Klinikum Kassel: Personalvorständin Faehling ist sofort freigestellt


Stand: 12.09.2026, 08:00 Uhr

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Interview mit Stephanie Faehling, Personalvorstand der GNH: Wie entwickelt sich der Fachkräftemangel?Foto: Andreas Fischer

Stephanie Faehling übernahm 2022 die Stelle als Arbeitsdirektorin und Personalvorständin der GNH. Unter der Woche lebte die Berlinerin seitdem in Kassel. © Fischer, Andreas/Andreas Fischer

Der Arbeitsvertrag von GNH-Personalvorständin Stephanie Faehling wird nicht verlängert. Michael Knapp führt das Unternehmen deshalb zunächst alleine.

Überraschend gibt es eine Änderung im Vorstand der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH), zu der auch das Klinikum Kassel gehört. Stephanie Faehling, die seit 2022 Personalvorständin des kommunalen Klinikverbundes ist, wurde freigestellt. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigten sowohl die GNH als auch Faehling.

Eine Pressesprecherin der GNH teilt mit: „Basis für diese Entscheidung ist ein Beschluss des Aufsichtsrates der GNH AG und der Klinikum Kassel GmbH, keine Vertragsverlängerung für den auslaufenden Vertrag von Frau Faehling vorzunehmen.“ Wie in solchen Situationen üblich, sei diese Entscheidung mit einer sofortigen Freistellung verbunden.

Auch Stephanie Faehling teilt mit, ihre Freistellung stehe im Zusammenhang mit dem Auslaufen ihres Dienstvertrags. Der Dienstvertrag endet laut Faehling am 31. März des kommenden Jahres.

Zu den weiteren Hintergründen der Freistellung äußern sich auf Anfrage unserer Zeitung weder die GNH noch die gebürtige Berlinerin. Der Klinikverbund mit Sitz am Möncheberg teilt lediglich mit: „Frau Faehling hat in den vergangenen Jahren wesentliche Impulse in der Personalarbeit gesetzt und unsere Organisation aktiv mitgestaltet, wofür ihr herzlicher Dank gebührt.“ Auch macht die GNH keine Angaben dazu, ob sowohl der Aufsichtsrat des Klinikums als auch der GNH-Aufsichtsrat sich gegen eine Vertragsverlängerung aussprachen.

Als die Aufsichtsräte 2021 über die Einstellung von Faehling entschieden, lief dies nach Informationen unserer Zeitung alles andere als reibungslos ab. Unsere Zeitung berichtete damals, dass eine Kampfabstimmung im Aufsichtsrat des Klinikums notwendig war.

Während sich im GNH-Aufsichtsrat eine Mehrheit für Faehling fand, gab es im Aufsichtsrat des Klinikums nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Im zweiten Wahlgang war nur noch eine einfache Mehrheit notwendig, doch auch für diese reichte es nicht. Unsere Zeitung berichtete damals, Oberbürgermeister und Aufsichtsratschef Christian Geselle habe diese Patt-Situation dann im dritten Wahlgang durch das ihm zustehende doppelte Stimmrecht aufgelöst und damit Faehling durchgesetzt.

Grund für die Kampfabstimmung war 2021 offenbar, dass sich die im Aufsichtsrat des Klinikums vertretenen Verdi-Mitglieder im Hinblick auf die zukünftige Zusammenarbeit lieber einen anderen Kandidaten gewünscht hätten. Vor Faehling war Birgit Dilchert, eine ehemalige Verdi-Gewerkschaftssekretärin, 17 Jahre lang Personalvorständin der GNH.

Infolge der Freistellung von Stephanie Faehling führt Vorstandsvorsitzender Michael Knapp die GNH nun zunächst alleine. Das Unternehmen teilt dazu mit: „Die Gesellschaft ist mit dem verbleibenden Vorstand sowie den Prokuristen des Konzerns voll handlungsfähig.“ Es bestehe keine Notwendigkeit zur unmittelbaren Neubesetzung der zweiten Vorstandsposition. „Über die künftige Zusammensetzung des Vorstands wird der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit beraten und die Öffentlichkeit dann informieren.“