Weniger Parteien, mehr Wahllokale: Alles, was Sie rund um die Berlin-Wahl 2026 wissen müssen


Am 20. September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. So heißt das Landesparlament in der Hauptstadt. Außerdem bestimmen die Wählerinnen und Wähler die Zusammensetzung der Kommunalparlamente in den zwölf Bezirken neu. Fragen und Antworten zum Wahlgang:

Wie viele Parteien treten an?

Dieses Mal nehmen nur halb so viele Parteien mit eigenen Listen an der Wahl teil wie vor drei Jahren. 17 Parteien treten für das Abgeordnetenhaus an – zwölf davon mit Landes- und fünf mit Bezirkslisten. Zum Vergleich: Bei der Wiederholungswahl 2023 konkurrierten noch 33 Parteien um die Wählerstimmen: 26 mit Landeslisten und sieben mit Bezirkslisten.

Wie ist die Ausgangslage?

Seit 2023 regiert in Berlin eine Koalition von CDU und SPD. Regierender Bürgermeister ist Kai Wegner (CDU), der nicht noch einmal für das Amt kandidiert. Am 10. Juli trat er als Spitzenkandidat seiner Partei zurück: Grund waren Debatten und immer neue Enthüllungen über seine falschen Angaben zum Krisenmanagement während eines großen Stromausfalls im Januar.

Aktuelle Sonntagsfrage für Berlin

Umfrage zur Abgeordnetenhauswahl, verglichen mit dem Wahlergebnis von 2023. Über die Pfeile blättern Sie zu älteren Umfragen.

wahlrecht.de, Civey, Stand

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Umfragen versprechen einen besonders spannenden Wahlabend. Denn CDU, Linke, AfD und Grüne sind in den jüngsten Erhebungen in unterschiedlicher Reihenfolge bei 17 bis 22 Prozent vergleichsweise eng beieinander. Die SPD rangierte mit zwölf bis 15 Prozent auf Platz fünf. FDP und BSW sehen die Umfragen nicht im Parlament. Auf dieser Basis wären nach der Wahl keine Zweierbündnisse mehr möglich. Als realistische Optionen gelten Dreier-Koalitionen von CDU, Grünen und SPD oder Linken, Grünen und SPD.

Berlin-Wahltrend: Mögliche Koalitionen

Politisch denkbare Bündnisse laut aktuellem gewichtetem Umfragedurchschnitt. Das Häkchen markiert eine rechnerische Mehrheit.

wahlrecht.de, Civey, Stand

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Wie viele Berlinerinnen und Berliner dürfen wählen?

Zur Wahl des Abgeordnetenhauses sind rund 2,5 Millionen Menschen wahlberechtigt, etwas mehr als 2023 (2,43 Millionen). Erstmals dürfen 16- und 17-Jährige abstimmen, das Landesparlament hatte das Wahlalter zuletzt gesenkt. Diese Gruppe stellt etwa zwei Prozent der Wahlberechtigten.

Für die Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen gilt schon länger das Mindestwahlalter 16. Außerdem dürfen auf der kommunalen Ebene auch Bürgerinnen und Bürger anderer EU-Staaten wählen. Dadurch ergibt sich hier eine Gesamtzahl von 2,75 Millionen Wahlberechtigten.

Der Wahltrend für Berlin

Trend der Parteien in den letzten drei Monaten, gewichteter Durchschnitt

aus Einzelumfragen

, letzte Umfrage

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Wie viele Stimmen haben die Wähler?

Für die Wahl zum Abgeordnetenhaus haben Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen, die sie erstmals auf einem Stimmzettel statt auf zweien abgeben können. Mit der Erststimme wählen sie ihren Direktkandidaten in einem der 78 Wahlkreise. Mit der Zweitstimme wählen sie eine Landes- oder Bezirksliste einer Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die Sitzverteilung zwischen den Fraktionen im Parlament. Dieses besteht regulär aus 130 Abgeordneten. Aktuell sind es durch Überhang- und Ausgleichsmandate 159. Für die Bezirksverordnetenversammlung haben Wählerinnen und Wähler eine Stimme.

Berlin-Wahl 2026

Fragen Sie die Wahlprogramme

Fragen Sie die Wahlprogramme

Die Antworten kommen aus den offiziellen Programmen zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September.

Antworten sind KI-generiert auf Basis der offiziellen Wahlprogramme

Wie viele Wahllokale gibt es in Berlin?

Geplant sind etwa 2542 Urnenwahllokale, ein Zehntel mehr als bei der Wiederholungswahl 2023. Sie haben von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Hinzu kommen 1572 Briefwahllokale. Jedes Urnenwahllokal soll mit vier bis sechs Wahlkabinen ausgestattet sein. Bis zu 40.000 Wahlhelfer werden im Einsatz sein, rund 5000 mehr als zuletzt. Sie sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen und bekommen für ihr Engagement bis zu 120 Euro „Erfrischungsgeld“.

Wahlhelferin Dorothea Köhler steht vor der "Moabiter Grundschule", bei der sie bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2023 hilft.

Dorothea Köhler, hier vor der Moabiter Grundschule, war als Wahlhelferin bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von 2023 im Einsatz.

© David Heerde/David Heerde

Warum wird in Berlin so oft gewählt?

2021 fanden die Wahl zum Abgeordnetenhaus und die Bundestagswahl parallel statt – und endeten in einem beispiellosen Desaster. Es traten schwerwiegende Pannen auf, zum Teil fehlten Stimmzettel, zum Teil wurden sie vertauscht, zum Teil gab es lange Schlangen vor Wahllokalen. Die Wahlen zum Landesparlament wie auch zu den Bezirksparlamenten mussten daraufhin im Februar 2023 komplett wiederholt werden, die Bundestagswahl ein Jahr später teilweise.

An der Dauer der Legislaturperiode, die in Berlin fünf Jahre dauert, änderte sich indes nichts. Daher wird nun nach dreieinhalb Jahren statt nach fünf Jahren ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Für die Berlinerinnen und Berliner ist das der sechste Wahltag binnen fünf Jahren.

Wann werden die Wahlergebnisse bekannt?

Zuerst wird die Wahl zum Abgeordnetenhaus ausgezählt, dann folgen die Wahlen zu den Bezirksverordnetenversammlungen. Prognosen und Hochrechnungen zum landesweiten Abschneiden der Parteien gibt es nach Schließung der Wahllokale ab 18.00 Uhr. Das vorläufige Ergebnis für Berlin könnte nach den Erfahrungen bei früheren Wahlen gegen 1.00 Uhr vorliegen.

Bei der Wiederholungswahl 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent der Zweitstimmen klarer Sieger. SPD und Grüne kamen jeweils auf 18,4 Prozent, wobei die Sozialdemokraten wenige Stimmen mehr hatten. Die Linke bekam 12,2 Prozent, die AfD 9,1 Prozent. Die FDP flog mit 4,6 Prozent aus dem Abgeordnetenhaus. (dpa)