Laura Freigang trifft doppelt – trotz drohender Dopingsperre
Stand: 09.08.2026, 17:01 Uhr

Die Kapitänin schießt Eintracht Frankfurt mit zwei Toren ins Finale der Champions-League-Qualifikation. Gegen sie ermittelt der DFB wegen dreier verpasster Dopingtests.
Es schien an diesem warmen Sommerabend, als würde Laura Freigang sich gleich in doppelter Hinsicht den Frust von der Seele schießen. Jenen darüber, dass sie und die anderen Fußballerinnen der Frankfurter Eintracht sich im Duell gegen Malmö FF trotz drückender Dominanz und vieler Chancen erst durch ihren eigenen ersten Treffer in der 39. Minute belohnten, dem die Kapitänin in der 76. noch einen zweiten zum 2:0 (1:0)-Endstand folgen lassen sollte.
„Große Hoffnung, dass alles gut ausgeht“
Mit diesem Sieg im Finale des Miniturniers der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation ist der Bundesligist aus Hessen wieder einen Schritt näher an die Königsklasse herangerückt. Am Dienstag (13 Uhr) wartet im schweizerischen Nyon die Auslosung für die Playoffs. In diesen könnte die Eintracht in Hin- und Rückspiel am 26. August und 2. September auf den FC Chelsea, Real Madrid, Paris Saint-Germain oder Juventus Turin treffen.
Weniger leicht überspielen lässt sich Freigangs persönliche Krise. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt gegen die 28-Jährige wegen dreier verpasster Dopingtests. Eine Sperre von bis zu zwei Jahren wäre möglich. Lange hatte Freigang selbst zu den Vorwürfen in der Öffentlichkeit geschwiegen. Mitte der vergangenen Woche bezog sie erstmals in einem vereinseigenen Podcast Stellung zu dem Fall und erklärte, sie habe „keine Scham vor dem Thema“ und wolle, soweit möglich, offen damit umgehen. Zuvor hatte der Klub Interviewanfragen abgeblockt. Am Samstag, nach dem Spiel, erhielt allein der Hessische Rundfunk die Möglichkeit, Freigang ein paar Fragen zu stellen.
Dabei erklärte die Nationalspielerin, sie sei „großer Hoffnung und guter Dinge, dass alles gut ausgeht. Das ist alles noch nicht bestätigt, es ist eine offene Situation und natürlich nicht einfach für mich.“ Aber es gehe ihr gut. Schon vorher hatte Freigang betont, dass sie versuche, „so positiv wie möglich an diese ganze Sache heranzugehen“ und darin eine Chance zu sehen. „Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich auf dem Platz habe. Das gibt noch mal eine ganz andere Perspektive, wenn man mit solchen Tatsachen konfrontiert wird. Das rüttelt einen schon auf.“
Dass es Freigang gelingt, sich auf dem Rasen auf ihre Leistung zu konzentrieren, bewies sie in den beiden ersten Pflichtspielen: Schon beim 8:0-Triumph gegen Omonia Nikosia am Mittwoch hatte sie einen Treffer beigesteuert. Die Teamkolleginnen danken der Stürmerin für ihre wichtigen Beiträge. „Die Ermittlungen spielen für das Team keine Rolle“, sagte Dilara Acikgöz, die Freigang per Ecke die Vorlage zu ihrem ersten Treffer geliefert hatte. „Laura ist genauso da wie davor. Wir haben heute gesehen, dass sie auf dem Platz funktioniert, und wir sind dankbar, dass sie weiterhin so stark ist.“
Dem pflichtete die gegen die Schwedinnen sehr agile Ereleta Memeti bei: „Wir unterstützen uns alle gegenseitig, und man hat heute gemerkt, dass Laura trotz der ganzen Sache immer ihre Performance liefern kann“, sagte die 27-Jährige. „Sie ist eine Riesenstütze für uns als Kapitänin, aber auch als Mensch.“
Kompliment von Trainer Arnautis
Nach zwei freien Tagen zu Wochenbeginn geht es für die Frankfurterinnen zurück ins intensive Training, wie Niko Arnautis ankündigte. Vor dem Ligaauftakt mit dem Heimspiel am 22. August gegen den 1. FC Köln wartet noch ein letzter Test am 16. August gegen Olympique Lyon.
„Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie mit den vielen Veränderungen nach so kurzer Zeit schon so reif und flexibel spielt“, sagte der Trainer mit Blick auf das Miniturnier. In den nächsten Tagen liege der Schwerpunkt auf dem „Feinschliff in Sachen Athletik“. Lyon, sagte Arnautis, sei für ihn in den vergangenen Jahren immer das „Nonplusultra“ neben Barcelona gewesen. Das Duell mit den Französinnen sollte damit nicht nur eine gute Generalprobe für den nationalen Wettbewerb, sondern auch für die letzte Runde der Königsklassenqualifikation sein, in der die Eintracht zum zweiten Mal nach 2023/24 den entscheidenden Schritt in Europa gehen will.