(+) KI ab Klasse zwei: Das ändert sich zum Schulstart


Hamburg

Lehrkräfte, Neubauten, KI: Was sich zum Schulstart in Hamburg ändert

Erstklässler mit Schulranzen und Schultüte. (Symbolbild)
picture alliance/dpa/Matthias Balk

Schultüte raus und los geht's: In Hamburg startet am Donnerstag das neue Schuljahr. Senatorin Ksenija Bekeris (SPD) hat verkündet, was sich jetzt ändern und was Eltern dazu wissen müssen. 

Neuer Rekord: 247.400 Schülerinnen und Schüler starten am Donnerstag in Hamburg ins neue Schuljahr. Welche Schulen neu an den Start gehen, wie KI künftig im Unterricht eingesetzt werden soll und welche Neuerungen es gibt, stellte Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) am Dienstag im Rathaus vor.

„Hamburgs Schulen starten gut aufgestellt ins nächste Schuljahr“, sagte Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) am Dienstag im Rathaus. Zwei neue Schulen nehmen den Betrieb auf, erneut sollen mehr als 500 Millionen Euro in Neubau, Sanierung und Instandhaltung investiert werden. Zudem seien nahezu alle Lehrkräftestellen besetzt, so Bekeris.

Rund 19.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler werden an den Hamburger Schulen neu eingeschult. In den 5. Klassen der Stadtteilschulen und Gymnasien starten rund 17.400 Kinder. 471 staatliche und nicht-staatliche Schulen gibt es insgesamt in Hamburg. Die zwei Neuen: Das Bille-Gymnasium und die Grund- und Stadtteilschule Leuschnerstraße gehen beide in Lohbrügge an den Start.

Anzeige

Neue Schulen und Schulbau in Hamburg

Für das Jahr 2027 ist der Start der neuen Stadtteilschule in Ottensen geplant. Für Neubau, Sanierung und Instandhaltung ist laut Schulbehörde der „Investitionsbooster“ von über 500 Millionen Euro einberechnet.

Anzeige

Sieben weitere große Schulbauprojekte gehen in diesem Schuljahr an den Start:

Anzeige

Sechs größere Projekte sollen im Schuljahr 2026/27 fertiggestellt werden:

Nach dem Brand des Rohbaus der Grundschule Mendelstraße in Bergedorf im Januar 2025 wurde entschieden, das Gebäude nach den ursprünglichen Plänen und mit den gleichen Materialien erneut zu errichten. Nach 15 Monaten Bauzeit wird das Gebäude Anfang September 2026 übergeben.

KI an Hamburgs Schulen

Um Hamburgs Kinder fit für die Zukunft zu machen, soll an den Schulen auch der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) erprobt werden. Hamburg ist laut Behörde federführend bei der Entwicklung des geschützten bundesweiten KI-Chatbots „AIS.chat“ für Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte.

Der Bot soll ab der zweiten Klasse reflektiert in den Unterricht integriert werden, mit dem Ziel, Lernprozesse zu bereichern und das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Lehrkräfte füttern dazu die KI mit Hintergrundinfos, passenden Websites und weiteren Quellen – sie haben also die Kontrolle über die zugrundeliegenden Informationen.

Viele Hamburger Schüler im Ganztag

Fast 92 Prozent der Grundschülerinnen und -schüler in Hamburg nehmen am Ganztag teil (kostenlose Betreuung von 8 bis 16 Uhr), 51 Prozent an der Ferienbetreuung. Am 1. August 2026 tritt bundesweit der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder in Kraft: Beginnend bei den Erstklässlern wächst dieser in den nächsten Jahren bis zur Klassenstufe 4 auf.

Hamburg hat den Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung, Betreuung und Erziehung für alle Kinder bis 14 Jahre bereits im Jahr 2012 eingeführt.

Zuwachs bei den Lehrkräften

Für die staatlichen Schulen wurden zum insgesamt 16.166 Vollzeitstellen für Lehrkräfte bereitgestellt. Das sind 112 Lehrkräfte-Stellen mehr als im vergangenen Schuljahr, ein Zuwachs von 0,7 Prozent. Davon entfallen 5329 Stellen auf die Grundschulen (-31), 854 auf die Sonderschulen (+1), 5970 auf die Stadtteilschulen (+199) sowie 4013 auf die Gymnasien (-58).

Die Schülerzahlentwicklung führe laut Schulbehörde dazu, dass in den Grundschulen erstmals die Anzahl zugewiesener Lehrkräfte-Stellen sinke. Die Inklusionszuweisungen steigen um 59 auf insgesamt 1957 Lehrkräfte-Stellen. 

33 der an den staatlichen Schulen ausgeschriebenen Stellen waren unbesetzt (0,03 Prozent), davon vier für Lehrkräfte. „Hamburgs Schulen sind sehr gut versorgt, einen allgemeinen Lehrkräftemangel gibt es bei uns im Unterschied zu anderen Bundesländern nicht“, sagte Bekeris.