Linux-Dis­tribution für Gaming: Update für Bazzite Deck 44 erneuert Handheld-Unterbau


Bazzite hat mit Bazzite Deck 44 eines seiner bislang umfangreichsten Updates veröffentlicht. Mit der neuen Version erhält die kostenlos anpassbare Linux-Distribution eine grundlegende Überarbeitung des Handheld-Unterbaus und bringt einen neuen Updater, einen einheitlichen Gaming-Kernel sowie andere Verbesserungen mit sich.

Bei Bazzite handelt es sich um eine kostenlos anpassbare Linux-Distribution, die speziell für das Gaming auf PCs, Handheld-Konsolen und Heimkino-Systemen entwickelt wurde. Sie basiert auf Fedora und dem Universal-Blue-Projekt, ist unveränderlich (immutable) aufgebaut und bringt Treiber sowie Tools wie Steam und Proton direkt mit.

Komplett neuer Unterbau

Mit dem Update erhält der bisherige Software-Stack für Handhelds einen stärker an SteamOS angelehnten Aufbau, der einige Änderungen mit sich bringt. So übernimmt nun InputPlumber die Controller-Verwaltung, Emulation und Tastenbelegung, während SteamOS-Manager unter anderem für Sitzungswechsel und TDP-Steuerung verantwortlich ist. Darüber hinaus übernimmt PowerStation die Leistungssteuerung auf Geräten, die nicht vom SteamOS-Manager unterstützt werden. Open GamepadUI ergänzt als Plugin-Oberfläche Funktionen, die Steam selbst bislang nicht anbietet.

Verbesserungen im Update-Prozess

Als weitere Neuerung sollen sich die DeckyLoader-Plugins nun ohne Konflikte verwenden lassen. Auch der Game Mode hat Neuerungen erfahren. So sollen System-Updates für Steam nun korrekt erfolgen und passende Änderungsprotokolle anzeigen. Der eigentliche Upgrade-Prozess bleibt dabei unverändert, allerdings weist das Projekt darauf hin, dass gleichzeitig ein Fedora-Update und ein Wechsel des Handheld-Stacks erfolgen. Entsprechend sollten Anwender mit besonderer Vorsicht vorgehen.

Darüber hinaus kann die TDP- und RGB-Steuerung ab sofort über das Quick-Access-Menü von Steam erfolgen, bei bestimmten Geräten von AYN und ASUS kann dafür allerdings die Emulation eines DualShock-Controllers sinnvoll sein. Dies bringt gleichzeitig aber auch vorübergehende Einschränkungen mit sich: So können einige Geräte zunächst ihre Lüftersteuerung verlieren, wobei bereits an einem Plugin zur Wiederherstellung gearbeitet wird. Beim ursprünglichen Lenovo Legion Go ist hingegen die Gyroskop-Unterstützung vorübergehend entfallen.

Images erhalten ebenfalls neuen Updater

Darüber hinaus erhalten sämtliche Bazzite-Images einen neuen Bazzite-Updater sowie die aktuelle Version des Bazaar-Flatpak-Stores, dessen Speicherbedarf im Hintergrund auf bis zu rund drei Megabyte RAM reduziert worden sein soll. Gleichzeitig wurde das Bazzite-Portal neu geschrieben und bietet nach dem Update unter anderem einen neuen Begrüßungsbildschirm, Einstellungen für die Zeitüberschreitung des GRUB-Menüs, die Wahl des CEC-Modus, einen AMD-VRR-Schalter, Aktualisierungen der Nvidia-Flatpak-Runtime sowie ProtonPlus-Rezepte und Portal-Aktionen. Darüber hinaus lässt sich der Bazzite-Updater zum Big-Picture-Modus hinzufügen, beim ersten Login wird das Bazzite Portal automatisch angezeigt.

Auch der Bazaar Store wurde verbessert
Auch der Bazaar Store wurde verbessert (Bild: Bazzite)

Auch auf der Grafikseite haben die Entwickler einige Änderungen vorgenommen: So bringt die neue Veröffentlichung Mesa 26.2.1 sowie Änderungen für VRAM-Überbelegung und Control Groups mit. Hinzu kommt Unterstützung für HDMI 2.1 FRL, ALLM und VRR. Zudem ersetzt Cadwire die bisher für die Grafikumschaltung verwendeten Lösungen switcheroo und supergfxctl beziehungsweise das bisherige MUX-Switching. Sämtliche Images werden darüber hinaus ab sofort mit dem Kernel des Open Gaming Collective ausgeliefert.

Armada für Arm-Handhelds

Eine strategische Änderung betrifft Arm-Handhelds. Interessenten an Arm-Builds werden künftig an das Projekt Armada verwiesen. Bazzite will Armada unterstützen, anstatt diese Builds selbst in gleicher Form weiterzuführen.

Weitere Änderungen und Neuerungen finden sich unter anderem in den Bereichen HDMI-CEC, den Netzwerkeinstellungen des Kernels sowie bei der Wiedergabe von Blu-rays. Ebenso gehören zahlreiche Fehlerkorrekturen und Verbesserungen bei Sicherheit und Software-Lieferkette zum Update. Eine komplette Übersicht bieten hierfür die sehr ausführlichen Release Notes.

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