Ex-Hamburger setzt Schlusspunkt: Mainz 05 demütigt den HSV


Mainz Ransford-Yeboah Königsdörffer bejubelt seinen Treffer

Ex-Hamburger setzt Schlusspunkt Mainz 05 demütigt den HSV

Stand: 06.09.2026 • 18:08 Uhr

Der 1. FSV Mainz 05 hat sich den ersten Saisonsieg gesichert. Das Team von Trainer Urs Fischer setzte sich in der Fußball-Bundesliga hoch verdient beim schwachen Hamburger SV durch.

Jörg Strohschein

Diese Niederlage dürfte noch nachwirken: Der Hamburger SV kassierte am Sonntagnachmittag (6.9.2026) eine unerwartet deutliche Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05. Am Ende zeigte die Anzeigetafel im Volksparkstadion ein 0:5 (0:2) an.

Doch nicht allein die Höhe der Pleite dürfte der Mannschaft von Trainer Merlin Polzin zu denken geben. Besonders irritierend dürften die Verantwortlichen und die Spieler den Umstand empfinden, dass die Hanseaten gegen die quirligen Mainzer nahezu chancenlos waren.

Sheraldo Becker (19.), Phillipp Mwene (41.), Phillip Tietz (48.; 83.) und Ransford Königsdörffer (90.+2) erzielten die Treffer für die Rheinhessen. Der Sieg der Gäste hätte allerdings noch deutlich höher ausfallen können. Zum Saisonauftakt gab es bereits eine 0.2-Niederlage bei Borussia Dortmund.

Mainz erarbeitet sich Dominanz

Die Mainzer waren von Beginn an das aktivere, bessere Team. Vor allem Nadiem Amiri drückte dem Mainzer Spiel den Stempel auf und lenkte nicht nur die Partie mit seinen gefährlichen Freistößen. Der 29-Jährige erarbeitete sich auch recht früh eine gute Tormöglichkeit, sein Weitschuss aus 15 Metern verpasste aber nur um Zentimeter das Hamburger Tor (14.).

Die Mainzer Überlegenheit hielt auch in der Folge an - und Becker schaffte nach einem Konter Fakten. Der Angreifer schloss einen Konter nach einem kapitalen Mittelfeld-Fehlpass von HSV-Kapitän Nicolai Remberg eiskalt zum 1:0 ab.

Hamburg überfordert im Spielaufbau

Die Hamburger wirkten trotz des Gegentreffers nicht geschockt, sondern sie versuchten die Partie offener zu gestalten, was ihnen gelegentlich auch gelang. Aber richtig torgefährlich wurden sie während der gesamten Partie nicht mehr. Vielmehr wirkten sie ein wenig überfordert im Spielaufbau gegen die gut organisierten Mainzer.

Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer präsentierte sich weiterhin in blendender Form: Nach einer sehenswerten Konter und einer Kombination über Amiri bediente Becker von der rechten Seite den mitgelaufenen Mwene, der am langen Pfosten aus zwei Metern nur noch zum 2:0 einschieben musste.

Die Mainzer führten auch in dieser Höhe verdient, auch weil der HSV nicht annähernd sein Leistungsmaximum erreichen konnte.

HSV-Hoffnung nach Vieira-Einwechslung

Bei den Hamburgern keimte zu Beginn der zweiten Hälfte nicht zuletzt neue Hoffnung auf, weil Trainer Merlin Polzin den Last-Minute-Zugang Fabio Vieira einwechselte.

Auf dem Portugiesen, der in der vergangenen Bundesliga-Saison als Leihspieler mit sieben Treffern und fünf Assists auf Anhieb zum Topscorer der Rothosen wurde, liegen erneut große Hoffnungen bei den Hamburgern. Doch der 26-Jährige hatte kaum den Rasen betreten, da fiel auch schon der nächste Treffer der Gäste.

Die Partie lief gerade einmal wieder drei Minuten, als der seltsam freistehende Tietz nach einer Hereingabe von der rechten Seite von Becker aus fünf Metern nur noch den Fuß hinhalten musste, um zum 3:0 zu verwandeln.

Die Mainzer Dominanz war sofort wieder da, die HSV-Spieler liefen eigentlich nur hinterher. Von Augenhöhe keine Spur. Wenn ein Tor in Gefahr geriet, dann war es das der Hamburger.

Tietz trifft doppelt für Mainz

Die Mainzer bestimmten weiterhin das Geschehen und versuchten nahezu unaufhörlich, das Ergebnis weiter zu erhöhen. Entlastung gab es für die Hamburger sehr selten. Immerhin: Der HSV brach lange Zeit nicht auseinander und präsentierte sich - bis auf die Schlussminuten - trotz dieses "gebrauchten Tages" als funktionierendes Team.

Die Spieler versuchten in den letzten Minuten zumindest noch, einen Treffer zu erzielen, auch wenn sie sich weiterhin keine richtige Torchance heraus spielten. Das war zumindest die gute Nachricht für den HSV in dieser Partie.

Die schlechte war: Der Mainzer Tietz erzielte noch mit einem Schuss aus 15 Metern gegen die aufgerückte HSV-Abwehr das 0:4. Ex-HSV-Stürmer Königsdörffer vollendete einen Konter zum 0:5-Endstand und nutzte diese Bühne, um die Fans seines alten Vereins mit seinem aufreizendem Jubel zu provozieren.

HSV in Leipzig, Mainz gegen Frankfurt

Der HSV ist am Sonntagnachmittag bei RB Leipzig zu Gast (15.30 Uhr). Mainz empfängt am Samstagnachmittag Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr).