Die besten und schlechtesten Kreuzfahrt-Reedereien laut NABU-Ranking


7. August 2026, 14:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Der Deutsche Naturschutzbund (NABU) hat sein neues Kreuzfahrtranking für 2026 veröffentlicht. Untersucht wurden 15 für den deutschen Markt relevante Reedereien hinsichtlich ihrer Klima- und Umweltschutzmaßnahmen. Das Fazit fällt erneut ernüchternd aus: Die Branche macht zwar Fortschritte bei Energieeffizienz und Landstrom, bleibt beim entscheidenden Thema klimafreundliche Antriebe aber weit hinter den Erwartungen zurück.

Für das aktuelle Ranking bewertete der NABU unter anderem Klimaziele, Effizienzmaßnahmen, den Verzicht auf Schweröl, die Nutzung von Landstrom, alternative Kraftstoffe und technische Lösungen zur Luftreinhaltung. Die Ergebnisse beruhen auf den freiwilligen Angaben der Reedereien.

An der Spitze stehen erneut die norwegischen Anbieter Havila und Hurtigruten. Mit 7,5 beziehungsweise 7,25 von maximal 17 Punkten schneiden sie am besten ab. Allerdings betont der NABU, dass selbst die Spitzenreiter nicht einmal die Hälfte der möglichen Punkte erreichen.

Auf dem gemeinsamen dritten Platz folgen Ponant, Mein Schiff (TUI Cruises) und AIDA Cruises mit jeweils sechs Punkten. Deutlich schlechter schneiden Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line und Schlusslicht Marella ab. Keine Auskünfte lieferten Phoenix Reisen, Viking Ocean Cruises und erstmals auch Nicko Cruises.

Das NABU-Kreuzfahrtranking 2026 in der Übersicht

Das NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2026 im Überblick
Das NABU-Kreuzfahrt-Ranking 2026 im Überblick Foto: NABU/Margherita Gagliardi

Fortschritte bei Landstrom und Energieeffizienz

Positiv bewertet der NABU die zunehmende Nutzung von Landstromanschlüssen und technische Verbesserungen an Bord. Viele Reedereien investieren in effizientere Schiffe, bessere Routenplanung, optimierte Rumpfformen und Batteriesysteme. Dadurch sinken die Emissionen pro Passagierkilometer teilweise.

Auch Windunterstützung gewinnt langsam an Bedeutung. Besonders Ponant setzt bereits entsprechende Technologien ein. Zudem nutzen einige Reedereien Batterien auf einzelnen Schiffen, darunter AIDA Cruises, Havila, Hurtigruten, HX Expeditions, Ponant und Royal Caribbean.

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Schweröl bleibt das größte Problem

Die größte Kritik des NABU richtet sich weiterhin gegen die Treibstoffwahl vieler Reedereien. Nur vier der untersuchten Unternehmen schließen den Einsatz von Schweröl konsequent aus. Der besonders klimaschädliche Kraftstoff wird noch immer vielfach verwendet, obwohl alternative Technologien verfügbar sind.

Auch Flüssigerdgas (LNG) betrachtet der NABU kritisch. Die Umweltorganisation sieht darin keine langfristige Lösung, da bei Förderung und Betrieb erhebliche Mengen Methan freigesetzt werden können. Stattdessen fordert sie Investitionen in klimaneutrale eFuels wie grünes Methanol oder Ammoniak.

Kreuzfahrten bleiben eine Belastung für Klima und Umwelt

Trotz einzelner Fortschritte sieht der NABU die Branche insgesamt weiterhin „auf fossilem Kurs“. Die Zahl der Kreuzfahrtgäste steigt kontinuierlich. Laut Branchenverband CLIA reisten 2025 weltweit rund 37,2 Millionen Menschen mit Kreuzfahrtschiffen – ein neuer Rekordwert. Für Deutschland wurden rund 2,8 Millionen Kreuzfahrtpassagiere gezählt.

Der NABU kommt deshalb zu einem klaren Schluss: Von einer klimaneutralen oder umweltfreundlichen Kreuzfahrt ist die Branche auch 2026 noch weit entfernt. Zwar gebe es technische Lösungen und erste Konzepte für vollelektrische Kreuzfahrtschiffe, doch bislang werde zu wenig investiert und der Wechsel zu klimafreundlichen Antrieben gehe zu langsam voran.