Laut Psychologie: Clevere Menschen wirken in Gesprächen durch einen Kniff „sozial kompetenter“
Stand: 12.09.2026, 15:35 Uhr
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Eine alltägliche Angewohnheit in Gesprächen macht Menschen sympathisch. Eine Expertin erklärt, wieso diese Personen besser ankommen.
Hamburg – Gute Kommunikation ist die Basis für zwischenmenschliche Beziehungen – und den meisten Menschen vermutlich auch sehr wichtig. Schließlich möchte niemand missverstanden werden. Die Art der Kommunikation entscheidet dabei oft auch darüber, ob wir unser Gegenüber sympathisch finden. Ob beim ersten Date oder beim Bewerbungsgespräch: Es gibt laut Psychologie einige Kniffe, die sich positiv auf die Außenwahrnehmung auswirken und einen guten Eindruck hinterlassen.

Ein Rat ist dabei besonders leicht zu befolgen und naheliegend: Fragen stellen macht sympathisch. „Menschen, die viele Fragen stellen, werden als sozial kompetenter wahrgenommen“, sagt Tina Kretschmer, Professorin für Pädagogische und Entwicklungspsychologie an der FAU Erlangen, der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. „Und Beziehungen, in denen viel gefragt wird, werden als glücklicher empfunden.“
Auch die Forschung bestätigt das: Eine Analyse dreier Studien aus dem Jahr 2017 zeigt, dass Menschen, die mehr Fragen stellen, von ihren Gesprächspartnern als deutlich sympathischer eingeschätzt werden. Besonders Folgefragen – also Fragen, die sich direkt auf das Gesagte des Gegenübers beziehen – erhöhten dabei die Sympathie.
Professorin: Kinder haben natürliche Neugier – diese wird irgendwann unterdrückt
Personen, die bei der Untersuchung instruiert wurden, mehr Fragen zu stellen, wurden als „responsiver“ wahrgenommen – responsiv ist hierbei eine Mischung aus Zuhören, Validierung, Verständnis und Fürsorge. Wer Fragen stellt, wird nachweislich als aufmerksamer, verständnisvoller und interessierter wahrgenommen. Gleichzeitig unterschätzen Menschen bei sich selbst, wie stark das Fragestellen die eigenen Sympathiewerte erhöht. Für die drei Studien wurden insgesamt mehr als 700 Personen und ihre Kennenlerngespräche beobachtet und ausgewertet.
Kinder stellen oft von Natur aus viele Fragen. „Junge Kinder haben eine ausgeprägte Neugier – sie fragen, wen jemand lieber mag oder warum jemand traurig ist. Irgendwann hören wir damit auf“, sagt Kretschmer. Die Expertin geht davon aus, dass diese natürliche Neugier von der Gesellschaft unterdrückt wird, indem Kindern gesagt werde, sie sollten nicht so neugierig sein. Sobald die Perspektivübernahme richtig einsetze, „nehmen wir an, schon zu wissen, was die andere Person fühlt oder denkt – und fragen deshalb weniger.“ Wer seine Kinder also zu sympathischen Menschen erziehen möchte, könnte demnach gut daran tun, ihre Neugier zu stärken statt zu bremsen.
Drei Dinge sagen sympathische Menschen nicht
Einige Dinge sollten Menschen in Gesprächen allerdings vermeiden, wenn sie sympathisch wirken wollen. So kommt es bei den meisten negativ an, wenn sie ungefragt Ratschläge und Meinungen bekommen. Wer das tut, will damit zwar oft hilfsbereit sein – vom Gegenüber kann es aber als Kritik verstanden werden. „Manchmal will man einfach nur etwas erzählen, ohne gleich Ratschläge zu bekommen“, sagt Sabrina Rizzo der Frankfurter Rundschau. Sie ist Polizeicoach sowie Verhandlungs- und Vernehmungsexpertin. Einigen falle es schwer, einfach nur zuzuhören und empathisch zu sein, ohne gleich Lösungsvorschläge anzubieten.
Sympathische Menschen würden zudem in größerer Runde nichts preisgeben, was ihnen jemand im Vertrauen erzählt hat. Die betroffene Person könne sich dadurch hintergangen fühlen. „Das ist Bloßstellen“, sagt Rizzo. „Wer sollte mir sympathisch sein, wenn er mir gerade illoyal gegenüber auftritt?“ Die Gründe dafür können unterschiedlich sein: Manche Menschen hätten sadistische Züge oder wollten jemanden bewusst auflaufen lassen, um selbst besser dazustehen.
Ein weiteres Verhalten, das unsympathisch wirkt, ist das Bagatellisieren fremder Leistungen und Erfolge. Das sei eine Methode, um andere zu verunsichern, erklärt Rizzo – oft stecke Neid dahinter. (Quellen: Huang et al.: „It Doesn’t Hurt to Ask: Question-Asking Increases Liking“, eigene Recherche)