Konkurrenzkampf im Sturm: Nehrke fordert Schulwitz heraus


Stand: 06.08.2026, 20:00 Uhr

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Im „Schwitzkasten“: Routinier Maximilian Schulwitz (r.) nimmt Youngster Thilo Nehrke unter seine Fittiche.

Im „Schwitzkasten“: Routinier Maximilian Schulwitz (r.) nimmt Youngster Thilo Nehrke unter seine Fittiche. © Neddermann

Bei der SG Unterstedt profitieren alle Seiten von der Rückkehr des Routiniers Maximilian Schulwitz. Auch mit ihm soll es wieder ins obere Drittel gehen.

Unterstedt – Zwischen Maximilian Schulwitz (31) und Thilo Nehrke (19) liegen fast auf den Tag genau zwölf Jahre. Beide teilen sich aber nicht nur denselben Geburtsmonat Februar, beide sind auch im Sturm der SG Unterstedt eingeplant. Während Schulwitz mit seinem fortgeschrittenen Fußballeralter bereits reichlich höherklassige Erfahrung mitbringt, gehört Nehrke noch in die Kategorie „lernwilliger Youngster“. Genau von dieser Kombination verspricht sich Coach Patrick Werna für die bevorstehende Bezirksliga-Saison so einiges.

„Der Gedanke hinter ,Maxis‘ Verpflichtung war, dass er uns mit seiner Qualität und Erfahrung hilft und langfristig den Jungs einiges mitgeben kann“, erklärt Werna und sieht bereits erste Ansätze: „Er hat in den wenigen Wochen, die er dabei war, direkt Verantwortung übernommen und viel geredet. Die Jungs schauen zu ihm auf. Ich hoffe, dass das auch in der neuen Saison so weitergeht – nur gern ohne Verletzung.“

SG Unterstedt

Tor

Tim Genkel

Phillip Krüger

Abwehr

Theo Kettenburg

Florian Liszkowski

Simon Maruhn

Nico Nachtigall

Silas Rinne

Damian Rössel

Mittelfeld

Nisar Atris

Mika Bacinovic

Moritz Dodenhoff

Hannes Kettenburg

Tim Jansen

Niclas Lüdemann

Yannik Malende

Tom Pislak

Jan Rosebrock

Jarne Thies

Leander Wohlberg

Angriff

Wladislaw Maier

Daniel Moderau

Thilo Nehrke

Roman Prokopenko

Maximilian Schulwitz

Zugänge: Leander Wohlberg (Rotenburger SV II), Tim Jansen (SV Altenoythe).

Abgänge: Niklas Weirauch, Timo Bahrami (beide eigene Dritte), Leon Linke (Pause), Janno Hornig (VfL Visselhövede).

Das Team ums Team

Trainer: Patrick Werna.

Co-Trainer: Fabian Knappik.

Torwarttrainer: Niklas Vogeler.

Betreuer: Andreas Rosebrock.

Physiotherapeut: Yannick Rohdenburg.

Saisonziel: Top Fünf.

Favoriten: TB Uphusen, TV Oyten, TSV Ottersberg, Heeslinger SC II.

Die hatte sich Schulwitz Ende Mai beim Unentschieden gegen den FC Verden 04 II nach einer halben Stunde zugezogen. „Das war ein Muskelbündelriss. Der komplette Bizeps im hinteren Oberschenkel war ab“, schildert der durchtrainierte 1,88-Meter-Mann. Inzwischen befinde er sich auf einem guten Weg zu alter Stärke. Einem Einsatz zum Saisonauftakt sollte nichts mehr im Wege stehen. „Dafür habe ich die letzten Wochen aber auch viel getan“, erzählt Schulwitz, der unter anderem im Therapiezentrum Blender an seinem Comeback arbeitete.

