37 Twistringer Senioren lernen neue Radwege-Regeln – und staunen
Stand: 09.08.2026, 17:00 Uhr
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Bei einer Infoveranstaltung der Polizei erklärte eine Verkehrssicherheitsberaterin die neuen Fahrradspuren und die Fahrradstraße an der Luchtenburg.
Twistringen – Wer in Twistringen mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss aufmerksam bleiben: Neue Fahrradspuren auf der Bundesstraße, die Fahrradstraße an der Luchtenburg und veränderte Verkehrsführungen verlangen auch erfahrenen Verkehrsteilnehmern einiges ab. Besonders für Senioren stellt sich dabei die Frage: Wie bleibe ich mobil, ohne mich unnötig in Gefahr zu bringen?

Antworten darauf erhielten 37 Teilnehmer bei einer Infoveranstaltung zum Thema „Radfahren in Twistringen – neue Herausforderungen im Straßenverkehr”, die von Polizeioberkommissarin Johanna Hoffmeister gehalten wurde. Die 32-jährige Verkehrssicherheitsberaterin leistet innerhalb des Landkreises Diepholz präventive Arbeit und informiert Bürgerinnen und Bürger über ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr.
Das abwechslungsreiche Format sorgte für zahlreiche Aha-Momente. Auch die Referentin selbst stellte fest, wie stark sich der Straßenverkehr verändert hat: Ihre Führerscheinprüfung liege inzwischen mehr als zehn Jahre zurück – seitdem habe sich vieles weiterentwickelt. Eine Tatsache, die die Besucherinnen und Besucher sicherlich nachvollziehen könnten, scherzte Hoffmeister während ihres Vortrags.
In einem interaktiven Austausch konnten die Senioren ihr eigenes Wissen unter Beweis stellen. Manche Verkehrsregeln sorgten dabei für Überraschung, andere waren den Teilnehmern bereits bekannt. Unwissen sei jedoch kein Grund zur Sorge, betonte Hoffmeister. Entscheidend sei, offen für Neues zu bleiben und keine Angst davor zu haben, dazuzulernen. Der Vortrag forderte die Senioren nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitdenken auf. Eigene Erfahrungen und Fragen aus dem Alltag flossen immer wieder ein. Aus dem Publikum kamen dabei auch kritische Stimmen: An einigen Stellen sorgte eine fehlende oder unklare Beschilderung weiterhin für Verwirrung.
„Das kann schnell mal gefährlich werden“, erinnert sich Hedwig Harms an die ein oder andere brenzlige Situation im heimischen Straßenverkehr. Die erste Vorsitzende des Seniorenbeirats Twistringen weiß, dass die Veränderungen an den Radwegen für viele ältere Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung darstellen können. Trotzdem dürften diese Entwicklungen nicht dazu führen, dass Menschen ihre Mobilität verlieren.
Gerade das gegenseitige Verständnis zwischen den Verkehrsteilnehmern sei ein wichtiger Punkt. „Meist schimpfen die Autofahrer über Radfahrer und andersherum das Gleiche“, fasste Hoffmeister aus ihrer achtjährigen Erfahrung im Einsatz- und Streifendienst zusammen. Eine Erkenntnis sei dabei besonders wichtig: „Die Fahrbahn ist nicht nur für Autofahrer bestimmt.“
Der Wunsch nach mehr Aufklärung und gegenseitigem Verständnis war auch der Ausgangspunkt für die Veranstaltung. Aus persönlichen Erfahrungen mit schwierigen Situationen im Straßenverkehr entstand bei Hedwig Harms die Idee, ein entsprechendes Angebot für Senioren anzubieten. Gemeinsam mit Anne Westermann, Mitglied des Seniorenbeirats, und Anke Döpkens, Seniorenbeauftragte der Stadt Twistringen, wurde das Vorhaben schließlich umgesetzt.
Zum Abschluss ging es gemeinsam nach draußen. Einige Teilnehmer, begleitet vom ehrenamtlichen ADFC-Geleit, führten abschließend eine kurze Fahrt auf den Wegen der Fahrradspuren durch, auch die Fahrradstraße an der Luchtenburg wurde befahren. Diese soll durch die besondere Verkehrsführung dazu beitragen, hohe Geschwindigkeiten zu reduzieren und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen.
Die Veranstaltung machte deutlich: Sicherer Straßenverkehr beginnt nicht allein mit neuen Regeln oder baulichen Veränderungen. Vor allem gegenseitige Rücksichtnahme und ein gemeinsames Verständnis für die Regeln des Straßenverkehrs sind entscheidend für mehr Sicherheit.
Von Anna Katharina Kalvelage