52 Euro für fünf Tage: Land Hessen ermöglicht Urlaub für einkommensschwache Familien
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52 Euro für fünf Tage Land ermöglicht Urlaub für einkommensschwache Familien
Eine Auszeit für Familien, die sich das aus eigener Kraft nicht leisten können: Das Land fördert Freizeiten für Ein-Eltern- und Mehrkindfamilien. Das Angebot an drei hessischen Orten wird gut angenommen.
Die Familien können auf den Freizeiten an jeder Menge gemeinsamer Aktivitäten teilnehmen. Bild © Sina Philipps, hr
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03:10 Min.|Sina Philipps
Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite
Einmal Durchatmen, den Horizont erweitern, den Alltagsstress wirklich hinter sich lassen: Urlaub ist für die meisten aus ihrer Jahresplanung nicht wegzudenken. Doch es gibt auch viele, die darauf verzichten müssen. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, kann sich jeder fünfte Mensch in Deutschland eigenen Angaben nach keinen einwöchigen Urlaub leisten.
Vor allem Alleinerziehende und Alleinlebende sind demnach betroffen. Ein gemeinsames Projekt der "Hessenstiftung Familie hat Zukunft" und des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) soll in Hessen Abhilfe schaffen und Familien die wichtige Auszeit ermöglichen.
Zehn Prozent Eigenanteil
Ein-Eltern- und Mehrkindfamilien können sich online für verschiedene Reisen anmelden - über ein Wochenende oder fünf Tage nach Korbach (Waldeck-Frankenberg), Biedenkopf (Marburg-Biedenkopf) und Rotenburg an der Fulda (Hersfeld-Rotenburg). Durch die Förderung der Hessenstiftung von insgesamt rund 530.000 Euro zahlen die Urlauberinnen und Urlauber dort nur zehn Prozent Eigenanteil. Man kann einmalig teilnehmen über einen Zeitraum von zwei Jahren.
"Es ist recht einfach - wir haben versucht, keine hohen bürokratischen Hürden einzubauen. Es muss kein Antrag gestellt werden, es muss kein Nachweis erbracht werden", sagt Projektleiter Minas Mandt im Interview mit dem hr. Das Angebot für dieses Jahr ist ausgebucht - ab Oktober sind Anmeldungen für 2027 möglich.
Minas Mandt plant und koordiniert die geförderten Familienfreizeiten in Hessen. Bild © Sina Philipps, hr
"Enorme Entlastung" für Alleinerziehende
Die 45-jährige Monika war mit ihrem Sohn Maurice bei einer Freizeit in Rotenburg an der Fulda. "Für die fünf Tage müssten wir sonst 520 Euro bezahlen. So bezahle ich nur zehn Prozent, also 52 Euro. Das ist enorm", so die Alleinerziehende. Im Sommer besucht sie ansonsten ihre Familie und Freunde in Polen, für mehr reicht ihr Gehalt als Lehrkraft an einer Grundschule nicht.
Die geförderten Familien-Freizeiten in Rotenburg starten mit einem gemeinsamen Kennenlernabend, sagt Dorothea Wecker von der dortigen Jugendherberge. So komme man schnell in Kontakt und finde Gemeinsamkeiten. "Zum Beispiel beim Spiel 'Wer noch?' Da erzählt man was über sich, wie: 'Ich spiele gern Fußball - wer noch?' - Und dann sieht man, wer noch alles Fußball spielt", so Wecker.
Aktivitäten und neue Freunde: "Ein ganz schönes Erlebnis"
Der zehnjährige Maurice hat sich so gleich zu Anfang mit einem anderen Jungen angefreundet. Die beiden spielen während der Freizeit viel zusammen. "Heute waren wir im Wald und haben neue Tiere entdeckt. Wir haben einen 16-Punkte-Marienkäfer gefunden - richtig schön", berichtet Maurice begeistert. Sein Highlight sei aber die Nachtwächter-Führung durch Rotenburg gewesen.
Auch Mama Monika erinnert sich an einen tierischen Höhepunkt: Ehrenamtliche des DRK stellten den Familien ihre Rettungshunde vor. "Das war sehr spannend für die Kinder, da durften wir uns verstecken und wurden von den Hunden gesucht - mal was ganz Neues", so Monika.
Nach Projekt-Ende 2027: DJH will weitermachen
Der DJH hat Freizeiten-Koordinator Mandt zufolge auch andere familienfreundliche Angebote in petto: "Wir bauen Kinderfreizeiten in unseren Jugendherbergen aus und gestalten das Reisen mit Familien attraktiver", so Mandt. Ersetzen können diese Angebote die geförderten Freizeiten allerdings nicht, vor allem was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.
Die aktuelle Förderperiode für das Familienfreizeit-Projekt noch bis September 2027. Wie es danach weitergeht, ist aktuell noch unklar. Der DJH will sich laut Mandt für eine Weiterführung stark machen.