Kosteneffizienz unter Druck: Apple passt Lagerhaltung an


Zu Apples Erfolgsrezepten in der Kosteneffizienz zählt bekanntlich seine Lagerhaltung in der Produktion. Wer wenig einlagert, muss auch wenig wegwerfen oder günstiger verkaufen, wenn die Nachfrage einmal einbricht. Angesichts der aktuellen Speicherkrise mit gestiegenen Kosten soll der iPhone-Hersteller laut einem Bericht aber inzwischen ein wenig davon abgewichen sein. Die geänderte Strategie könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass die Preissteigerungen längst nicht mehr nur Speicher betreffen.

Die südkoreanische Electronic Times berichtet unter Berufung auf Quellen in Zuliefererkreisen, dass Apple etwa seine OLED-Displays mittlerweile für sechs statt bislang vier Wochen vorhält. Dies sei besonders zum jetzigen Zeitpunkt ungewöhnlich, da das aktuelle Quartal als „Nebensaison“ gelte. Wenige Wochen vor der Vorstellung neuer iPhones ist der größte Run auf die aktuelle iPhone-Generation längst vorbei und viele Käufer warten, um zu schauen, ob sie nicht lieber die nächste Generation erwerben wollen.

Strategie gegen hohe Preise

Apple will mit dem größeren Lagerbestand offenbar erwartete Preiserhöhungen seiner Zulieferer abfedern, da aktuell die Rohstoffpreise steigen. Einige Beobachter befürchten gar, dass noch mehr Preissteigerungen drohen, da längst nicht mehr nur Speicher von steigenden Preisen betroffen sind. Zudem könnte auch die erhöhte Nachfrage nach iPhones in die Kalkulation hineinspielen. Apple vermeldete jüngst erneut Rekordzahlen. Die für Herbst erwarteten Preissteigerungen beim iPhone lassen viele noch einmal zugreifen, was den Bedarf an Komponenten erhöht.

Samsung Display und LG Display gelten als Hauptlieferanten Apples für OLED-Displays. Kleinere Mengen beziehe Apple auch von BOE aus China. Sie alle dürfen sich aktuell über größere Aufträge freuen. Beobachter rechnen damit, dass Apple die längere Lagerhaltung für eine ganze Weile beibehalten wird, um einen Puffer gegen hohe Tagespreise zu haben. Die sonst genutzte Möglichkeit, Preissenkungen bei Zulieferern durchzusetzen, sei aktuell kaum möglich, heißt es in dem Bericht.

Apple hat bereits in den vergangenen Wochen für große Teile seines Sortiments, darunter Macs und iPads, seine Preise erhöht. Das iPhone blieb bislang verschont, doch es gilt unter Analysten als ausgemachte Sache, dass sich nicht die Frage stellt, ob Apple auch diese Preise erhöht, sondern nur, um wie viel sie angehoben werden. Bereits im Februar zeichnete sich ab, dass die RAM-Inflation Apples iPhone-Line-up verändern könnte.

(mki)