Urteil gegen Instagram und Facebook: Strafe für Meta war überfällig


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Endlich. Ein US-Gericht nimmt Meta in die Pflicht und macht klar: Wer ein Produkt baut, das Kinder krank macht, haftet. Meta soll 567 Millionen Dollar (rund 492 Millionen Euro) für einen Fonds zahlen, der Jungen und Mädchen hilft, die durch soziale Medien Schaden genommen haben. Das ist überfällig.

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Wie gefährlich soziale Medien sein können, wissen wir nicht erst seit gestern. Meta kannte die eigenen Studien zu seinen Produkten Instagram und Facebook, über das Suchtpotenzial, die Gefahr, Essstörungen zu entwickeln, über Mobbing und Kinderpornografie. Passiert ist wenig. Lieber drehte der Konzern weiter an jenen Schrauben, die Nutzer am Bildschirm halten.

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Die Strafe mag ein Konzern mit Milliardengewinnen aus der Portokasse zahlen. Aber das Signal ist wichtig: Der Staat schaut hin. Er reguliert. Er klebt ein Preisschild an Verantwortungslosigkeit. Das ist keine Bevormundung. Das ist gut so. Wir kennen das Muster aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie: Zucker, Tabak und Alkohol – jeder soll selbst entscheiden. Aber kein Appell an die Selbstdisziplin hat Produkte verschwinden lassen. Und am Ende zahlt die Allgemeinheit – mit Krankheit.

Anne-Kathrin Neuberg-Vural

Anne-Kathrin Neuberg-Vural, Redakteurin Ratgeber & Wissen im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

So ist es auch bei den sozialen Medien. Der Einzelne verliert gegen Algorithmen. Jugendliche erst recht. Das entlässt Eltern nicht aus der Verantwortung: Handyzeiten regeln, Gespräche führen, hinschauen. Aber Eltern sind nicht die Aufsichtsbehörde für einen Weltkonzern. Gut, dass nun über 30 US-Bundesstaaten klagen und auch die EU-Kommission Änderungen fordert. Wenn Konzerne nicht handeln, müssen sie verurteilt werden. So oft, bis Kinderschutz billiger ist als Ignoranz.