„Chance für profitables Wachstum“: Primark bricht sein jahrzehntelanges Versprechen und liefert nach Hause


Jahrelang verweigert, jetzt doch: Primark liefert erstmals Pakete nach Hause

Stand: 12.09.2026, 12:53 Uhr

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Die Billigmodekette Primark will der wachsenden Konkurrenz durch chinesische Online-Anbieter entgegenwirken. Nun liefert sie nach Hause.

Sheffield – Primark wird erstmals Heimlieferungen anbieten. Associated British Foods (ABF), die Muttergesellschaft von Primark, kündigte den Schritt am Donnerstag (10. September) an, nachdem sie sich jahrzehntelang dem Onlinehandel widersetzt hatte. Einen Starttermin für den Dienst, der sich zunächst auf Großbritannien konzentrieren wird, nannte das Unternehmen nicht, sprach jedoch von einer „Chance für profitables Wachstum“.

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Dieser Artikel von Chris Price entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk

Primark hatte den Start eines Online-Shops lange hinausgezögert, bis das Unternehmen 2022 einen Click-and-Collect-Service einführte und erst im vergangenen Jahr eine mobile App veröffentlichte. Der Schritt hin zu Heimlieferungen markiert einen wichtigen Meilenstein, da Primark einer wachsenden Konkurrenz durch günstige Fast-Fashion-Marken wie das chinesische Unternehmen Shein gegenübersteht.

Primark einkaufen

Primark bietet in Großbritannien schon bald einen Lieferdienst an. © Oliver Berg/picture alliance/dpa

George Weston, der Vorstandschef von ABF und Mitglied der Weston-Familie, die das Unternehmen kontrolliert, sagte: „Primark hat erhebliche Fortschritte beim Aufbau seiner digitalen Fähigkeiten gemacht und wird dies fortsetzen, sowohl durch den Ausbau von Click and Collect als auch durch das Angebot von Heimlieferungen in Großbritannien in der Zukunft. Über diesen Kanal ergibt sich nun eine Chance für zusätzliches und profitables Wachstum.“

Druck auf chinesische Händler: Primark setzt auf digitalen Ausbau und Heimlieferungen

ABF, das sich darauf vorbereitet, Primark auszugliedern und an die Börse zu bringen, teilte mit, es habe eine „hoch automatisierte Auftragsabwicklungsanlage“ in Sheffield erworben, um den neuen Heimlieferservice zu betreiben. In einer separaten Mitteilung erklärte Debenhams, es habe den automatisierten Teil seines Vertriebszentrums in Sheffield im Rahmen eines Geschäfts im Wert von 90 Mio. £ (105.000 Euro) an ABF verkauft.

Der britische Markt und das Segment Damenmode blieben der zentrale Fokus für Primark, erklärte Weston. Das Geschäft in Europa sei dagegen „weiterhin herausfordernd“. Die Aktien von ABF fielen am Donnerstag um mehr als 8 Prozent. Grund dafür war die Prognose des Unternehmens, wonach die flächenbereinigten Umsätze im Geschäftsjahr 2026 im Vergleich zu den vorangegangenen zwölf Monaten um 2,6 Prozent zurückgehen dürften – trotz eines erwarteten Umsatzwachstums von 2 Prozent im Vereinigten Königreich.

Aktie des Billiganbieters fällt – Unternehmen plant Abspaltung von Lebensmittelgeschäften

Das Management erklärte zudem, die Abspaltung von Primark aus den Lebensmittelgeschäften des Konzerns solle bis Dezember des kommenden Jahres abgeschlossen sein. ABF ist an der London Stock Exchange notiert, doch rund 60 Prozent der Anteile befinden sich im Besitz der Familie Weston.

Das Unternehmen gehört zu den weltweit größten Zuckerproduzenten und besitzt außerdem Marken wie Ovomaltine, Hovis und Twinings. Analysten haben prognostiziert, dass eine separate Börsennotierung von Primark, das insgesamt 508 Filialen betreibt, davon 199 im Vereinigten Königreich, zu einer Bewertung in ähnlicher Größenordnung wie bei Wettbewerbern wie Next führen könnte, das umgerechnet mehr als 19 Milliarden Euro wert ist.