Schwere Zeiten für Laura Freigang - und trotzdem bärenstarke Leistungen


Laura Freigang trifft doppelt für Eintracht Frankfurt – und schweigt

Stand: 23.08.2026, 12:27 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Die Stürmerin von Eintracht Frankfurt schnürte zum Bundesliga-Auftakt gegen den 1. FC Köln gleich den nächsten Doppelpack. Nur wartet gegen Paris St. Germain der Lackmustest.

Ihre ausgebreiteten Arme, ihr fröhliches Lächeln und ein feiner Doppelpack werden offenbar zum Markenzeichen der neuen Spielzeit: Laura Freigang machte mit den Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt zum Bundesliga-Auftakt gegen den 1. Köln (2:0) genau da weiter, wo sie im Finale des Mini-Turniers zur Champions-League-Qualifikation gegen Malmö FF (2:0) aufgehört hatte: Ihr Doppelpack am Samstag war die nächste Antwort auf die Unruhe um ihre Person.

Fussball Google Pixel FrauenBundesliga, Eintracht Frankfurt - 1.FC Köln

Gleich klingelt‘s im Kölner Kasten: Laura Freigang trifft zum 1:0 für die Eintracht. © IMAGO/Josh Hoffmann

Beide Male hatte Ereleta Memeti ihr mustergültig den Ball aufgelegt, so dass die 28-Jährige ihre Abschlussqualitäten zur Freude der 3052 Zuschauer im Stadion am Brentanobad unter Beweis stellte (12. und 45.). Man harmoniere nach einem Jahr immer besser, erklärte die kosovarische Dribblerin bei Magenta TV. „Das macht auch richtig viel Spaß mit ihr. Ich weiß tatsächlich jetzt schon blind, wo sie steht.“

Laura Freigang erweist sich als Eintracht-Schlüsselspielerin

Während es aus der Vorlagengeberin nur so heraussprudelte, wollte die Doppeltorschützin diesmal nichts sagen. Gegen Freigang läuft bekanntlich ein Ermittlungsverfahren, weil sie innerhalb von zwölf Monaten drei Dopingkontrollen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) verpasst hat. Eine unangenehme Angelegenheit, die Frankfurts Kapitänin in einigen Monaten eine Sperre bescheren könnte, was sie vor den Augen ihrer Eltern auf dem Platz abschüttelte wie eine lästige Fliege.

Absolut Eintracht – der Newsletter ⚽

Der „Absolut Eintracht-Newsletter“ - ein Muss für SGE-Fans

Der „Absolut Eintracht-Newsletter“ - ein Muss für SGE-Fans © Plietsch/Imago

Seien Sie näher an der Eintracht dran als je zuvor! Unser SGE-Newsletter versorgt Sie mit den wichtigsten News, liefert Ihnen Videos, Reportagen und exklusive Interviews direkt und ganz bequem in Ihr Postfach.

Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren und Teil der SGE-Community werden. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden!

Sind Sie dabei?

HIER geht‘s direkt zur Anmeldung!

Trainer Niko Arnautis reagierte genervt auf entsprechende Nachfrage: „Wir thematisieren das Null. Ihre Leistungen sprechen für sich. Sie ist voll da.“ Beim dienstältesten Bundesliga-Coach klang ein wenig Unverständnis durch, dass die sportliche Leistung („wir hatten 21,22 Abgänge in zwei Jahren“) durch die komplexe Causa im Grunde zu wenig gewürdigt werde. Man habe ein „neues Fundament“ gelegt und eine „tolle, entwicklungsfähige Mannschaft“ zusammen.

Der 46-Jährige will natürlich auch deshalb keine Ablenkung, weil bereits am Mittwoch Paris St. Germain zum Hinspiel in den Champions-League-Playoffs kommt. Eine Mannschaft aus dem hohen Regal“, wie Arnautis sagte, der mit seinem Team bei drei von vier Anläufen in die Gruppen- bzw. Ligaphase der Königsklasse scheiterte. Die PSG-Partien werden der internationale Lackmustest für die neu zusammengestellte Frankfurter Mannschaft, die in ihren Abläufen zu diesem Zeitpunkt recht gefestigt wirkte.

Sonst hätte man auch nicht kürzlich das Testspiel bei OL Lyon (2:1) gewonnen, wie der Trainer anmerkte. Gut integriert ist auch Freigangs Sturmpartnerin Larissa Mühlhaus, die sich im Wechselspiel fallen lässt – und gegen die Rheinländerinnen viele Bälle im Sturmzentrum behauptete. An der Neu-Nationalspielerin wird die Eintracht noch viel Freude haben.

Verstecken muss sich Frankfurt vor dem Dritten aus Frankreich gewiss nicht. Sportdirektorin Babett Peter („Wir wollen keinen Schritt zurück machen, sondern ein Topklub in Deutschland bleiben“) hat einen Kader gebastelt, der sich inzwischen auch in der Breite sehen lassen kann. Wer locker auf Sara Doorsoun und Rebecka Blomqvist in der Startelf verzichten kann, der verfügt über Qualität in der zweiten Reihe.

Eintracht mit großen Zielen

Die Schweizer Nationalspielerin Noemi Ivelj hatte eigentlich fest gehofft, im zentralen Mittelfeld den Platz neben der schwedischen Nationalspielerin Hanna Bennison zu ergattern. Doch die quicklebendige Allrounderin Dilara Acikgöz hat als Eintracht-Eigengewächs aktuell die Nase vorn. Ivelj: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich bin nicht enttäuscht, aber das Team steht im Vordergrund.“ Und ja, es stimme: „Wir haben auf der Bank sehr gute Waffen.“

Es liegt am Trainer, diese ruhig auch mal früher einzuwechseln als in der vergangenen Saison, als die Eintracht immer dann in entscheidenden Begegnungen Probleme hatte, wenn der Matchplan nicht aufging. Im ersten Bundesligaspiel hatte die Eintracht das Glück, dass der 1. FC Köln die mit der Verpflichtung von Nationalspielerin Kathrin Hendrich untermauerten Ambitionen mit Füßen trat. Trainerin Britta Carlson gab zu: „Erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen. Da waren wir träge und müde.“ Eine hellwache Laura Freigang hat es zu nutzen gewusst.