Macron und Saudi-Prinz investieren 6 Milliarden in Freizeitparks
Aktualisiert30. August 2026, 12:48
«Dragon Ball Z»Macron und Saudi-Prinz planen Freizeitparks mit über 20'000 Jobs
Frankreich und Saudiarabien planen bei Paris drei neue Freizeitparks für sechs Milliarden Euro. Einer davon soll sich ganz «Dragon Ball Z» widmen.

Darum gehts
- Frankreich und Saudiarabien planen drei neue Freizeitparks bei Cergy-Pontoise, rund 30 Kilometer nordwestlich von Paris.
- Das Projekt kostet rund 6 Milliarden Euro und soll mehr als 20'000 Jobs schaffen.
- Einer der Parks soll sich an der Anime-Serie «Dragon Ball Z» orientieren – die Zustimmung der japanischen Rechteinhaber steht aber noch aus.
Frankreich und Saudiarabien haben ein Milliardenprojekt für drei neue Freizeitparks angekündigt. Einer davon soll sich an der Kult-Anime-Serie «Dragon Ball Z» orientieren.
Das Projekt soll bei Cergy-Pontoise entstehen, rund 30 Kilometer nordwestlich von Paris. Investiert werden sollen rund 6 Milliarden Euro – umgerechnet etwa 5,6 Milliarden Franken. Hinter dem Projekt steht die saudische Qiddiya Investment Company, die mit Saudiarabiens Staatsfonds verbunden ist.
Macron spricht von einem Projekt wie Disneyland Paris
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verkündete den Deal nach einem Treffen mit Saudiarabiens Kronprinz Mohammed bin Salman. Auf X schrieb er sinngemäss, ein Projekt dieser Art habe es seit Disneyland Paris nicht mehr gegeben.
Die drei Freizeitparks sollen mehr als 20’000 Jobs schaffen. Welche Themen die beiden anderen Parks haben werden, ist noch nicht bekannt. Für Macron passt das Projekt in seine Strategie, ausländische Investitionen nach Frankreich zu holen. Saudi-Arabien wiederum baut seit Jahren seine Unterhaltungs- und Tourismusbranche aus, um unabhängiger vom Ölgeschäft zu werden.
«Dragon Ball Z»-Rechte noch nicht fix?
Ganz ohne Fragezeichen ist der geplante Anime-Park aber nicht. Laut «Le Monde» fehlt bisher offenbar noch die offizielle Zustimmung der japanischen Rechteinhaber. Die Rechte an «Dragon Ball Z» liegen bei mehreren Akteuren, darunter Toei Animation, Shueisha, Bird Studio und Bandai Namco.
Das könnte die Sache komplizierter machen, als es die grosse Ankündigung zunächst klingen lässt. Ohne Lizenz dürfte der Park die Marke, Figuren und Welten aus «Dragon Ball Z» nicht einfach verwenden.
Son-Goku als Tourismus-Magnet
«Dragon Ball Z» gehört zu den erfolgreichsten Anime-Marken der Welt. Die Serie startete in den 1980er-Jahren in Japan und wurde später international riesig – mit Filmen, Games, Sammelfiguren und Merchandise.
Ein eigener Themenpark bei Paris wäre deshalb ein gewaltiger Schritt. Gerade in Europa gibt es bisher nur wenige grosse Freizeitparks, die komplett auf japanische Popkultur setzen.
Was hältst du von einem neuen «Dragon Ball Z»-Themenpark bei Paris?
Ich finde die Idee stark, das kann ein grosser Publikumsmagnet werden.
Klingt spannend, wenn die Umsetzung gut gemacht ist.
Ich sehe eher ein Risiko, dass es mehr Marketing als Erlebnis wird.
Mich überzeugt das nicht, Anime passt für mich nicht in einen Grosspark.
Ich bin neugierig, warte aber erst auf konkrete Details.
Ich habe mit «Dragon Ball Z» nichts am Hut.
Freizeitpark-Boom in Europa
Das Projekt kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Europa für Freizeitpark-Betreiber besonders spannend ist. In Grossbritannien plant Comcast den ersten Universal-Freizeitpark Europas. Disney investiert weltweit ebenfalls massiv in seine Parks.
Für Frankreich wäre das neue Projekt ein Signal: Nach Disneyland Paris soll ein weiterer internationaler Freizeitpark Touristen anlocken. Diesmal allerdings nicht mit Micky Maus, sondern möglicherweise mit Son-Goku.

Ammar Jusufi (amj), Jahrgang 2001, arbeitet seit November 2024 für 20 Minuten. Nach seinem Praktikum im Ressort Ostschweiz ist er nun Redakteur im Ressort People.
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