Komplett fit ist derweil sein junger Sturmpartner Nehrke, wenngleich auch er in der vergangenen Saison durch die Doppelbelastung aus U 19 und Herren mit Beschwerden im Schienbein zu kämpfen hatte. Mit dem Ende der Jugendzeit liegt nun der volle Fokus auf der Mannschaft von Werna. Seine Rolle kennt er bereits: „Daniel Moderau ist vorn gesetzt. Ich bin da eindeutig der Herausforderer und denke, dass ich mit ,Maxi‘ einen kleinen Konkurrenzkampf haben werde. Darauf freue ich mich schon.“

Schulwitz: „Ich merke, dass ich den Spaß wiederentdeckt habe“

Zugleich weiß Nehrke, was er aus der Zusammenarbeit mit Routinier Schulwitz mitnehmen kann. „Ich habe bei seinen Aktionen schon mal genauer hingeschaut. Wie stellt er den Körper rein, wie macht er die Bälle fest, welche Laufwege macht er?“, listet der 19-Jährige einige Punkte auf. „Ich habe aber noch nicht gezielt nach konkreten Tipps gefragt.“ Letzteres bestätigt sein „Ziehvater“ und ergänzt: „Manche fragen, wie es damals so war und mit wem ich mal zusammengespielt habe.“

Das Ganze ist allerdings keine reine Einbahnstraße. Fußballerisch kann sich Schulwitz zwar nichts mehr von den Jungen abschauen. Einen Einfluss hatten sie auf ihn in der kurzen Zeit seit seinem Einstieg Anfang April aber schon. „Ich merke, dass ich den Spaß wiederentdeckt habe. Fußball war zuletzt Arbeit für mich. Daher habe ich zwischendurch auch aufgehört“, verrät der 31-Jährige, der in der Jugend beim SV Werder Bremen ausgebildet wurde und unter anderem für den Rotenburger SV in der Oberliga aktiv war. Im Oktober 2023 absolvierte er noch zwei Bezirksliga-Spiele für den VfL Visselhövede, ehe eine zweieinhalbjährige Pause folgte. „Inzwischen ist der Fußball wieder ein Hobby. Das liegt auch an den Jungs und dem Verein.“

Neuzugang Leander Wohlberg streift sich in dieser Saison die Stutzen für die SG Unterstedt über.

Neuzugang Leander Wohlberg streift sich in dieser Saison die Stutzen für die SG Unterstedt über. © Neddermann

Sowohl Schulwitz als auch Nehrke sollen in der neuen Spielzeit reichlich Treffer erzielen, gleichzeitig aber auch dabei mithelfen, welche zu verhindern. Denn: „Wir haben letzte Saison deutlich mehr Gegentore als das Jahr davor kassiert“, hat Werna analysiert. 2025/2026 waren es 46 in 30 Partien, 2024/2025 waren es 27 in 28 Spielen. „Das ist nicht an der Kette oder dem Torwart allein festzumachen. Wir haben als Mannschaft viel mehr zugelassen“, betont Unterstedts Trainer. „Die defensive Stabilität ist ein großes Thema, das wir angehen müssen.“ Hinzu kommt die Konstanz in der Leistung. Gerade zum Ende der abgelaufenen Saison ließ das Team zu viel liegen, um auf einem besseren Platz als dem siebten einzulaufen. Anvisiert war der fünfte.

Die Top Five erreichen – so lautet das Ziel auch in der neuen Saison. Damit dies gelingt, setzt Werna auch auf die Erfahrung von Hannes Kettenburg und Yannik Malende, die verletzungsbedingt einen Großteil der vergangenen Saison ausgefallen waren. „Die beiden sind wie Neuzugänge“, meint Unterstedts Coach deshalb. Er freue sich, dass beide fit sind und wieder voll einsteigen.

Jansen kommt vom Meister Altenoythe

Komplett neu im Kader sind Tim Jansen, der überall im zentralen Bereich einsetzbar ist und vom Bezirksliga-Meister SV Altenoythe aus der Parallelstaffel kommt, sowie Leander Wohlberg. Er wiederum spielte beim letztjährigen Klassenrivalen Rotenburger SV U 23 und ist damit nach Silas Rinne, Nico Nachtigall, Mika Bacinovic, Tom Pislak und Wladislaw Maier der nächste, der vom Nachbarn dazustößt. „Gegen uns hat er in den direkten Duellen auf der Schiene einen guten Eindruck hinterlassen“, lobt Werna den 19-Jährigen. „Er ist total bescheiden und ich traue ihm zu, dass er seine Rolle findet.“

Auf der Schiene war auch Niklas Weirauch zu Hause. Er tritt wie Timo Bahrami und Leon Linke kürzer, verbleibt im Gegensatz zu Janno Hornig (wechselt zum VfL Visselhövede in die 1. Kreisklasse) aber im Verein. „Sie sind also nicht aus der Welt und es gibt vielleicht eine Hintertür“, weiß Werna. „Soweit es bei ihnen wieder juckt, können sie gern einsteigen.“