Landrat Will prangert Beleidigungen gegen Bürgermeister im Netz an


Stand: 30.07.2026, 18:26 Uhr

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Landrat Thomas Will (SPD) am 23.02.20263 bei der Sitzung des Kreistages in Groß-Gerau.

Landrat Thomas Will (SPD) möchte Anfeindungen im Internet zum Thema machen. © Michael Schick

Der Groß-Gerauer Landrat Thomas Will will Hass im Internet zum Thema in der nächsten Bürgermeisterdienstversammlung machen. Der Riedstädter Bürgermeister wurde auf Facebook als „Quetschmann" beschimpft.

Kreis Groß-Gerau – Der Groß-Gerauer Landrat Thomas Will (SPD) will Hass und Hetze im Netz zum Thema machen. „Es gibt mittlerweile sehr viele ausfällige und abfällige Kommentare zu Internetbeiträgen, die sich gegen Bürgermeister und Bürgermeisterinnen richten“, sagt Will. Dies werde er in der nächsten Bürgermeisterdienstversammlung thematisieren, teilte er mit. Gegen die Polarisierung in sozialen Medien und gegen unsachliche Tiraden wolle er ein Signal setzen und verstärkt auf Grenzen hinweisen.

Als aktuelles Beispiel nennt Will Beleidigungen des Riedstädter Bürgermeisters Marcus Kretschmann (CDU). Dieser sei im Zusammenhang mit der Grundsteuererhöhung in Riedstadt auf Facebook als „Quetschmann“, der die Bürgerinnen und Bürger ausnehme, dargestellt worden. „Damit ist eine Grenze überschritten“, so der Landrat.

Finanznot sorgt für Kritik an Verwaltung

Die Kommunen im Kreis Groß-Gerau wie im restlichen Deutschland litten unter einer strukturellen finanziellen Unterversorgung. Um Pflichtaufgaben erfüllen zu können, würden daher allerorten Kreis- und Schulumlagen, Gebühren und Steuern erhöht. Am Ende kämen diese Finanznöte schmerzhaft bei den Bürgerinnen und Bürgern an, die mehr für die Infrastruktur in ihren Städten und Gemeinden bezahlen müssten, so Will. Die Reaktionen darauf seien vielfältig: Petitionen, Aktionstage, Proteste und lautstarke Kritik auf Social Media – bis hin zu ungerechten, unsachlichen Beschimpfungen der, oftmals nur vermeintlich, Verantwortlichen aus der Verwaltung.

Die Reaktionen darauf seien vielfältig: Petitionen, Aktionstage, Proteste und lautstarke Kritik auf Social Media – bis hin zu ungerechten, unsachlichen Beschimpfungen der oftmals nur vermeintlich Verantwortlichen aus der Verwaltung.

„Wenn wiederholt unwidersprochen der Umgangston überrau wird, wenn Kritik nur noch persönlich ist, dann färbt das negativ ab auf unseren demokratischen Zusammenhalt und ist Wasser auf die Mühlen der antidemokratischen Kräfte“, so der Landrat. An der Lösung von Problemen müsse gemeinsam und konstruktiv gearbeitet werden. Und das auf respektvolle Art und Weise, appelliert Will.