Länder fürchten Sanktionen: Wirtschaftskrieg der USA gegen Teheran wird an Flughäfen spürbar
Länder fürchten SanktionenWirtschaftskrieg der USA gegen Teheran wird an Flughäfen spürbar
23.09.2026, 07:42 Uhr
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Die USA wollen iranische Airlines "weltweit lahmlegen". Wer ihnen Kerosin bereitstellt oder die Abfertigung übernimmt, wird mit harten Sanktionen bestraft. Nun zeigt die Drohung der US-Regierung Wirkung - auch ein britisches Unternehmen reagiert.
Bereits einen Tag vor ihrem Inkrafttreten haben sich verschärfte US-Sanktionen gegen iranische Fluggesellschaften iranischen Angaben zufolge auf den Flugverkehr in der Region ausgewirkt. Der Flughafen Bagdad werde von "einem britischen Unternehmen betrieben, das aus Angst vor Sanktionen" bereits am Dienstag die "Einschränkung und Streichung" iranischer Flüge verfügt habe, erklärte der Sprecher der iranischen Zivilluftfahrt laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Aus irakischen Regierungskreisen hieß es, dass sich Bagdad an die US-Maßnahme halten werde. Die iranische Zivilluftfahrt hofft ihrem Sprecher zufolge, die von Bagdad gestrichenen Flüge zum Flughafen von Nadschaf umzuleiten, eine bei iranischen Pilgern beliebte heilige Stadt im Zentrum des Nachbarlandes.
US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag in Washington gesagt, ab dem 23. September würden iranische Airlines "weltweit lahmgelegt". Er drohte allen Ländern mit einem Ausschluss aus dem Dollarsystem, wenn sie dem Iran Kerosin für seine Maschinen bereitstellten oder die Bodenabfertigung übernähmen.
Die neuen Sanktionen richten sich nach Angaben aus dem US-Finanzministerium gegen alle iranischen Fluggesellschaften, die bisher noch nicht von solchen betroffen waren. Betroffen sind demnach insgesamt 36 iranische Airlines und Unternehmen der Luftfahrtbranche in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Malaysia und Kasachstan.
Neben Bagdad nehme auch Omans Hauptstadt Maskat bereits jetzt keine iranischen Flugzeuge mehr auf, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die übrigen internationalen Flüge, "einschließlich der Flüge nach Istanbul", finden dagegen demnach "wie geplant" statt. Die Nachrichtenagentur Isna berichtete überdies am Dienstagabend von Verhandlungen mit den omanischen Behörden. Irans staatliche Fluggesellschaft Iran Air hatte zuvor erklärt, keine offiziellen Anweisungen seitens der Türkei, Aserbaidschans oder des Irak hinsichtlich einer Aussetzung des Flugverkehrs erhalten zu haben.
Seit Montag verbietet bereits das Kaukasusland Georgien alle iranischen Flüge in seinem Luftraum. Die private iranische Fluggesellschaft Mahan Air teilte mit, auf Ersuchen der türkischen Behörden das Aussetzen all ihrer Flüge in das Nachbarland eingeleitet zu haben.
Im Iran gibt es 27 Fluggesellschaften. Die meisten von ihnen bieten Inlandsflüge an. Iran Air und Mahan Air sind die beiden wichtigsten Fluggesellschaften mit internationalen Verbindungen - vor allem in Nachbarländer, aber auch nach Russland und China. Peking erklärte am Dienstag, es lehne "einseitige, illegale Sanktionen" ab.
Quelle: ntv.de, nbr/AFP