Kurioser Einsatz in Tirol: Bergretter bringen Wanderer Ersatzschuh auf den Berg


Kuriose Rettung in Tirol: Bergretter bringen Wanderer Schuh auf den Berg

Stand: 15.09.2026, 19:00 Uhr

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Eine Nachbarin wird zur Schlüsselfigur bei einem Bergrettungseinsatz im Tiroler Karwendel – der Wanderer zahlt am Ende die Rechnung.

Seefeld – Feste Bergschuhe zieht man an, wenn man ins Karwendel aufbricht. Am besten zwei, denn mit einem kommt man nicht weit – schon gar nicht auf einem ausgesetzten Höhenweg auf fast 2.300 Metern. Ein Tiroler Alpinist musste das Ende August 2026 am eigenen Fuß erfahren.

Mit Ersatzschuhen: Der Einheimische (r.) fuhr mit den Bergrettern in der Materialseilbahn ins Tal.

Mit Ersatzschuhen: Der Einheimische (r.) fuhr mit den Bergrettern in der Materialseilbahn ins Tal. © Bergrettung Seefeld/Reith

Der einheimische Wanderer war auf dem Weg zwischen der Nördlinger Hütte und dem Solsteinhaus unterwegs, als er im Bereich der Kuhljochspitze (2.297 m) Rast machte. Dabei zog er kurz die Bergschuhe aus – und einer rutschte in eine steile Rinne ab. Den Schuh zu bergen, war zu riskant, und weiterzugehen ohne Schuh unmöglich. Der Mann alarmierte die Leitstelle Tirol, die den Fall an die Bergrettung Seefeld/Reith weiterleitete.

Bergrettung Seefeld liefert Ersatzschuhe ins Karwendel

Was folgte, war ein Einsatz der besonderen Art. Ortsstellenleiter Andreas Wanner und sein Team dachten zunächst an den Polizeihubschrauber Libelle Tirol – der war an jenem Tag jedoch pausenlos im Einsatz. Also griff die Bergrettung zu einer bodengebundenen Lösung: Über Telefon verständigten die Retter eine Nachbarin des Mannes in Reith bei Seefeld. Sie brachte ein Paar Ersatzschuhe zum Dorfplatz, wo zwei Bergretter die Übergabe übernahmen, berichtet krone.at.

Die beiden fuhren mit der Materialseilbahn zur Nördlinger Hütte – der Hüttenwirt nahm die Anlage eigens dafür in Betrieb – und liefen dem Alpinisten entgegen. Was sie antrafen, schildert Wanner gegenüber krone.at: „Er hatte zwei Socken angezogen und einen Stofffetzen um den Fuß gewickelt.“

Kein Einzelfall: Falsches Schuhwerk fordert Tiroler Bergrettung regelmäßig

Dass Schuhwerk am Berg über Sicherheit oder Bergnot entscheidet, zeigt ein weiterer Tiroler Fall: Im April 2026 gerieten drei junge Deutsche im Bezirk Reutte in Bergnot, weil sie teils in Turnschuhen und Jogginghosen auf das Schönjöchl (1.661 m) aufgestiegen waren. Die Bergrettung Reutte musste einen Polizeihubschrauber anfordern, der die Männer per Taubergung ins Tal brachte, berichtet tirol.orf.at.

Mit den Ersatzschuhen an den Füßen machte sich der Karwendel-Alpinist gemeinsam mit den Bergrettern zurück zur Nördlinger Hütte. Von dort fuhr das Trio per Materialseilbahn ins Tal. Wanner über die Reaktion des Geretteten: „Der Mann war sehr dankbar, er hat einfach nicht gewusst, was er ohne Schuh tun sollte.“ Den Abschluss des kuriosen Einsatzes bildet eine Rechnung, die dem Alpinisten noch ins Haus flattert. Gutes Schuhwerk ist indes auch bei diesen fünf Gipfeltouren um München zu empfehlen. (Quellen: krone.at, tirol.orf.at) (cgsc)