sehr stark von der Hitzewelle und der daraus folgenden Trockenheit betroffen sei, wolle nicht über dieses Thema sprechen, sagt Herrmann: «Sie spricht lieber über Themen, mit denen sie Wahlen gewinnen kann.»
Schub für die Grünen?
Im Oktober 2027 wählt die Schweizer Stimmbevölkerung ein neues eidgenössisches Parlament. Können die Grünen aus dem Hitzesommer Profit schlagen? «Es würde mich erstaunen, wenn es nicht einen Effekt hätte», sagt Herrmann.
Das Bundeshaus, fotografiert während der Hitzewelle und der extremen Temperaturen mit einer Wärmebildkamera um etwa 11:20 Uhr am Donnerstag, 30. Juli 2026, in Bern. Die Thermografiekamera erfasst Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung), die von Oberflächen abgestrahlt wird: Blau steht für kalt, Rot für heiss.
KEYSTONE / Gaetan Bally
Aber trotzdem sei man in einer anderen Situation, denn die beiden grünen Parteien seien in der Defensive. Seit den letzten nationalen Wahlen 2023 haben die Grünen in den Kantonsparlamenten insgesamt 23 Sitze eingebüsst. «Es gibt viele andere Themen, die Konkurrenz machen. Und das Thema Klimawandel ist eben doch nicht mehr so frisch, wie es 2018 war, als wir einen völlig neuen Blick darauf geworfen haben.»
Welche Parteien an Wählerstärke zulegen können, wird auch 2027 von der Themenkonjunktur abhängen.
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Tagesschau, 2.8.2026, 19.30 Uhr ; srf/blac;kurn