Leichtathletik-EM: Hürdenläufer Emil Agyekum trotzt dem großen Druck


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Silber über 400 Meter Hürden Ruhiger Agyekum trotzt dem großen Druck

Bei der Leichtathletik-EM bleibt der deutsche Rekordhalter Emil Agyekum über die 400 Meter Hürden cool und holt sich Silber. Im Anschluss muss er einen Teamkollegen trösten – und seinen Trainer verabschieden.

Emil Agyekum feiert EM-Silber über 400 Meter Hürden.

Emil Agyekum feiert EM-Silber über 400 Meter Hürden. Bild © IMAGO / Eibner

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03:33 Min.|15.08.26|Patrick Halatsch

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Als Emil Agyekum am ARD-Mikrofon gefragt wurde, wie er seine Silbermedaille bei der Leichtathletik-EM feiern würde, musste er erstmal überlegen. "Hm", sagte der Hürdenläufer und dachte nach, bevor er doch einen Plan formulierte: "Ich werde wahrscheinlich ein alkoholfreies Bier mit Volker Beck trinken." Beck trainiert den gebürtigen Berliner Agyekum seit 2024 am Stützpunkt in Frankfurt.

Die Silbermedaille von Agyekum über die 400 Meter Hürden ist eine Art Abschiedsgeschenk für den Coach, der in den Ruhestand gehen wird. "Es sind seine letzten Meisterschaften als Trainer, das kann man auch mal feiern", so sein Schützling. "Viele Leute werden Volker im Nationalteam vermissen. Er hat mir sehr viel über Disziplin beigebracht und darüber, auch mal seinen Schweinehund zu überwinden, dafür bin ich ihm sehr dankbar."

"King" Warholm außer Reichweite

Der innere Schweinehund schien tatsächlich nichts zu melden zu haben, als Agyekum am Freitagabend in Birmingham über die Hürden flog. "Ich komme immer besser mit so viel Publikum und so viel Druck klar", berichtete Agyekum. "Ich finde immer mehr Ruhe in mir drin und es macht einfach extrem viel Spaß." 47,87 Sekunden benötigte der 27-Jährige über die 400 Meter Hürden, nur Ausnahmekönner Karsten Warholm war noch gut eine Sekunde schneller und damit mal wieder außer Reichweite.

"Er hat wieder einmal gezeigt, dass er der King ist", sagte Agyekum anerkennend. "Es war geil, direkt neben ihm zu sein. Ich habe viel Spaß an dem Prozess, Stück für Stück näher an ihn heranzukommen und ihn eines Tages dann auch mal zu schlagen." Selbst als Agyekum vor einigen Wochen den deutschen Rekord (47,45 Sekunden) aufstellte, kam Warholm vor ihm ins Ziel.

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Fischer-Breiholz hadert mit Flüchtigkeitsfehlern

Hinter Warholm und Agyekum spielte sich in Birmingham ein Drama um den zweiten deutschen Starter Owe Fischer-Breiholz ab. Der 22-Jährige vom Königsteiner LV haderte mit seiner Leistung. "Es war ein Flüchtigkeitsfehler nach dem anderen. Das enttäuscht mich zutiefst", sagte er nach seinem Zieleinlauf auf Platz fünf. "Selbst mit einem soliden Rennen hätte ich heute eine Medaille geholt." Stattdessen sorgte ein Fehler in der Schrittfrequenz direkt nach dem Start dafür, dass er die ersten Hürden mit der falschen Seite anlief. "Und zum Schluss hat es mir an Kraft gefehlt."

Trost für den U23-Europameister gab es vom Silbermedaillengewinner Agyekum, der ihn direkt in den Arm nahm. "Ich habe ihm gesagt, dass er Geduld haben soll. Seine Zeit kommt auch noch", sagte er. "Wenn er sich treu bleibt und ein bisschen entspannter an die Sache rangeht, kann er Großes vollbringen." Und so gab es nach dem aufregenden Hürden-Finale einiges zu verarbeiten, zu besprechen - und schließlich auch zu feiern.

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02:33 Min.|15.08.26|Patrick Halatsch

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