Klitschko: 15 Tote nach russischen Angriffen auf Kiew
Ukraine-Krieg
Klitschko: 15 Tote nach russischen Angriffen auf Kiew
Von dpa
Aktualisiert am 20.08.2026 - 13:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Ukraine beklagt täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen zum Schutz vor russischen Luftschlägen. Moskau nutzt das einmal mehr aus - mit massiven Attacken gegen Kiew.
Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 15 Menschen getötet worden. Klitschko nannte am Morgen und Vormittag nach den nächtlichen Attacken mehrfach eine höhere Zahl der Toten. Die Beseitigung der Folgen dauere an, sagte er. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Im Gebiet Kiew meldeten die Behörden nach den Angriffen einen Toten und sieben Verletzte.
Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein - in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Angriff. In Kiew seien Rüstungsbetriebe und Lager für Munition und Drohnen getroffen worden.
Nach Behördenangaben kam es zu mehreren Bränden und Stromausfällen. Auch Wohnhäuser, darunter ein Hochhaus, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule seien getroffen worden, teilten die Behörden mit. Die Menschen suchten Schutz in der U-Bahn.
"Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kiew zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt", teilte Bürgermeister Klitschko bei Telegram mit. An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Außerdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren.
Selenskyj kritisiert gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem massiven kombinierten Angriff mit verschiedenen Raketentypen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Russen hätten sich lange darauf vorbereitet, um "die zivile Infrastruktur so stark wie möglich zu beschädigen". Es gebe auch Zerstörungen in den Regionen Odessa und Tschernihiw.
"Leider gibt es, während Moskau in Raketenwaffen und Eskalation investiert, nicht immer die notwendige Reaktion der Welt auf solche Angriffe", teilte der Präsident bei Telegram mit. "Und solange die Ukraine nicht über ausreichende Raketenabwehr verfügt, wird Russland nicht ernsthaft über Frieden nachdenken." Die Ukraine arbeite zwar an einer eigenen Raketenabwehr, dennoch brauche das Land die Abfangraketen vom Typ Patriot.