Magengrummeln zum Schulanfang? Was eine Expertin empfiehlt
Stand: 21.08.2026, 13:31 Uhr
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Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu oder sind schon vorbei: Die Schule fängt wieder an. Nicht alle Kinder freuen sich darauf. Eine Pädagogin hat Tipps, wie Eltern darauf reagieren können.
Berlin/München – „Du brauchst keine Angst zu haben“ oder „Stell dich nicht so an“ – Sätze wie diese sollen Eltern laut einer Expertin möglichst vermeiden, wenn ein Kind Sorge vor dem ersten Schultag nach den Sommerferien hat.
Artikel der KNA
Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
„Wichtig ist, die Gefühle anzuerkennen und dem Kind zu signalisieren, dass seine Sorgen ernst genommen werden. Wir Eltern neigen manchmal dazu, Dinge zu bagatellisieren oder umgekehrt zu dramatisieren“, sagte Inga Pinhard, Leiterin des Ressorts Pädagogik des Vereins SOS-Kinderdorf, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in München.

Sinnvoller sei, das Gefühl zu vermitteln, dass das Kind nicht allein mit seinen Bedenken ist – etwa mit dem Satz: „Ich verstehe, dass du dich sorgst. Damit bist du nicht allein. Ich bin für Dich da.“ Zudem sei vielen Kindern dieses unbehagliche Gefühl vor dem ersten Schultag nach den Ferien bekannt.
Ursachen erfragen
Danach solle man konkret nachfragen, woher die unguten Gefühle kämen – etwa mit Fragen wie: „Worüber machst du dir die meisten Gedanken?“ Um die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken, könne dann gemeinsam überlegt werden, wie man die Sorgen entkräften könne – etwa, indem man an vergangene schulische Erfolgserlebnisse erinnere.
Wenn das Kind etwa Sorge habe, keinen Sitznachbarn zu finden, könne gemeinsam überlegt werden, welches der Kinder vielleicht am ehesten ansprechbar sei. Auch Freundinnen und Freunde außerhalb der Schule könnten das Selbstbewusstsein stärken.
Um Mut zu vermitteln, biete es sich zudem an, sich den ersten Schultag nach den Ferien nachmittags besonders schön zu machen und sich Zeit füreinander zu nehmen, etwa gemeinsam schwimmen zu gehen. „Dies kann man dann zum Anlass nehmen, über den Morgen in der Schule zu sprechen.“ Pinhard empfiehlt, möglichst offene Fragen zu stellen, die das Kind nicht nur mit ‚ja‘ oder ‚nein‘ beantworten könne.
Kinder wollen es Eltern recht machen
Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass man manche Sorgen aushalten müsse, ohne eine Lösung zu finden. „Das fällt Eltern und Kindern gleichermaßen schwer“, sagte die Pädagogin. „Kinder wollen oft nicht, dass sich die Eltern Gedanken machen, sondern versuchen, es ihnen recht zu machen. Und Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder in der Schule gut zurechtkommen.“
Grundsätzlich gelte es, zwischen mangelnder Schullust und Schulangst zu unterscheiden. „‚Ich will nicht in die Schule‘ – diesen Satz sagen alle Kinder irgendwann einmal im Laufe ihrer Schullaufbahn“, stellte Pinhard klar. Diese Unlust müsse man von echter Schulangst unterscheiden: „Wenn man merkt, dass sich die Angst vor der Schule durch die ganzen Ferien zieht und das Kind schöne Momente gar nicht genießen kann, sollte man aufmerksam werden.“
Unterschied zwischen Unbehagen und Schulangst
Typische Symptome für richtige Schulangst seien etwa unspezifische Bauch- oder Kopfschmerzen und wiederkehrende Versuche, den Schulbesuch zu vermeiden. Sie empfahl, sich in solchen Situationen etwa an die Klassenleitung zu wenden und sich gegebenenfalls psychologische Hilfe zu holen. „Das muss aber immer in Absprache mit dem Kind geschehen. Wenn es das nicht möchte, kann eine Beratung nicht helfen.“