Königin Silvia von Schweden besucht ihre alte Schule in NRW – und hat eine Botschaft
Stand: 09.10.2026, 21:02 Uhr
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Königin Silvia von Schweden hat das Luisen-Gymnasium in Düsseldorf zur Einweihung seines Neubaus besucht. Der Bau kostete mehr als 100 Millionen Euro.
Düsseldorf – Erst der Kanzler, dann die Königin: Es war die Woche der Rückkehr an bekannte Orte und der Erinnerungen an die Schulzeit. Am Montag besuchte Friedrich Merz (CDU) seine ehemalige Schule im Sauerland. Das Friedrich-Spee-Gymnasium in Rüthen feierte 100. Geburtstag. Am Freitag verlieh Königin Silvia von Schweden dem Luisen-Gymnasium in Düsseldorf royalen Glanz. Anlass war die feierliche Einweihung des Schulneubaus an einem neuen Standort. Für die Schüler hatte Ihre Majestät eine wichtige Botschaft mitgebracht.
Zunächst aber waren es die Festgäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, die etwas lernen durften. Wie verhalte ich mich, wenn eine Königin den Raum betritt? Fürs Protokoll gab es vor Ankunft der 82-Jährigen die entsprechende Antwort in der Aula: „Aufstehen und höflich – nicht frenetisch – applaudieren, bis die Königin Platz genommen hat“, sagte ein Mitarbeiter der Schule. Sein Hinweis aufs Frenetische galt, wie er hinzufügte, in erster Linie den Schülerinnen und Schülern.
Alle hielten sich an die Vorgabe, nachdem die Königin in Begleitung von NRW-Schulministerin Dorothee Feller und Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller das für einen Neubau obligatorische Band durchgeschnitten hatte. Ohne die Polizeieskorte und deren Blaulicht wäre die Ankunft der Königin recht unspektakulär gewesen. Es lag nicht einmal ein roter Teppich aus, dafür zierten immerhin zwei kleine Schwedenflaggen das Technikpult in der Aula.

„Ich bin heute als ehemalige Schülerin hier. Das ist ein Gefühl, das ich nicht oft habe. Dass ich meine alte Schule in einem neuen Haus wiedersehe, macht diesen Tag für mich besonders“, begann die Königin ihre Festrede. Geboren wurde sie als Silvia Renate Sommerlath 1943 in Heidelberg. Im Alter von drei Jahren zog sie mit ihren Eltern und den älteren Brüdern nach Brasilien. 1957 kehrte die Familie zurück nach Deutschland, nach Düsseldorf.
1963 legte Silvia ihr Abitur am Luisen-Gymnasium ab, das damals noch eine reine Mädchenschule war. Am Freitag bewies die Königin Humor. So sagte sie zu den Schülern: „Was mich damals oft beschäftigt hat, beschäftigt viele von Ihnen heute vermutlich auch. Welchen Beruf soll ich wählen? Wohin will ich? Ich kann Ihnen verraten, Königin von Schweden war nicht dabei.“

Silvia machte bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München als Hostess die Bekanntschaft ihres späteren Mannes, Carl XVI. Gustaf von Schweden. Ungeachtet solcher schicksalhaften Begegnungen ist ein weiterer Satz der Königin richtig und wichtig: „Ein guter Schulabschluss ist die Grundlage für vieles, was danach kommt.“ Den Kindern und Jugendlichen wünschte sie, dass sie die Schule „als einen Ort erleben, an dem nicht nur der Verstand gebildet wird, sondern auch das Herz“.
Das traditionsreiche Gymnasium ist aus der Innenstadt, „in der Nähe der Königsallee“, wie Silvia augenzwinkernd betonte, weg an die B1 in Bilk umgezogen. Der 13750 Quadratmeter umfassende Neubau verfügt laut Stadt unter anderem über eine Mensa, eine Aula und ein Selbstlernzentrum. Auch eine Dreifachsporthalle gehört dazu. Der Neubau steht künftig rund 1000 Schülern zur Verfügung. Die Kosten des modernen Baus bezifferte Keller auf 106 Millionen Euro. Stolz verwies der Oberbürgermeister darauf, dass die Stadt im Zeitraum von 2015 bis 2030 rund zwei Milliarden Euro in ihre Schulen investiert.
Angesichts dieser Zahlen lobte NRW-Schulministerin Feller Düsseldorf als „positives Beispiel für andere Kommunen“. Schule und Bildung hätten in der Stadt Priorität. Und weil Schule die besondere Aufgabe habe, demokratische Werte zu vermitteln, sei es gerade in diesen Zeiten wichtig, bei der Bildung nicht zu sparen, so Feller weiter.

Wenn die Königin von Schweden kommt, ist es originell, Pippi Langstrumpf zu zitieren. Das hat sich zumindest die Ministerin gedacht und einen Satz aus dem Werk der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren wiedergegeben: „Das haben wir noch nie probiert, also geht es gut.“ Laut KI steht der Satz zwar so exakt nicht bei Pippi, aber die Botschaft, Neuem optimistisch zu begegnen, kam trotzdem an.
Bleibt noch die Botschaft der Königin an die Schüler: „Stellen Sie Ihre Fragen, auch die unbequemen. Und wenn Sie etwas für falsch halten, dann sagen Sie es.“ Sie habe erlebt, so Silvia weiter, dass sich vieles nur deshalb geändert hat, weil jemand nicht hingenommen hat, wie es war.